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lassen. Jetzt herrscht große Unklarheit in meinem Innern. Lu thätest bester, Guy, nach Ardleigh zu gehen und dem Advokaten zu sagen, daß ich das Geschäft heute nicht abschließen kann. Du kannst ihm die Ursache aufklären, wenn er Dir Verschwiegenheit verspricht. Inzwischen will ich das Vorgefallene näher untersuchen."
Froh, aus der Gesellschaft des Baronets fortzu- kommen, entfernte sich Lowder, um fein Pferd satteln zu lasten und sich zu dem Ritte anzukleiden. Etwa 20 Minuten später verließ er das Schloß, um seinen Auftrag zu vollziehen.
Er war kaum hinter dem Parkgitter verschwur- den und Sir Arthur war in tiefes Nachdenken über dieses unangenehme Ereigniß versunken, als schüchtern an die Bibliothekthüre geklopft wurde und Creffy, Blanche's Dienerin, in das Gemach eintrat. *
„Ich bitte sehr, Sir Arthur", sagte sie etwas verlegen, „Fräulein Blanche möchte Such gerne sogleich in ihrem Zimmer sprechen!"
Sir Arihm's Verlust war auf der Stelle vergessen. „Ist — ist sie krank?" fragte er erbleichend.
„Nein, sie fühlt sich nur etwas unwohl, Sir Arthur, sie beauftragte mich, Euch zu sagen, daß sie Euch eine wichtige Mittheilung machen wolle."
„Ich will sogleich zu ihr gehen", erklärte der Baronet.
Grifft) entfernte sich und Sir Arthur verschloß rasch seine Kasse und verließ die Bibliothek, um sich zu Blanche zu begeben.
Die Gemächer der jungen Erbin bestanden aus einer stattlichen Zimmerreihe im zweiten Stocke und gingen nach der Wiese und dem Flusse hinaus. Sir' Arthur klopfte an und Blanche's Stimme, saust und leise und so traurig, daß es ihn seltsam durchzuckte, bat ihn etnzutreten.
iFortsetzung folgt.)
Irinz Keimich und der russische Deserteur.
Von Robert von Hagen.
(Schluß.)
Im März 1884 kehrte Prinz Heinrich, von seiner zweiten Reise auf der „Olga" nach der Heimat!) zurück und wurde von seinem Vater und denr älteren Bruder in Kiel festlich empfangen.
Geraume Zeit darauf meldete sich bei seinem militärischen Begleiter, dem Corvetteneapitain Freiherrn von Seckendorff ein robuster wettergebräunter Mann. „Er sei von Hamburg 'rüber gekommen, woselbst er an der Schiffswerft beschäftigt sei, — um des Prinzen königliche Hoheit um eine Audienz zu ersuchen!"
Vielleicht wäre diese so ohne Weiteres verlangte Audienz auch nicht so ohne Weiteres erhalten worden, wenn nicht zufällig zu selber Zeit Prinz Heinrich seinen herzlich verehrten Freiherrn und Lehrer aufzusuchen gekommen wäre. Er hörte von dem Verlangen des Mannes und fragte um fein Begehr.
„Was haben Sie mir vorzutragen?"
„Königliche Hoheit," sagte der Mann mit fester Stimme, „ich melde mich gehorsamst als — Deserteur!"
„Welcher Truppengattung, welchem Regiment gehören Sie an?"
„Königliche Hoheit, ich gehöre der russischen Armee an, und zwar —"
„Dann melden Sie sich an falscher Stelle; begeben Sie sich zum russischen Consul!"
„Eure Königliche Hoheit, ich glaubte mich an meinen einzigen directen Vorgesetzten, den ich auf deutschem Boden kenne, — wenden zu müssen."
„Ah, — also, Sie gehören wahrscheinlich dem russischen Husaren-Regiment „Jsum" Nr. 11 an?"
„Zu Befehl Eure Königliche Hoheit, ich gehörte diesem Regiment, welches das Glück besitzt, Hoheit in der Rangliste als „Rittmeister ä la suite", führen zu dürfen, an. Und ich bitte Euere Königliche Hoheit, mich der Gnade theilhaftig werden zu lasten, daß ich ungehindert nach Rußland, nach meiner Heimath Kurland zurückkehren darf, meiner armen alten Mutter, welche bei Mitau lebt, die Augen zuzudrücken. Ich habe Nachricht erhalten, daß sie sterbenskrank sei."
„Fahnenflucht ist ein schmähliges Verbrechen? Warum seid Ihr desertirt?"
„Königliche Hoheit, — weil, — weil ich nicht entehrt sein wollte."
Und nun erzählte, auf Befragen des Prinzen, der ehemalige Unteroffizier des 11. russischen Husaren- Regiments seine poesielose Tragödie.
„Peter F . . . sagte der Prinz hierauf mit ernster aber wohlwollender Stimme, — ich werde in Anbetracht Eures kindlich herzlichen Wunsches, Euere alte Mutter noch einmal sehen zu können, mein Möglichstes thun, Euch freies Geleit zu verschaffen und Nachsicht der drohenden Strafe zir erwirken."
Diese kleine Erzählung würde durch jegliche, Ausschmückung in ihrer Authentizität verlegt werden und den weiteren Verlauf derselben zu erzählen und zu verfolgen, würde gegen das ABE der Discre- tion verstoßen. Sie endet daher schlicht und einfach mit dem Anhang, daß Peter F.......unbe
helligt, obzwar seines guten Mütterleins bar, doch eines echt ostpreußischen Weibleins froh, heute als Schloßverwalter in Diensten bei der Familie seines früheren Escadronchefs, des Baron Suroff, steht.
Und — das hat unser Prinz Heinrich, „ä la suite“ gethan.
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Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.


