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sie sich mir nicht diese einzige auf entlarven. Ich immer und ewig gangenheit."
Sein Gesicht er wieder in die
Anedrich Wilhelm, der große Kurfürst. Em Gedenkblatt zu dessen 200jährigem Todestag am 29. April 1888.
Von Dr. W. Rosen.
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Auf der „Langen Brücke'' in Berlin steht ein gewaltiges Denkmal! Mitten aus dem Gewogs der Weltstadt ragt es empor. Nicht wie andere Monuments erhebt es sich an einem besonderen von der Alltäglichkeit weniger berührten Platz, wo sie zu stehen pflegen, damit man ihnen mit einiger Sammwng entgegentrcten kann. Und dennoch zieht es den Blick mit magischer Gewalt zu sich hinauf und alle d.e Taufende, dis gerade dort in emsiger Geschäftigkeit vorübereilen, sie verharren einen Augenblick an diesem Denkmal, dcm Denkmal des großen Kurfürsten. Es ist das bezeichnend. Denn es giebt ja in Berlin mehr Standbilder, auch von nicht minder bedeuten- den Männern, und dennoch eilt L-rz und Aug ab- qostumpft an ihnen vorüber. Wohl find leit dem Hinscheiden jenes Fürsten, dessen Todestag heute das zweite Säkulum erreicht hat, wohl sind seitdem noch andere Großthaten von Kurbrandenburg und Preußen vsllführt worden, wohl hat Berlin auch ferner große Herrscher in feinen Mauern beherbergt. Ruhm und Ehre ihrem Wirken und Schaffen, von dem die Ge- schlechter nach uns noch singen und fagm werden. Aber alle die Kränze, welche Mit- und Nachwelt ihnen geflochten, sie werden überstrahlt von dem Glanze, der von den Herrscherthaten Friedrich Wil- Helms des großen Kurfürsten ausgeht, und auf seine Regierungszeit blickt der Geist des Vaierlandsfreur» des darum immer wieder mit Vorliebe zurück, gleich unserem Auge, das stets aufs Neue fein Standbild voll Bewunderung betrachtet. Mit Friedrich Wilhelm können überhaupt nur zwei Hohrnzollern riva- listren: Friedrich der Große und Kaiser Wilhelm. : Aber diese beiden Regenten haben ihre späteren Großthaten von einer sicheren Bosi aus durchführen können. Friedrich hatte von feinem Vater das beste europäische Kriegsherr und einen wohlgefüllten Kriegs« schätz geerbt, dazu ein Land, das mehr als em halbes Jahrhundert lang keinen Feind auf femem Boden gesehen hatte. Unter ähnlichen Verhältnissen gelangte Kaiser Wilhelm zur Regierung, und zwar al, ein gereifter, durch die Schule des Lebens bereits gegangener Mann. Doch unter welch' ganz anderen Um»
und seine Seele Verhärtend, tret s Hütte ein, in der sein Freund und Gönner todeswund lag. Der Doktor war eben im - Begriffe, sich zu entfernen, wandte sich jedoch, als er l Lowder eintreten sah, nochmals um.
dem Schreiber aus Palermo.
Der Letztere, der für die Schiffbrüchichen ein | besonderes Interesse gefaßt halte, hatte eine Einladung, über Nacht zu bleiben, angenommen und Lowder erklärte, daß er bei seinem armen Freunve schlafen wolle, und zog sich, nachdem er seinen freundlichen Hausleutm eine gute Nacht gewünscht yatte, in das zweite Zimmer zurück.
Als er eintrat, fand er, daß Guy in ruhigem, tiefen Schlafe lag; er schloß dis Thür; hinter sich, stellte fein L chi auf einen Schrank, bann wartete er, bis er hörte, daß dis Vttlni's und Palestro zu Bette gegangen warm. Hierauf näherte er sich leise dem Bette/ setzte sich bei demselben nieder und starrte das Gesicht des schlafenden Kranken an.
Wie sehr hatten einige Stunden es verändert! Vor drei Stunden war es frisch, froh und leuchtend von Geist und Glückseligkeit gewesen - jetzt war es todtenblaß und hatte selbst im Schlafe einen etgmtbümliÄ kläglichen Ausdruck, welcher verrieth, daß der Verstand gewichen war. Lowder's Lippen bedtm. •
zw Mehren; und Gry kann nicht mehr für mich sorgen — all' das ist vorüber! Es ist gar schön für mich, der ich arm, namenlos und verwaist bin, eine prachtvolle Heimath, eins große Erbschaft und väterliche Liebe zu erlangen. Mein Vater hat Unrecht an mir gethan, warum soll ich drescs Unrecht nicht an Anderen heimsuchen."
Sein Flüstern wurde wild und lerbenschoftuch, als er diese Frage stellte.
„Ich sagte Guy gestern Abend, daß ich keine Familienbande in der Welt hätte", dachte er nach finer unruhigrn Pause und sein Geist veränderte sich. „Ich habe keine Bande, die ich nicht durch- schneiden kann. Aber da ist eins - bsdaucrns- wertbes Mädchen, sie muß glauben, ich sei in diesem Sturme zu Grunde gegangen und es ist gut so, denn ich darf sie nicht die Wahrheit ahnen lassen, damit - -- ■ immer an die Ferse heftet. Nur der Welt wäre im Stande, mich zu muß Hr den Rücken kchrm für — ihr und «einer ganzen Ver-
„Jch werde morgen wieder kommen", sagte er, „Md Ihr könnt Euch darauf verlassen, daß ich mein Möglichstes thun werbe, die Wunde Eures Freundes zu kuriren. Seinen Körper kann ich heilen, seinen Verstand leider nicht —"
„Und ist gar keine Täuschung möglich?"
„Nein. Ich habe derlei zu oft erlebt, um mich noch täuschen zu können, morgen komme ich wieder — guten Abend!"
Lowder war allein mit den Vlcmr's und Palestro,
Er nahm den armen verbundenen Kopf in seine Arme und rief leise:
i Gny I Guy!"
Aber der Kranke rührte sich nicht in seinem tiefen Schlafe und antwortete nicht auf sein angstvolles Flüstern.
(Fortsetzung folgt.)


