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sonderbar. Ich ng", sagte Giu- i unruhig fwn* it zu gestehen, geschehen kann,
Iber wir könnten ihn nicht hier behalten, hier, s wo so viele Leu'e kommen und gehen", sagte der Schreiber unruhig. „Es steigen viele Engländer bei uns ab und bringen oft Tage und ganze Wochen hier zu, weil es hier billiger und Bequemer ist, als in Neapel in den großen Gasthöfen. Der Engländer könnte gesehen — erkannt werden."
„Ganz richtig, und dann würden wir ihn verlieren und mit ihm unser Einkommen. Aber ich fühle mich nicht sicher, so lange er in Sieilien ist. Ec sollt« uns näher sein, irgendwo zwischen den Bergen gut aufgehoben. Ich weiß ein sicheres Ver- steck für ihn
„Bei dem rothm Carvelli?"
Giuditta schaute sich ängstlich um.
„Stille", flüsterte sie. „Sprich diesen Namen hier nicht aus. Niemand weiß, daß ich mit meinem Bruder verkehre; die Leute glauben, daß ich den roihen Carvelli seiner Verbrechen halber verstoßen habe und daß er nie hierher kommt. Ja — wenn sie wüßten I"
„Ha, wen« sie wüßten", wiederholte Palestro finster. „Es fließt manches Goldstück aus den Händen des rothea Carvelli in unsere Börse. Und Niemand argwohnt, daß wir ihn auf die Spur der Reisenden bringen."
„Stille! Stille!" rief Giuditta. „Die Bäume s-lbst könnten das Geheimniß verratheu! Aber wegen dieses Engländers! Du solltest nach Sieilien gehen und ihn fortnehmen."
„Wie kann ich? Er wurde von seinem schurkischen Bruder in der Obhut dir Vicini's zurückge- l affen. Theresa wird ihn nicht von sich geben. Sie hat ihn lieb und wird für ihr« Aussicht gut bezahlt."
„Dann raube ihr ihn", sagte Giuditta. „Dort ist unser Schatz nicht in Sicherheit. Er kann ge- sehen werden. Er kann fortgehen und sich verirren. Irgendwer kann sich feiner erbarmen. Er muß hier- her gebracht werden. Du könntest ein Schiff miethen und den Unglücklichen, wenn er zwischen den Felsen umherwandert, entführen. Theresa und Tomaso wer en glauben, er sei ertrunken. Ich will es unternehmen, ein Versteck für ihn aufzufinden."
Palestro, welcher innerlich gleichfalls fürchtete, daß die Sicherheit seines Schützlings bedroht sei, sprach seine Bereitwilligkeit aus, nach Sieilien zu gehen und Tr-ssilian von seinen Beschützern entführen zu wollen. Dann ließ sich das Paar in eine lebhafte Brrathung ein. Inmitten derselben bemerkten sie da Nahen eines Wagens.
„Da kommt sichet", sagte Giuditta, demselben entgegenschauend, „irgend ein Reisender, der billig wohnen will, während er Neapel und den Vulkan besichtigt."
Als sie aber bei dem Näher kommen der Wagens eine Dam« darinnen bemerkte, trat sie nach ihrer Gewohnheit mit freundlich grüßendem Lächeln näher. Auch Palestro näherte sich den Gästen.
Wie der Leser weiß, waren die Ankömmlinge Olla, ®uy Tresstlian und die beiden Popley'«.
Jim Popüy sprang zuerst heraus und reichte Fräulein Rymple feine Hand. Das junge Mädchen hüpfte leichtfüßig heraus, Frau Popley folgte. Zuletzt kam Tresstlian.
Bei feinem Anblick stieß Palestro einen Schrei der Bestürzung aus. Er erkannte den jungen Mann auf den ersten Blick und fürchtend, daß seine Bestürzung über Guy's plötzliches Erscheinen auffallen könne, entfloh der Schreiber in's Haus, in ein für Damen bereitgehaltenes Empfangszimmer.
„Wir werden für die Nacht Zimmer brauchen, Signora", sagte Olla. „Wir haben Euern Gasthof der Ruhe halber aufgesucht und werden unsere Reise morgen fortsetzen."
„Ja, Mylady", sagte Giuditta, sofort bemerkend, daß die junge Dame reich und nobel sei.
Guy's Aussehen verwirrte sie ein wenig, als er seine großen, blauen, melancholischen Augen auf sie heftete; aber sie schloß, daß er krank gewesen sei und daß er entweder der Bruder ober der Geliebte der schönen jungen Dame wäre.
„Wir werden drei bis vier Zimmer nebeneinander brauchen", sagte Olla in ihrem festen, entschiedenen Tone. „Ein Empfangszimmer und zwei oder drei Schlafzimmer. Meine Dienerin", und sie deutete auf Frau Popley, „wird mein Zimmer mit mit theilen."
„Ja, Mylady!" sagte Giuditta geschäftig. „Ich habe gerade solche Zimmer, wie Ihr sie braucht. Dieselben sind in Betkitschaft, Signora — soll ich Euch hiniinsühren?"
Olla bejahte und Giuditta führte die Reisenden über eine Treppe in den zweiten Stock hinauf und in die erwähnte Zimmetteihe hireiu.
Wie die meisten Gosthofrzimmer waten sie mit einander verbunden und sehr nett und rein; das ungemein freundliche Wohnzimmer hatte die Aussicht nach der Wiese und der Landstraße. Olla drückte ihre Zufriedenheit mit den Zimmern aus und ordnete an, so bald als möglich ein Abendbrod bereit zu machen.
„Die Seeluft macht Appetit", fügte sie, Hut und Mantel ablegend, während Jim Popley Tresstlian in ein Nebenzimmer führte.
„Die Signora kommt also von einer Seereise?" fragte die pfiffige Wirthin.
„Ja", war die kurze Antwort. „Meine Dienet werden unten essen, während ich und mein Freund unser Abendbrod hier nehmen wollen. Bringt uns auch eine Flasche Laeriwae Christi. Sonst brauchen wir nichts."
Sie entließ die Wirthin mit einer höflichen Verbeugung. Grudiita verstand den Wir k und entfernte sich, Erst als sie schon in der Küche unten war, fiel es ipr ein, daß sie nicht nach dem Namen ihrer sonderbaren Gäste gefragt hatte.
„Ich will es thun, wenn ich das Essen hinauf- Irage", murmelte sic. „Ich bin neugi-rig, ob sie nicht länger bleiben werben, als bis morgen. Werden sie nicht den Vesuv, Pompeji oder sonst eine


