608

Weigerung, in des Doktors Haus zurückzukehren? | Täuschte ihn seine Ahnung nicht?

Nicht der Zufall, nicht die Absicht, mit Prell zu sprechen, hatte ihn in dessen Park geführt. Er hatte ihm nicht die Wahrheit gesagt er durfte sie ihm nicht sagen. Schon mehrere Abende hatte er in dem Parke zugebracht, um Prell zu beobachten. Dies hatte er allerdings nicht erwartet. Seine Bemühun­gen waren nicht erfolglos geblieben.'

(Fortsetzung folgt.)

Aas Lied vom Scheuerfest.

(Frei nach bekanntem Vorbilde.) (Schluß.)

Und der Vater mit trübem Blick Macht sich ebenfalls aus dem Staube, Weicht vor den finstern Mächten zurück, Denen geworden sein Heim zum Raube, Greift zum Paletot und zum Hut, Holet zu seines Leibes Schaden Nasse Füße sich in der Fluth, Die auf der Treppe rinnt in Kaskaden, Fällt an der Thüre über Geschirr Und denScheuerwisch" auf der Nase, Höret noch oben ein Geklirr Von der Lampe fallendem Glase;

Bis in's tiefste Portemonnaie Kann er die schreckliche Ahnung spüren: An den Kosten des Festes, o,weh, Muß der Arme partizipiren!!--

So lauten sie, die Klagelieder, Die nach des Scheuerfestes Schluß, Wenn Alles kam zur Ruhe wieder, Von dem Gemahl ich hören muß. Dann ist's der guten Hausfrau Sache, Daß sie auch künftig standhaft bleibt, Und klar dem Ehebären mache, X Wie gern er manchmal- übertreibt! Möbel giebt's zuputzen" viele, Hurtig, gönnt Euch keine Ruh', Glänzen müssen Tisch und Stühle, Leinöl nimmt und Sprit dazu!

Liese, Anna., ihr

Putzt das Messiug mir, Glockenzug und Ofenklappen Mit dem Pulver und dem Lappen. Wohlthätig ist's beim Umzug traun, Kommt man in's Haus, wo brave Fr au'n Gewaltet mit geschäftiger Hand, Gehalten Alles gut im Stand, Daß, zieht der neue Miet her ein, Die Wohnung winkt ihmbesenrein".

Manches Weib,, o, der Blamage Scheut sich vor des Wasser's Schwall, So daß ihre Wohn-Etage

Gleicht gewisser Thierlein Stall! Wohl mag so ein Weib

Mit kostbaren Roben Behängen den Leib, Man wird sie nicht loben; Sie mag sich verstecke n Sie ist nichts nutz. Bei ihr in den Ecken Starrt Alles von Schmutz! Der Staub liegt umher, Auf dem Sekretär, Auf dem Bücherbort, Auf dem Piano fort.

Die Kinder, die armen, Es ist zum Erbarmen, Müßen groß und klein Wie Schmutzfinken sein!

Da wird ihrem Manne zuwider das Haus, Ein ordentlich Mädchen hält's nicht bei ihr aus.

Und das Vehmgericht Ihm entgeht sie nicht Das am Kaffeetisch tagt, Da wird sie verklagt, Da wird sie gerichtet, Ihr Ruf vernichtet: >>». Sie hält nicht rein Wie mag sonst sie sein?

Nun das denkt man sich schon, Eine solche Person, Ueber kurz oder lang.

Da ist mir nicht bang, Wird man entdecken Ein Ende mit Schrecken

Denn die Frau, keinen rothen Deut ist sie werth. Die nicht scheuert und reinhült, wie sichs gehört!" Freudig kau., ich um mich schauen, Da hernieder sinkt die Nacht, Denn das groß»'-Werk der Frauen, Glücklich haben wir's vollbracht!

Alles, Gott sei Dank, Rein und spiegelblank;

Froh seh' ich die Siebensachen, Niemand kann es besser machen!

Und nun, mit weißem Linnen frisch, Ihr Mädchen decket mir den Tisch. Wird mein Gemahl nach Hause kehren, Mag er bewundern unsre Kunst, Zwar muß ich noch Lamento hören Von Seifenduft und feuchtem Dunst Doch das vergeht! Er mag sich freuen, Daß ihm ein Weibchen ward bescheert, Das ihm im Glanz des ewig Neuen Zu wahren weiß den heim'schen Herd; Das, mög' er auch die Stirne falten, Sich schrecken nicht und hindern läßt, Zur Weihnachtszeit es abzuhalten Das große, heil'ge Scheiterfest!

Redaktion: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl 'schen Druckerei (Fr. Chr. Pier sch) in Gießen.