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verschlafen, wie Thorsen, der plötzlich sehr schläfrig। zu werden schien, gähnend sagte.

So drückten sie sich in die entgegengesetzten Ecken und schloffen die Augen. Schon nach kaum 10 Mi­nuten schnarchte Thorsen wie eine Säge, während Walter, der mit allen Sinnen horchte, sich geräusch­los zu ihm hinschob, und sich über ihn beugte. Er strich ein Zündhölzchen an und leuchtete ihm in's Gesicht.

Der wird so leicht nicht zu erwecken sein", dachte er triumphirend, setzte sich wieder in seine Ecke und starrte in die Nacht hinaus.

Die Zeit verging, nur bei einzelnen Stationen wenige Minuten anhaltend, brauste der Zug vor- wärts bis Berlin. Einen raschen Blick auf Thorsen werfend, der noch immer in seiner Ecke schnarchte, verließ Walter rasch das Coups, welches sie ganz allein behalten und drängte sich durch die Menge.

In der Halle stand ein Zug zur Abfahrt fertig, er fragte einen Beamten, wohin derselbe ginge?

Nach Dresden I"

Walter war mit einem Satz am Billet-Schalter, wo er mit knapper Mühe noch das Gewünschte er­hielt und seine alte Rolle vergeffend, sich mit jugend­lichem Ungestüm einen Weg durch die Menge bahnte, um einen Coupsplatz dritter Klasse sich zu erobern. Den Schaffner, der ihn zurückwies, da der Zug sich schon in Bewegung setzte, besiegte er durch einen in die Hand gedrückten Thaler, und so diriglrte dieser ihn in ein wenig besetztes Coups, wo er sich zu seiner Genugthuung noch in eine dunkle Ecke drücken, die Pelzmütze über die Augen ziehen und sich feinem Nachdenken überlassen konnte.

Mittlerweile schlief unser Detectiv noch immer in seiner Coups Ecke den Schlaf des Gerechten, da ihn kein Thürenschlag, kein Pfeifen und Brausen, kem Lärm zu wecken vermochte. Er schlief fest wie ein Todter, während fein Freund John Walter, für den er so viel gewagt, auf den Flügeln des Dampfes sich Meile auf Meile von ihm entfernte.

Heda, Männl kommt heraus", schrie ihn ein Schaffner, welcher die Wagen revidirte, barsch an, wobei er ihn ziemlich unsanft emporzuziehen suchte.

Daß Dich die Katze beißt, Kerl!" schalt der Schaffner,bist Du tobt? Nein, er schnarcht wie eine Dampfsäge, also betrunken? Wach' auf, Du Schwerenöther!"

Thorsen brummte etwas Unverständliches im Schlafe und schnarchte weiter. Es half nichts, der Mann war nicht zu erwecken, es mußten ihn einige Arbeiter aus dem Coups schaffenunb in's Warte­zimmer dritter Klaffe tragen, wo sie ihn, da er ein anständiges Aeußere besaß, auf eine Bank legten und fortschlafen ließen.

Thorsen schlief die ganze Nacht hindurch und erst am Morgen, als man seinen Kopf mit kaltem Waffer begoß, öffnete er schlaftrunken die Augen.

Laßt die Dummheiten, Walter!" brummte er mürrisch, sprang aber plötzlich, als man die Waffer- kur so beharrlich fortsetzte, mit einer energischen

Anstrengung und einem kräftigen Fluche auf die Füße und starrte die Umstehenden finster-drohend an.

Was soll das bedeuten?" knirschte er zornig.

Na, Männeken, trinken Sie nur erst mal die Taffe schwarzen Kaffee", beruhigte ihn der Wirth grmüthlich lächelnd,haben gestern wohl zu gut zur Nacht gespeist, schwere Weine getrunken rc., dann kommt der Todtenschlaf, der Alp hintendrein."

Thorsen schüttelte verständnißlos den Kopf, der ihm wirklich wie eins schwere Kugel erschien. Er trank den Kaffee und versuchte es, nachzudenken.

Ah", machte er erschreckt, wobei sein Blick in dem Wartezimmer umherirrte,wo ist mein Beglei­ter? Was ist denn eigentlich mit mir vorge­gangen? Und und bin ich denn in Berlin?"

,Ja freilich, Anhalter Bahnhof, Berlin, junger Mann! Was mit Ihnen vorgegangen ist, wollen Sie wiffen? Na, geschlafen haben Sie wie eins Ratte, daß der Schaffner Sie nicht hat aufwecken können, sondern Sie durch Arbeiter hierher hat schaffen laffen müssen, wo Sie die ganze Nacht poli­zeiwidrig geschnarcht haben; und hätten wir Sie jetzt nicht in dis kalte Wasserkur genommen, dann wären Sie bis Abend nicht aufgewacht rc., junger Mann!"

Und keenen Begleiter haben Sie gehabt", er­klärte der Kellner zum Schluß,nur die Arbeiter, die von Ihrer Freundschaft ein janz Heenes Drink­geld erwarten."

Thorsen sank wieder mechanisch auf die Bank zurück und legte die Hand über die Augen. Dann forderte er plötzlich mit fester Stimme noch eine Tasse schwarzen Kaffee, zog einen Thaler hervor und ersuchte den Wirth, sich davon bezahlt zu machen.

Als er Miene machte, noch einige Münzen für die Arbeiter auf den Tisch zu legen, wehrte der Wirth ab und meinte, das sei von dem Thaler übrig, worauf Tho-sen seine Toilette in Ordnung brachte und sich rasch entfernte.

Er mußte um jeden Preis allein sein, da seine Gedanken sich noch wie in einem Wirbelwind befan­den, und dem festen Willen nicht pariren wollten. Er beflieg einen Pferdebahn-Wagen und gelangte endlich noch dem Thiergarten, wo er allein war, fast ganz allein und unbeachtet, da das unfreundliche Wetter nur wenige abgehärtete Spaziergänger her­ausgelockt hatte.

Den Kopf gesenkt, die Hände auf den Rücken gelegt, schritt Thorsen durch die nassen Waldwege. Sein Kopf wurde nach und nach klar, die dumpfe Schwere, welche wie Blei ihm im Gehirn lag, wich durch die Einwirkung der kalten, feuchten Luft und seine Gedanken ordneten sich mit gewohnter logischer Schärfe. Plötzlich blieb er stehen und schlug sich ingrimmig vor die Stirn.

Narr, der ich war!" zischte er halblaut zwischen den Zähnen,diesem Hallunken zu vertrauen und meine offenen Karten zu zeigen, ihn nur einen Augen­blick allein zu laffen. Es ist klar, daß er mir einen Schlaftrunk in den Wein gemischt, um der Begegnung