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Dunkel!

Erzählung von Friedrich Friedrich.

(Fortsetzung.)

Nur kurze Zeit gönnte sich Körber für diese Ge­danken, dann eilte er zurück zu Pcell» Hause. Er wollte wissen, ob der Doktor ihm gefolgt war.

Mit host'gcn Schritten kehrte er zum Thors zurück. Er sah Prells Zimmer erleuchtet, einen Schatten sich langsam, regelmäßig hin und her be­wegen. Der Doktor schritt auf und ab. Ueber- legte er, was er beginnen sollte? War er mit fich selbst nicht einig? Konnte er zu keinem Entschluss? gelangen?

An einem Baum gelehnt, fest in seinen Mantel gewickelt, blieb der Commissär stehen. Er hotte eins schwer zu besiegende Geduld und unaussprechliche Ausdauer, wenn er einmal ein Ziel verfolgte. Sein Auge war auf des Doktors erhelltes Zimmer gs- rtchrtt er empfand nichts von der Kälte und Rauheit bet Nacht.

Endlich es war bereits spät verlöschte das Licht in Prells Zimmer. Körber lauschte mit angehaltenem Arhem. Hatte sich der Doktor endlich zur Ruhs gelegt, oder verließ er da» Hau«. Es blieb Alles still.

Auch Körber kehrte nach kurzer Zeit in feine Wohnung zurück.

Zeitig am folgenden Morgen hatts er sich angs- kleidet. Zu Hellmanns Mutter wollte er gehen. Mit Ungeduld sah er den Erklärungen Paula«, weshalb sie ihrem Vormund entsprungen war, entgegen. Der Gedanke verließ ihn nicht, daß dieser Vorfall mit der Ermordung Bergers in irgend einem Zusammen- hange stehe. Er wußte selbst nicht, wie er ihm ge­kommen war.

Schon hatte er dm Hut erfaßt, um zu gehen, da pochte es an die Thür.

Herein!" rief er, unwillig über die Störung.

Die Thür wurde geöffnet, Ptll trat ein.

Herr Doktor!" rief Körber unwillkürlich über­rascht. Ihn hatte er am wenigsten erwartet.

Des Doktors Gesicht war bleich. Es zeugte von einer schlaflos durchwachten Nacht, von gewaltigen Aufregungen. Jetzt schienen dieselben freilich ge­schwunden zu sein, denn sein Gesicht war ruhig, selbst der Glanz seiner Augen war matter geworden.

Herr Polizei -Commissär", sprach P:ell mit leichterem und unbefangenerem Tone, als Körber er­wartet hatte.Sie wundern fich, baß ich zu Ihnen komme. Ich würde Sie gestern Abrnd noch ausge­sucht haben, wenn es nicht zu spät gewesen wäre. E» trieb mich, eine Verständigung mit Ihnen her- beizusühren über den Auftritt, dessen Zeuge Sie waren und den Sie nur zu leicht falsch auffaffrn können."

Ich habe mir noch keine feste Meinung darüber gebildet", erwiderte Körber, indem er den Doktor

z.m Sitzen nöthigte.Ich habe den ganzen Auftritt nicht begriffen."

Prell ließ seinen Blick prüfend, forschend über ihn hingleiten. Sollte er P rula nicht gefragt sollte sie ihm nicht Alles gestanden haben?

Körbers Gesicht verrieth nicht das Geringste.

Sie haben mich gestern Abend in großer Auf­regung gesehen", fuhr Prell fort.Da» Mädchen hatte mir den Kopf warm gemacht mich heftig erzürnt auch gegen Sie, Herr Commissär, bin ich zu schroff aufgetreten. Man vergißt sich in solchen Augenblicken gar zu leicht."

Es freut mH, daß Sie dies selbst eingestehen", entgegnete Körber.Sie werden mir nun auch ein­räumen, daß ich nicht anders handeln konnte, als ich gehandelt habe."

Ich gebe es zu", sprach P<ell, allein man hörte es ihm an, daß er nicht seine Ueberzrugung aus­sprach.Ohne Jörr Dazwischenkunft freilich würde sich Paula bald zufrieden gest'll; haben, sie war nur aufgeregt Eigensinn Trotz! Wohin haben Sie das Mädchen gebracht, Herr Commiflär?"

Das kann ich Ihnen noch nicht sagen, ehe ich nicht weiß, weshalb es meinen Schutz angerufen hat", gab Körber zur Antwort.

Wie!" rief Prell,Sie wollen mir, dem Vor­munde Paulas, deren Aufenthalt verheimlichen?"

Nicht verheimlichen, Herr Doktor!" erwiderte Körber mit ernstem Nachdruck.Vor der Hand glaube ich noch nicht verpflichtet zu fein, Ihnen hierüber Rechenschaft zu geben!"

In des Doktors Auge zuckte es auf. Sein lei- denschaftlicher Sinn schien wieder hervorbrechen zu wollen er beherrschte sich mit voller Kraft.

Was haben Sie vor, Herr Commissär?" fragte er.Cie scheinen dem Auftritte von gestern Abend eine Bedeutung beizulegen, die ihm nicht zukommt. Ich war heftig gegen Paula vielleicht zu heftig allein ich habe ihr nicht da» geringste Leid zuge. fügt Sie lief in den Garten ich folgte ihr, um sie zurüchucufen sie konnte sich erkälten da» war Alle»!"

Audiatur et altera pars, H-rr Dokor", warf Köcher ein.

Sie glauben meinen Worten nicht?" fuhr Prell auf.

Herr Doktor, wenn Sie Jurist mären, würden Sie in weinen Worten nicht die geringste Beleidi- gung finden!" entgegnete Körber.Ich handle nach meiner Pflicht!"

Prell schwieg. Man sah ihm au, daß er mit fich selbst kämpfte. Er schien noch uneinig zu sein, war er beginnen sollte.

Herr Commissär", sprach er endlich,mir kön­nen sehr wenig Unannehmlichkeiten daraus erwachsen, wenn der Austritt von gestern Abend in der Stadt bekannt wird allein Paula möchte ich schonen ich muß e», denn ich bin ja ihr Vormund."

Auch darüber beruhigen Sie sich!" gab Körber zur Antwort.Ich werde darüber schweigen, wenn