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Sobald ich Fräulein Braun in Sicherheit weiß!" entgegnete Körber.

Ha! Sie werden mich zwingen, von meinem Rechte Gebrauch zu machen und Sie hinaus zu werfen!" rief Prell, dessen Fassung mehr und mehr schwand. Er trat drohend vor Körber hin, der indeß nicht einen Zoll breit zurück wich und ruhig mahnend erwiderte:, Keine Ueberetlung, Herr Doktor!"

Prell beherrschte sich, allein man hörte, wie er vor Erbitterung und Aufregung die Zähne aufeinan- der preßte.

Ich bin Paulas Vormund", sprach er.Ich verlange, daß Du mir folgst!"

Immer noch hielt Paula Körbers Arm fest. Sie war ihrer Sinne kaum mächtig. Der Gedanke, mit dem Doktor zu gehen, dessen Leidenschaftlichkeit sie kennen gelernt hatte, dessen Blick sie erzittern machte, erfüllte sie mit namenloser Angst.

Nein nein ich kann es nicht!"^rief sie mit gepreßter Stimme.

Ich befehle es Dir! Geh' zurück in das Haus!" rief Prell laut.

Fräulein Sie stehen unter meinem Schutze ich werde Sie führen, wohin Sie wünschen!"

Sie wagen er, mir hier zu trotzen!" unterbrach ihn der Doktor.Kein Wort mehr, Herr Commissär!"

Ich wage nichts ich komme nur meiner Pflicht nach", entgegnete Körber kaltblütig.

In leichtem Kleide hatte Paula dar Haus ver­lassen. Es war ein kalter, rauher Abend. Körber nahm den Mantel ab, in den er sich gehüllt hatte, und hing ihn Paula um, die es willenlos ge­schehen ließ.

Kommen Sie, Fräulein', sprach er.Ich werde Sie begleiten."

Nicht dorthin nicht in das Haus!" rief Paula.

Ich führe Sie, wohin Sie es wünschen, kom­men Sie!"

Ohne den Doktor weiter eine» Blickes zu wür­digen, erfaßte Körber Paular Arm, um sie mit sich zu führen.

Schweigend hatte Prell einige Minuten dagestan­den, und des Commissär» Vorhaben mit finsterem Blicke zugesehen.

Halt!" rief er jetzt, entschlossen vor ihn hin­tretend.Keinen Schritt weiter! Paula geht mit mir!" "

Der Abend war nicht so dunkel, daß Körber nicht das zornige Glühen seiner Augen bemerkt hätte, allein er war zu ost in ähnlichen Lagen gewesen, und kannte keine Furcht. Seine Ruhe verließ ihn in solchen Augenblicken am wenigsten und b.'wähcte stets ihr Uebergewicht.

Sie geht mit mir!" entgegnete er ruhig und fest.Weshalb sie meiner Schutzes bedarf, Herr Doktor, das wird sich ja ausklären, und -darüber werde ich Rechenschaft von Ihnen verlangen!"

Mit festem Schritt ging er weiter und zog Paula mit sich.

Prell ließ er geschehen. Unschlüssig stand er da. Sollte er ihnen nacheilen, sollte er sie mit Gewalt zurückhalten, sollte er--die Kraft des so festen,

besonnenen, kalten Mannes war gebrochen er lachte laut und wild auf er fuhr mit der Hand über die Stirn in die Luft er rang nach Athem und ohnmächtig sank er nieder.

Mit schnellem Schritte hatte Körber Paula aus dem Park, aus dem Besitzthum des Doktors geführt; bis dahin hatte die Angst sie aufrecht erhalten, jetzt schwand die Kraft. Sie brach in ein heftiges Schluchzen aus. Vergebens suchte Körber sie zu beruhigen, sie war nicht im Stande, sich zu fassen.

Er mochte nicht in sie dringen, um die Ursache, weshalb sie vor dem Dokior geflohen, zu erfahren» jetzt zum wenigsten nicht. Nur die Frage richtete er an sie, wohin er sie geleiten solle.

Ich weiß es nicht", erwiderte Paula schluch­zend." Ich habe Niemand!"

So vertrauen Sie sich mir an", sprach Körber, ich werde Sie an einen Ort bringen, wo Sie eben so sicher sind, als Sir freundlich ausgenommen werden."

Wohin wohin?" rief Paula.

Körber nannte ihr den Namen von Hellmanns Mutter.

Nein nicht zu ihr!" rief Paula und stand zögernd still.

Körber begriff die Weigerung de» Mädchens.

Fräulein", sprach er,Hellmann ist nicht der Mörder Bergers! Hier meine Hand zum Ehren- pfande, daß ich die Wahrheit spreche! er ist es nicht, wenn er auch deshalb im Gefängniß sitzt. Haben Sie Vertrauen zu mir es muß sich ja bald Alles ausklären. Hellmann ist unschuldig; Sir können dreist bei seiner Mutter Zuflucht suchen. Kommen Sie Sie haben ja mein Ehrenwort als Pfand!"

Einen Augenblick zögerte Paula noch dann folgte sie entschlossen.

Mit wenigen Worten klärte Körber seine Braut und deren Mutter, als er Paula zu ihnen brachte, über dar Vorgefallene auf. Beide boten der Hilf­losen bereitwillig ihren Schutz an. Nur bi» hierher hatten Paulas Kräfte ausgereicht. Zusammrnge- brochen saß sie da und starrte schweigend, ohne Thräne, theilnahmlos gegen Aller, war um sie her vorging, auf den Boden. Sie bedurfte der Ruhe und willenlos wie ein Kind ließ sie sich von Anna und deren Mutter zur Ruhe bringen.

Dringt mit keiner Frage in sie", bat Körber seine Braut leise,forscht nicht nach dem Vorgr- fallenrn, sie bedarf der Ruhe laßt sie allein morgen wird sich Aller aufkiären!"

Er verließ dar Haus.

Wie ein Traum erschien ihm dieser Vorfall. Was konnte er enthüllen, wohin führen? Vergebens suchte er die ganze Tragweite desselben in Gedanken zu erfassen. Was hatte Prell mit dem Mädchen im Sinne gehabt? Weshalb dessen Angst und entschiedene