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aekomu en. Als ihn Olla rief, erhellte sich sein trauriges, abgehärmtes Gesicht freudig. Er trat einige Schritte auf der Terrasse zurück und scheute mit am gebreiteten Armen zu ihr auf.
,,011a 1 Olla! schrie er in einer Art wahnsinnt-
ßct Freude.
„Hier bin ich, Jakper", sagte sie, sich über den Balkon lehnend. „Und Ihr seid zu mir gekrm- men? Ihr müßt mich vermißt haben!"
Guy schaute bittend zu ihr auf. Ec konnte unmöglich verstehen, warum sie nicht zu ihm kam.
„Komm', Olla!" rief er ihr zu.
„Ich kann nicht kommen, Jasper", rief das Mädchen, mit Thränen in den Augen. „Mein armer Freund, ich bin eine Gefangene! Ich kann merre Zimmer nicht verlassen!"
Abir der arme Guy konnte sie nicht verstehen. Er hielt fortwährend die Arme nach ihr ausgebreitet, während sein Gesicht immer bleicher und trauriger wurde. Sein blondes Haar flatterte um seine ernsten edlen Züge; feine schlanke Gestalt bebte.
„Du kommst nicht, Olla?" rief er abermals md kläglicher Stimme, halb hoffnungslos und verzweifelnd.
’ Ehe sich Olla so weit gefaßt halte, um antworten zu können, schrie Krigger:
„Marsch, fort mit Euch, Landstreicher! Wir haben stcengen Befehl, keinen Fremden hier einzu« lassen. Fort mit Euch!"
Tressilian beachtete den Mann gar nicht. Seine Blicke starrten unverwandt nach dem schönen Mädchen auf dem Balkon empor — das ihn mit ihren großen, schwarzen Augen so traurig und mitleidsvoll
anschaute. ,
„Ich warte auf Dich, Olla", rief er kläglich m-t zuckenden Lippen. , , , r
Und er kann nicht verstehen, daß ich nicht zu
ihm kommen kann', jammerte Olla, von furchtbarem Schmerze ersaßt. „Was kann ich thun?"
„Wollt Ihr gehen? ' schrie Krigger noch wilder als zuvor. „Fort, blödsinniger Bettler, oder ich Hetze meine Hunde auf Euch!" '
Olla rang vor Schmerz und Entrüstung des $än,JD, das ist hart", murmelte sie. „Wir kann ich fein Flehen ertragen und der rohen U>rosrfchämt- heit diese» Kriggcr zuseh n? Ec wird es nicht wagen, ihm etwas zu thun." v
Aihemlos und keuchend lehnte sie sich noch weiter gegen den Balkon hinaus und rief Jim Popliy.
Ihr treuer Diener trat ernst und niedergeschlagen auf Tressilian zu, und zog vor seiner jungen Herrin den Hut. .
„Geht mit ihm nach Haufe", befahl das Mge Mädchen. „Macht es ihm begreiflich, daß ich mcht zu ihm kommen kann. Seid freundlich m.t ihm, Poplcy, und jetzt geht!" Aber keine Ueb-rredung, kein sanftes Drängen, keine freundliche Erklärung Pophy'ü konnte Tressilian bewegen, sich von seinem \ Platze zu rühren. Er halte nur einen Geda; ken in
UNS selbst kommen!" _ , , ™ s '
Sie entzog sich sanft Frau Popley's Armen und ging zu dem Kamin, vor welchem sie sich niedersetzte.
Der Vormittag verging ohne Zwischenfell. In der Mitte des Nachmittags, als Olla emsig zeichnend am Fenster faß und Frau Popley neben ihr sich mit einer Näharbeit beschäftigte, drang von der Terrasse ein Lärm wie von einem heftigen Streite ^“öljne Zweifel streiten die Dienfileute mit einander", sagte Olla, ohne von ihrer Arbeit auf« zuschauen.
„Am ist vorsichtig genug, sich Euretwillen von jedem Streite fern zu halten, Fräulein Olla", sagte die alte Frau ruhig. „Die Uebrigen sind im Stande, sich gegenseitig umzubringen. Sie sind gar heißblütig , diese Sicilianer!"
In diesem Augenblick hörte man den großen Hund heftig bellen.
Kaum war das Bellen auf Krigger s Befehl verstummt, als ein anderes Geräusch zu den Gefangenen heraustönte. , , , „
Es war eine traurige, klagende, doch helle und klare Stimme, welche im kläglichen Tone rief:
„Olla! Olla! Olla!"
Das junge Mädchen ließ den Bleistift fallen, sprang auf und eilte an'» Fenster.
Sie riß es auf und flog auf den Balkon hinaus mit glühenden Wangen und fliegendem Athem.
„Jasper!" rief sie. „Jasper, wo seid Ihr?"
Ihr Gehör hatte sie nicht getäuscht. Es war die Stimme Guy Tresstlian's, dir sie bei dem Namen tief, dm sie ihn gelehrt hatte.
Und Gvy stand unten auf der Terrasse fast unter ihren Fenstern und sein bleiches Gesicht war ängstlich suchend empor gerichtet. Ec sah lummer» voll und niedergeschlagen ou», al» ob er sich unbestimmt irgend eines großen Schmerze« bewußt sei.
Ein kleiner sicilianisches Mädchen hielt ihn fest bei der Hand. Den ganzen Morgen hatte Gvy vergeblich auf Olla's Kommen gewartet und war mit jeder verrinnenden Stunde ängstlicher und ruheloser geworden. Er hatte sich geweigert, sein Mittagsmahl einzunehmen und hatte sich bald darauf von dir Hütte fortgeschlichm, offenbar gesonnen, Olla zu suchen.
Er war schon über die Hälfte des Hügels hinab- gestiegm, als Frau Vicini ine Flucht mtdeckce. Sie folgte ihm sogleich und Holts ihn in dem kleinen Dorfe ein, das auf dem halben Wege zwischen ihrer Hütte und der V lla Bella Vista lag; aber all' ihr Zureden, mit ihr umzrkehre.i, war recgeblich. Er hatte nur e'ne Erwiderung auf alle ihre Worte; dm kläglich ausgesprochenen Namm — Olla. Und endlich wurde Frau Vicini's Klugheit von ihrem Mitleid für ibn übermannt.
Ein kleines Dorfmädchen, das den „armen jungen Engländer" nach der Villa führen sollte, war bald ge unden; Frau V'c'mi wollte seine Rückkunft in dem
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