203
Kopf In seins
n seinem Hefen in angstvoller
ie Kurfürst.
M Todestag
rrlin steht ein m Gewoge der andere Monu- iberen von der kjo sie zu stehen jer Sammlung >ht er den Blick f und alle die >r Geschäftigkeit nblick an diesem Kurfürsten. EZ
ja in Berlin linbtr bedeuten- i und Lug' ab« I find seit dem rslag heute das ad seitdem noch rg und Preußen rch ferner große gt. Ruhm und >n dem die Ge« sagm werden, und Nachwelt rahlt von dem
Friedrich Wil- , und aus seine liaterlandssreur- be zurück, gleich sein Standbild Friedrich Wil« chmzollern rioa- Kaiser Wilhelm. , ihre späteren aus durchführen Vater dar beste gefüllten Kriegs« ehr als ein Hal« uf semem Boden iltniffen gelangte d zwar al» ein ;3 bereits gegan« mz anderen Um»
ständen bestieg Friedrich Wilhelm den Thron! Sin Jüngling von 20 Jahren, nimmt er das väterliche Erbs in Besitz, welches der 30jährigs Krieg, der beweinenswerrheste, so je geführt worden, in der furchtbarsten Weise zerrüttet hatte. Städte ohne Bürger, Dörfer ohne Bauern, das verwüstete Land von einer fremdländischen, ungezügelten Soldateska besetzt, ohne Geld, ohne eigene Truppen, so fand er sein Reich vor. Sein eifrigster Bewunderer, Friedrich der Große, sagt von diesem Moment der Thronbesteigung: „Herrscher ohne Besitz, Kurfürst ohne Macht, Bundesgenosse ohne Freunde, begann er die Regierung. Und in dieser trüben Zeit gab er Be« weise einer vollendeten Klugheit und aller derjenigen Tugenden, welche uns würdig machen, Menschen zu regieren."
Was waren aber bas nun für Menschen, zu deren Regiment der unerfahrene Hohenzollem-Jüng- ling berufen ward? Bettler waren es und noch Schlimmeres als das. Es ist geschichtlich erhärtet, daß in der Uckermark die Verhungernden einander selbst anfielen, daß Menschenfleisch gekocht, gebraten und gegeffen wurde. Der Rath von Berlin schrieb dem jugendlichen Herrscher nach Königsberg, wo er sich beim Tobe seines Vaters befand: Auf viele Meilen finde man weder Menschen noch Vieh, ja nichr einmal einen Hund oder eine Katze. Viele hätten sich beeilt, durch Wasser, Strang und Messer ihrem elenden Leben ein Ende zu machen und dennoch würden die Kriegssteuern mit Gewalt beigetrieben. War es da zu verwundern, daß der Kurfürst selbst die Last, die er auf sich nahm, fast unerträglich nannte? Aber wir er ihrer bald Herr geworden, das geht aus einem Bericht hervor, den der bekannte schwedische General Torstrnson im Januar 1645 von Land und Leuten, im kurfürstlichen Gebiet entwarf: „Sintemal selbige in gutem Zustand, also daß nicht allein dis alten Inwohner zu dem Ihrigen sich wieder gefunden, sicher wohnen, den Ackerbau, Handel nnd Wandel sicher fortsetzen, sondern auch anderer Herrschaften Unterthanm sich unter des Kurfürst-» Schutz begeben haben!" Damit vergleiche man den Schmerzensschrei der Stadt Berlin und man wird diese Wandlung der Verhältnisse innerhalb 4 Jcchrm und weiterer Kriegsunruhen als ein Wunder anstaunen müssen. Und dieses Wunder hatte einzig und allein das Genie Friedrich Wilhelms bewirkt. Er hatte in Holland seine Erziehung genossen. Dort hatte er auch gesehm, was ein gut geleitetes Volk trotz Krieg und Roth zu erreichen vermag und er hatte sich dis Dränier zum Muster genommen. Seit 70 Jahren führten die Generalstaaten Krieg mit Spanien, damals dem mächtigsten Land Europas. Die Bewohnerschaft hatte nicht nur mit den Menschen, sondern auch mit den Elementen, dem Meere, einen bitteren Kampf zu führen — und dennoch war Holland von Jahr zu Jahr reicher geworden, blühten Kunst und Wissenschaften immer weiter empor. Aus dem geliebten Holland führte sich Friedrich Wilhelm denn auch die Braut heim.
