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sein als eine Schwester. Wenn Du meine Gattin t werden willst, Olla, will ich Dir versprechen, daß mein Vater und Blanche Dich Beide so zärtlich und liebevoll begrüßen sollen, wie Du es verdienst. Du wirst mich morgen nicht allein fortschicken?"
Seine Stimme zitterte in leidenschaftlicher Erregung. Seine Augen leuchteten von einer Liebe so stark, so rein, so tief und leidenschaftlich, daß das junge Mädchen seine Blicke nicht aushalten konnte. Ihre Avgen verbargen sich unter den zuckenden, weißen Lidern; das Helle Roth vertiefte sich auf ihren Wangen und sie senkte das holde Gesichtchen, damit der Liebende den verrätherifchen Ausdruck nicht sehen möge. , „ _
„Sprich, Olla!" drang er in sie, zwischen Furcht und Hoffnung schwebend. „Das Leben, das Du gerettet heft, wird ohne Dich werthlos sein. Sage, daß Du mein sein willst I"
Olla flüsterte schüchtern da» Wort, da» er zu hören sich sehnte - so schüchtern, daß nur das Ohr eines Liebenden das Flüstern vernehmen konnte. Tresstlian zog sie in jubelndem Schweigen an sein Herz. Und so wurden sie verlobt.
Sie saßen noch immer in seligem Schweigen nebeneinander, als in bet Halle Schritts gehört wurden und Jemand an die Thüre klopfte.
Olla erhob sich eben hastig vom Sopha, als Po- pley in's Zimmer trat. Sein G-ficht verrieth eine innere Unruhs, welche feine junge Herrin sofort entdeckte.
„Was ist geschehen, Poplky? fragte sie. „Seid Ihr in Gloam-Vale gewesen? »
„Ja, Fräulein Olla", entgegnete Poplcy ebrer- bietigst. „Ich war im Dorfe und bestellte Euer» Auftrag. Frau Ripp hat da« Packet aus Eure Zimmer gebracht. Ich — ich habe schlechte Nachrichten für Euch, Fräulein Olla.'»
„Schlechte Nachrichten?'»
„Ja, Fräulein Olla. Als ich durch die Straßen von GloaM'Vale zurückritt, sah ich einen Postwagen an der Thüre des Krämers halten und daneben stand Herr Gower."
Olla schlug entsetzt die Hände zusammen. Der glückliche Ausdruck verschwand au» ihrem Gesichte.
„Er ist mir also avf die Spur gekommen? O Himmel!" sagte sie schaudernd.
„Seine Pferde waren todtmüde", sagte Popl-y, „und konnten unmöglich weiter. Ich glaube, er wird heute Nacht in Gloam Vale bleiben und morgen früh nach Bleok-Top kommen."
„Es ist gut, daß wir zur rechten Zeit gewarnt sind", sagte Olla. „Seht zu, daß olle Fenster und Thüren verschloffev werden. Gebt heute Nacht Niemandem Einlaß, Popley. Wir müffen auf unserer
Olla'wandte sich wieder zu ihrem Geliebten mit einem so verzweifelten Ausdruck in dem todtenbleichen Gesichte, daß Tresstlian sogleich erkannte, welche furchtbare Erschütterung die Nachricht von Gower'» Verfolgung für sie war.
, O Guy", sagte Olla, „ich habe mich hier so sicher und ruhig gefühlt. Was soll ich thun? Herr Gowcr ist mein Vormund und kann mich zwingen, mit ihm zu gehen. Oder es gefällt ihm vielleicht, mich in Bleak-Tcp einzuschließen — er ist so schreck, ich, so grausam, so gewiffenlos. Mein Muth ist letzt zu Ende. Ich habe keine Zeit mehr an Sir Windham zu telegraphiren und fühle mich vollends in die Enge getrieben!"
„Du hast mir das Recht gegeben, Dich zu beschützen, Olla", rief Tresstlian aus, ihre zarte, rebende Gestalt sanft umfaffend. „Ich will für Dich sorgen."
„Aber Du kennst Deverevx Gower nicht", hauchte Olla verzweifelnd. „Er wird mich nicht mit Dir nach Hause gehen lösten. Er wird Dich von Bleak- Top fortschicken und ehe Du mit Hilfe zmückkehren kannst, wird er mich an irgend einen Ort gebracht haben, wo Du mich unmöglich finden kannst. Er wird nicht eher aushören, mich zu verfolgen, als bis ich für immer außer feinem Bereichs bin."
„Dann mußt Du eben unverzüglich in Sicherheit gebracht werden", rief Tresstlian. „Ich kenne die Gesetze zwischen Vormund und Mündel nicht. Natürlich kannst Du Dich an die Gerichte wenden; aber das geht sehr langsam und während bet Proc-ß schwebt, könnte Herr Gower Dich verfolgen und Dir das Leben zur Qual machen. Ich sehe einen Aus- weg aus allen diesen Kümmernisten. Olla, theuerste Olla, Du hast versprochen, als meine Braut mit mir nach Tressilian-Hof zu gehen. Gehe als meine Gattin mit mir dahin."
„Als Deine Gattin?"
„Ja, mein Liebling. Sich' mich nicht erschrocken an. Beweise mir Deine Liebe und Dein Vertrauen, indem Du mir das Recht giebst, Dich vor diesem Elenden zu schützen. Heitathe mich morgen früh und gieb mir das Recht eines Gatten, Dich zu beschützen.»» r „
Olla schaute ihn verwirrt und erschrocken an.
„Das ist so plötzlich", stammelte sie erröthend. „Wir find ja nicht aufgeboten worden — es ist unmöglich.»»
„Durchaus nicht, mein Liebling. Wir sind an der schottischen Grenze. Ein Ritt von wenigen Stunden wird uns in ein schottische» Dorf bringen, wo wir getraut werden können. E» find zwei Pferde hier in dem Stalle. Wir können Bleak-Top mit Tagesanbruch verlosten und uns nach einem Pfarrer erkundigen. Und wenn Herr Gower in Bleak-Top ankommt, wollen wir trachten, wieder hier zu sein, um ihn empfangen zu können. Olla, sage doch, daß Du in diese rasche Heirath einwilligst."
„Aker Dein Vater, Guy?"
„Er braucht nur unsere Geschichte zu hören, um Dich, meine theure Olla, an sein Herz zu schließen und zu segnen."
Aber Olla zögerte noch immer. Guy verfocht seine Seche mit der ganzen leidenschaftlichen Energie eine» glühend Lebenden. D''e furchtbare Gefahr war


