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der stolzesten Lady's mochte im stillen bedauern, daß
Herrschaften aus meinem Stommgut im Heveser Comitat begrüßen zu können. Olso habe ich jetzt die Ehre, mich zu empfehlen und bitte ich Sie, mich vorher zu benachrichtigen, wonn Sie bei mir onzu- langen gedenken!"
„All right" sagte der Lord, dem Grafen herzlich die Hände schüttelnd, „üch werde nicht ermangeln, vorher zu schreiben eune telegraphische Depesche!"
„Gonz recht, ganz recht", erwiderte Graf Mikosz, sich vom Lord und dessen Tochter verabschiedend — „telegraphiren Sie nur, Ihre Handschrift werde ich sofort erkennen!"
dafür, daß ohne großen Pausen die weitesten Strecken zurückgelegt werden konnten. Und so kam denn der Lord in Begleitung seiner Tochter, einer Zofe und zweier Diener, wie verabredet im wunderschönen Mai auf dem, dem Grafen Mikosz gehörigen Stammgute Uj Galantha im Heveser Comitat, an. Eine Stunde Wegs etwa vor Uj Galantha hatten die Reisenden indeß noch ein kleines Abenteuer zu bestehen. Auf der Landstraße trafen sie einen Trupp Zigeuner, die bettelnd den Wagen umringten und sich schließlich zum Wahrsagen erboten. Zu Extravaganzen stets geneigt, hielt Lady Eveline ihre schöne schmale Hand einer alten Zigeunerin hin, und mit wichtiger Miene las diese aus den Linien der inneren Handfläche: ,,Du kommst weit, weit her aus fremdem Lande. Du kehrst wieder zurück, aber Dein Herz wird hier bleiben. Derjenige, der es Dir stehlen wird, ist ein auf der Landstraße im Staub Geborener. Aber seine Augen blitzen wie Edelsteine und sein Mund weiß gar schöne Lieder zu singen, von der schönen Königstochter mit dem goldenen Haar und den Korallenlippen."
Hraf Mikosz und Mszta, der Zigeuner.
Humoreske von Trebor.
(Nachdruck verboten.)
Graf Mikosz, Sportsman par excellence, bril-
Lord Fitzgerald, einer der reichsten Edelleute der nordöstlichen Provinzen Norfolk und Lincoln, verbrachte, feit er in den wohlverdienten Wittwerstand getreten, den größten Theil des Jahres auf Reisen. Aber er reiste nicht wie die meisten der übrigen Erdensöhne per Bahn, sondern en grad train in
„Und ist er reich, von dem Ihr mir da erzählt?" „Nein, er ist so arm, daß des gnädigsten Herr Graf Mikosz sein allerletzter Csikos reich gegen ihn ist."
Hnstig zog die schöne Lady ihre Hand zurück und lachte laut auf. „Alte Hexe!" rief sie gleich daranf unwillig und beleidigt in englischer Sprache; — „aber es geschieht mir ganz recht, man soll mit dieser Gattung auch nicht in den geringsten Connex treten. Zigeuner sind keine Menschen. Charli, gebt der Hexe ein Geldstück, obgleich sie's nicht verdient. Sie hat, angeblich wahrsagend, impertinent gelogen." (Fortsetzung folgt.)
der hübsche, steinreiche ungarische Magnat bereits — um mit ihm zu sprechen — „bereits Hand an sich gelegt hatte, in dem er sich vor 2 Jahren am waibliches Wäsen ols Lebbensgefährtinn zugelegt hotte!" Unter andern machte der Graf auch die Bekanntschaft des ebenfalls durch seine Absonderlichkeiten und Excentricitäten gewissermaßen berühmt gewordenen Lords James Fitzgeralt, einer Art Graf Mikosz in's Englische übersetzt. Die Tochter des Lord, the most honorable Lady Eveline, stand in dieser Beziehung ihrem eher papa nicht viel nach. Nun, die junge Dame konnte sich's ja schließlich erlauben. Schönheit und Reichthum und Rang räumen gar manche Rechte ein.
„Graf Mikosz," so wandte sie sich kurz vor dessen Abreise an diesen, „Graf Mikosz, Sie sind der un- galanteste Cavalier des Kontinents. Sie verlassen morgen England, ohne uns auch nur einer Einladung nach Ihrem herrlichen Ungarn gewürdigt zu haben. Ich trinke gern Tokayer, möchte ihn aber gern an der Quelle trinken. Nächsten 2. Mai wollen Sie uns auf Ihrer Stamm-Besitzung als Ihre Gäste betrachten, Herr Graf?"
„Oh, werd' ich betrochten, mit größtem Vergnügen betrochten, kyrem allaszan," erwiederte Graf Mikosz, „wird mir sein eine ganz unbändige Fraide. Ober, wos Quelle onbelongt, verehrte Miss--"
„Lady — Herr Graf, Lady!"
„Nein laider nicht mehr ledig. Olfo wos Quelle onbelongt, verehrte Miss, so ist dos ein Missverständnis, Tokayer kommt nicht aus Quelle, sondern wird, I mit Nespect zu sogen, ganz so gepresst wie andere | Wein! Olso, wie schon gesagt wird mir aine kam- j balische Ehre fein, im nächsten Johr die hochgeehrten ’
Nedaction: A. Sch-yda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.
mit seinem Feinde, den er zu fürchten hat, zu entgehen. Nun bin ich der Geprellte, ich!"
Er stampfte wie ein Wahnsinniger mit beiden Füßen und schwor die schrecklichsten Eide, den Schuft einzusangen und hinter Schloß und Riegel zu bringen, bis endlich der alte Verstand die Oberherrschaft gewann und neue Pläne, neue Berechnungen ihm die gewohnte angenehme Ruhe und Ueberlegung zurückgabm.
(Fortsetzung folgt.)
lirte mit feinen Pferden insbesondere beim großen I einem nach seinen Angaben gebauten, höchst luxuriös Derby-Rennen 187* in England. Trotz seiner oder | ausgestatteten Neiseomnibus, der nach Art unserer vielleicht gerade wegen seiner ihm angeborenen Ur- | heutigen Schlafwaggons eingerichtet war !)wölf wüchstgkeit in allem feinem Thun und Lassen lenkte i prächtige Rappen, welche dem Marstall eines Poten- er die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich, und manche taten alle Ehre gemacht hätten, sorgten abwechselnd


