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große Zukunft hatte ssich ihr geöffnet, und unwill­kürlich weilten ihre Gedanken in derselben.

Die D enerin rief sie zum Essen.

Sie eilte in das Zimmer ihres Vormundes. Der Doktor hatte sie schon erwartet.

Nun, Paula, wie ist Deine Antwort ausge­fallen?" fragte er.

Sie eilte zu ihm und warf sich ihm weinend an die Brust. Er vertrat ja ihres Vaters Stelle, er war stets lieb und gut gegen sie gewesen und rin Herz mußte sie haben, dem sie ihr Glück anver- trauen konnte.

Prells Augen blickten funkelnd, als er das junge Mädchen in seinen Armen hielt. Er beugte sich auf sie herab und küßte sie auf die Stirn.

Du fühlst Dich glücklich?" fragte er weiter.

Ja, ich bin glücklich!" rief Paula,denn ich liebe Berger und er ist gut und edel."

Das ist er", versicherte Prell.Wenn ich nicht dis Gewißheit hätte, so würde ich ihn nicht selbst zu Dir geführt haben. Ich kenne ihn ja auch seit langen Jahren Berger ist gut."

Paula erzählte ihm nun, wie es der Wunsch ihres sterbenden Vaters gewesen fei, daß es so kom­men möge, und daß Berger nach Alldorf geeilt sei, um das Gut dort zu kaufen. Sie versetzte sich im Geiste dorthin und schuf sich ein friedliches Bild ihrer künftigen Thätigkeit.

Prells Augen ruhten auf ihr, während sie er­zählte. Auf ihrem Gesichte lag die Verklärung des Glücks und der Freude.

Er stand auf. Er wollte eine innere Erregung Niederkämpfen es gelang ihm nicht vollkommen. Paula bemerkte sie. Ob sie dieselbe auch verstand ? Gewiß nicht, denn sie trat zu ihm und reichte ihm die Hand.

Nur den einen Wunsch hake ich noch", sprach sie,daß mein Vater dies Alles noch erlebt haben möge. Aber glauben Sie richt auch, daß er es weiß?"

-Gewiß gewiß er weiß es!" erwiderte Prell hastig. Ec fetzte sich zum Essen an den Tisch.

Der alte Kaufmann Berger saß in größter Un­geduld in feir.em Zimmer. Er war in das Vorhaben seines Sohnes eingsweiht und hatte demselben freudig seine Zustimmung gegeben. Das Glück seiner ein­zigen Kindes war ja sein höchster Wunsch, und er war überzeugt, daß Paula ihn glücklich machen werde, wenn sie die Seinige wurde.

Als Hugo von Paula fortgegangen war, hatte er einen Boten an seinen Vater gesandt, der ihm die Nachricht seines Glückes überbrachte. Ec war sofort nach Alldorf geeilt.

Von dort war er noch nicht zurückgekehrt, obschon es bereits spät am Abend war. Unruhe hatte den Alten erfaßt. Es drängte sich ihm der Gedanke auf, daß sein Sohn eine ziemlich bedeutende Summe Geldes bei sich geführt hatte wenn ihm ein Un­glück zugestoßen. Dann mußte er selbst wieder über seine Angst lächeln.

Hugo war ja mit dem Gutsbesitzer bekannt. Es war ja ganz natürlich, daß er nach abgeschloflenem Kauf noch bei ihm geblieben war bei einer Flasche Wein. Schon öfter war er erst spät in der Nacht von Alldorf zurückgekehrt. Führte der Weg auch durch das Holz, das Holz war sicher. Er erinnerte sich keines Falles, wo in demselben Jemand über­fallen sei. Es war eine Thorheit, daran zu denken.

Dies Alles stellte sich der Alte selbst vor, und dennoch kehrten die beängstigenden Gedanken wieder und wieder.

Er wollte einen Boten nach Alldorf schicken, er unterließ es, weil er befürchtete, daß man ihn seiner Aengstlichkeit wegen auslachen werde.

Es war schon Mitternacht, so lange hatte er vergebens auf Hugo gewartet als er sich endlich zur Ruhe legte, in der besten U-berzeugung, daß er am andern Morgen selbst über seine Besorgntß lächeln werde. Stundenlang lag er indeß im Bett, ehe der Schlaf sich einstellte.

Ecst spät am andern Morgen erwachte er. Seine erste Frage war nach seinem Sohne. Derselbe war noch immer nicht heimgekehrt. Jetzt machte er aus seiner Besorgniß kein Hehl mehr und war fest ent« l schloffen, sofort einen Boten nach Alldorf zu schicken. ;! In Eile k eide!e er sich an.

Stimmen vor seinem Hause zogen ihn an das t Finster. Ems Anzahl Menschen sah er auf der \ Straße versammelt. Sie waren in lebhaftem Ge- 8 spräch begriffen. Ec öffnete das Fenster. Alle l schwiegen, sobald sie ihn erblickten. Aller Augen | richteten sich auf ihn. Eine namenlose Ängst erfaßte j ihn. Ein Unglück mußte geschehen sein, eine innere Stimme rief es ihm zu und ihn mußte es betreffen | weshalb schwiegen sonst Alle, sobald sie ihn I erblickt hatten.

Emem Bekannten rief er fragend zu, was vor­gefallen war. Derselbe wich seiner Frage aus er wußte es und mochte es nicht sagen. Em Zweiter machte es eben so.

Immer größer wurde seine Angst. Zum dritten I Male brachte er die Frage kaum über die Lippen.

Ein Nachbar trat in diesem Augenblicke zu ihm in's Zimmer. Ec sah cs deffen Gesicht an, oaß er der Ueberbringer einer unheilvollen Nachricht war.

Was ist vorgefallen?" fragte ec zum vierten Male. Er mußte einen Stuhl fassen, um sich auf­recht zu erhalten.

Fassen Sie sich fassen Sie sich", erwiderte der Gefragteein Unglück!"

Wo ist mein Sohn?" unterbrach ihn der Alte ungeduldig.

Fassen Sie sich", wiederholte der Andere fein Gesicht vcrrieth schon Alles.

Ec ist tobt tobt!" rief der Alte in entsetz­licher Angst. Er stand mit vorgebeugtem Körper da, er suchte die Antwort dem Gefragten vom Munde zu lesen.

Ja er ist heute Morgen erschossen im Walde gefunden", lautete die Antwort.