Er hätte politisch bedeutsamere Ehen eing-hen können. Zunächst hatte ihm 1641 d.r Polmkönig, damals noch sein Lehnsherr über das Herzogthum Preußen, die Tochter zur Frau angetragen. Aber der Kurfürst war höflich mit den Worten ausgewichen: „So lange ich mein Land nicht in Frieden regieren kann, darf ich mich nach keiner anderen Geliebten als dem Degen umsehen!" Dann ward ihm die Königin Christine von Schweden als Gemahlin in Vorschlag gebracht. Aber e$ dar.kie für die Ehre, der „Mann einer Königin zu sein." Er folgte seinem Herzen und am 7. December 1646 vermählte er sich mit Luise Henriette von Oranien, und reiches Eheglück erblühte ihm aus diesem Bande. Nicht die Aufgabe dieser Zeilen kann es sein, die kriegerischen Ruhmes- thaten des großen Herrschers im Weiteren auszu- sühren. Es wäre auch ein überflüssiges Beginnen. Denn jeder deutsche Knabe hat gehört von der dreitägigen Schlacht bei Warschau / wo die Dberlehns- hoheit Polens dahin sank, er weiß von den Kämpfen am Rhein gegen die Heerschaaren des unersättlichen Ludwig XIV. und endlich ist ihm der Name Fehrbellin so geläufig, wie Königgrätz und Sedan. Der großen Menge aber nicht so bekannt sind einige seiner friedlichen Maßnahmen, wie differ weit aus- schauende Fürst Gesetze erlassen wollte, welche erst die allerjüngste Zeit eingeführt hat. So z. B. gedachte er „Gewerbefreiheit" zu geben und nur der Widerspruch des Landes ließ das Gesetz nicht zur That- sache werden. Ebenso hätte er dis Zunftgesetze aufgehoben, wäre seine Zeit nicht dem mit aller Macht entgegengetreten. Doch so viel als er vermochte, durchbrach und lockerte er das engherzige Zunftwesen, indem er durch ausdrückliche Verbote das bisherige Unrecht untersagte, ganzen Klassen von Menschen, z. B. dm Kindern von Schäfern den Zutritt zu den Zünften zu verschließen. Er baute Straßen und Kanäle und ist der Begründer der Staatspost gewesen. Der geschädigte Reichsposthalter, der Fürst" von Thurn und Taxis, erhob zwar bittere Vorwürfe gegen Friedrich Wilhelm, als ob sich dieser durch die Post hätte bereichern wollen. Die Post kostete im Gsgmthsil dem Kurfürsten Geld, er erkannte jedoch, daß sie „zur Wohlfahrt allen Unseren Landen gerichtet" und organisirte sie so vortrefflich, daß sie den anderen Staaten bald zum Muster diente. Zwei Jahrhunderte vor uns schuf er eine Flotte und gründete mit ihrer Hülfe Kolonien. 1884 nahm da» große Deutschland die Kolonialpolit'k wieder auf, welche das kleine Brandenburg im Jahrs 1682 begonnen hatte. Ja I Klingt es nicht wie eine Sage, daß kurbrandenburgische Schiffe im Golf von Mexiko mit spanischen Kriegsschiffen gefochten haben ? Er war auch der erste Fürst, welcher deutsch fühlte, dachte und handelte. Als Karl X. von Schweden in Mecklenburg und Holstein eingefallen war, da erließ der große Kurfürst einen Aufruf: „An den ehrlichen Deutschen!" in welchem es unter Anderem heißt: „Wir sind schier Dienstknecht fremder Nationen geworden. Was sind Rhein, Weser, Elbe, Oderstrom


