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Jmmenborf, ganz wie der Großvater, den ich gekannt , war freilich noch recht klein, aber sehe ihn noch vor mir, den alten Herrn, — fo vornehm und hochmüthig auf Alle» herabblickend, - während der Vater aus der Art fchlug, eine Bürgerliche heirathete, weil er Geld brauchte, na, wissen wohl, nicht fo hitzig, nicht fo hitzig. Guten Morgen!"
5 Herr Semmel schoß wie ein Pfeil davon , wäh. rend Thorsen nun ebenfalls seine Schrrtte beschleunigte, um die beiden Herren zu Überholen, welche langsam dahinschlenderten. Es gelang ihm noch insofern, als er beide in das Jmmendorf'sche Haus treten und damit des Barbiers Behauptung bewahrheitet sah.
Wie gebannt blieb der Deteetiv stehen, unverwandt nach dem srriherrlichen Hause schauend. Dann schritt er eilig nach feiner Wohnung, um unbeobachtet und ungestört sich feinen Gedanken hinzugeben.
„Da hätten wir also die Bescheerung", murmelte er, unruhig in feiner Stube auf- und abschreitend, „ganz, w'e ich'« mir gedacht. Der Vogel hat sich in'» Vaterhaus geflüchtet und hier die nöthige Unter- stützung gefunden. Natürlich, sie werden doch das eigene Blut nicht hinaurtreiben oder dem Gesetze überliefern. Es reiht sich Glied an Glied zur genauen Kette und doch bin ich ohnmächtig, weil der Beweis mir fehlt, der Vogel meiner Hand entschlüpft ist. Eine unerhörte Mystification, wozu dieser ehrenhafte Major Tellkamp und sogar sein berühmter Neffe ihnen Beistand geliehen. Die Geschichte ist unglaublich, und darin ruht meine Ohnmacht. Man würde mich verspotten, aurlachen und schließlich für
selben Augenblick das Stubenmädchen Life, welches in Folge der gestrigen Garten-Scene auf Johann» Rapport von ihrer Gebieterin entlasten worden, mit Sack und Pack das Haus verließ. Johann begriff sehr genau die Bedeutung dieser Zusammentreffens und was für feinen jungen Herrn dabei auf dem Spiele stand, obwohl er vor Ingrimm dis Ver- rätherin hätte ohrfeigen und wie ein räudiges Thier hinausstoßen mögen. Gefahr für einen Jmmendorf von einer solchen Kreatur! — Es gab dem alten Diener, besten Dasein mit de» Hause» Ehre eng verwachsen war, einen Stich in'r Herz.
Lise stand bei der Hauethür, um ihren Koffer von einem Arbeitsmann fortbringen zu lasten und demselben jetzt mit einer großen gefüllten Tasche belastet zu folgen. Neugierig und erstaunt blickte sie den beiden Herren nach, die von Johann angemeldet wurden und sprach halblaut für sich: „Dar also ist der junge Herr, von dem niemals geredet werden durfte, steht aber nicht aus wie ein verlorener Sohn, — hübsch, wunderhübsch, — jammerschade, daß er nun gerade fort muß."
। „Na, was hat Sie hier noch herumzukuken, l Spionin!" rief der in diesem Augenblick zurückkeh- j rende Johann ihr zornig zu, „es hat sich ausspio- । nirt, verstanden? Marsch» hinaus!"
I „Alter Windhund! Lahme Kreuzspinne!" hühnt- I Lise, „nur sachte, man braucht mich nicht hinaurzu- werfen, wa» ich weiß, das weiß ich und sollen Aw dere erfahren, die man nicht vor die Thür setzen kann. Schöne Wirthschaft, wo Alles polizeilich über-
verrückt erklären."
Er warf sich in die Ecke seines harten Kanapees und stützte finster den Kopf.
„Und doch werde ich meine Ueberzeugung nicht «uthlos preisgeben", murmelte er nach einer Weile, sich energisch aufrichtrnd, „sondern mein Ziel unver- rückt im Auge behalten, vor allen Dingen aber mir Eintritt bei dem Verwundeten verschaffen."
Er sann einige Minuten nach und nickte dann triumphirend.
„So wird'» gehen, hüte Dich, mein seiner Freiherr, ich weiß, wer Du bist und erkenne Dich trotz der vortheilhaften Umwandlung, welche man Dir gegeben hat."
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Johann verlor seine Selbstbeherrschung, mit einem Ruck befand sich Lise mit ihrer Tasche aus der Straße, die geballte Faust drohend gegen die verschloffene Thür hebend. Grollend und auf Rache sinnend eilte sie dann fort.
Johann hatte vorhin seiner Instruction gemäß die beiden Herren in das Conserenz-Zimmer gefühlt, wo Ulrike dieselben empfangen. Sie ohne Weitere» bei Irmgard anzumelden, war nicht für rathsam gehalten worden, sondern eine andere Taktil von Ulm vorgeschlagen, wonach diese an den guten Baron von Lerchenheim einige Zeilen mit der Bitte gerichtet, fie um diese Stunde zu besuchen, da sie etwa» Wichtiges mit ihm zu bereden habe. Er hatte zuge- sagt und mußte, da er äußerst pünktlich war, in wenigen Minuten eintreffen.
„Richtig, da ist er schon", sagte Ulrike, als d - Hausklingel erscholl, „treten sie beide dort in s Cam- net, ich möchte erst mit ihm allein reden."
i „Guten Morgen, gnädiges Fräulein!" räurperte ; sich der Baron, in'« Conferenz-Zimmer tretend, uns i die ihm dargebotene Hand ehrerbietig an die Lippe« i ziehend. „ , . '
\ „Guten Morgen, lieber Baron! Ich danke ! Ihnen für Ihr pünktliches Erscheinen. Setzen Sie i sich. Ich habe etwa» auf dem Herzen, eine Sorge, ! welche nur Sie mir erleichtern können."
„Sie machen mich durch ein solches Vertraue«
13.
Mittlerweile hatte sich eine andere Scene Im Freiherrlich Jmmendorf'schen Hause entwickelt.
Als der Major die Klingel gezogen, der alte Johann die schwere Hausthür geöffnet hatte, da war e» in der That erstaunlich anzusehen, wie der treue Diener seine schwere Rolle dem heimkehrenden Sohn und jetzigen Oberhaupt der Familie gegenüber durchzuführen verstand. Allerdings war die überströmende Freude, mit welcher er seinen jungen Herrn begrüßte, ganz natürlich auf Rechnung seiner gelungenen Rettung zu setzen und deshalb von Herzen kommend, wa» auch um so bester war, al» in diesem


