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«rtfajte er ihretwegen. Sie wußte es und erkannte es in dankbarer Liebe an.
Der alte Berger, der nach dem Tode seines Sohnes kinderlos und ohne Erben dastand, hatte schon mehrere Male den Wunsch geäußert, Paula zu sich und an Kindesstatt annehmea zu wallen. , . »Mein Sohn hat sie geliebt", sprach er, „ich glaube sttn Andenken nicht beffer ehren zu können, als wenn ich sie trotz seines Todes zu meinem Kinde mache."
Prell mar den Wünschen des Alten stets ausge- rmchen, hatte die Ausführung derselben hinauszu- schieben gesucht durch den Vorwand, daß Paula noch der größten Ruhe und Schonung bedürft.
Unerwartet trat der alte Berger eines Taaes gegen Abend in Pcells Zimmer. 9
... Der Doktor errteth sofort, was denselben zu ihm führte und trat ihm unruhig entgegen.
„haben Sie mit Paula noch immer nicht über meinen Wunsch gesprochen?" fragte der Alte, nach, dem er sich niedergelassen hatte, „haben Sie ihr densetbrn noch nicht mitgetheilt?" y
„Nein", erwiderte Prell. „Noch nicht. Sie ist «oäLa flenug dazu. Gönnen sie dem armen Mädchen Zeit, das zu verschmerzen, war sie so ge. wollig erschüttert hat!" ' a
Der Alte schüttelte mit dem Kopfe.
„Ich fürchte, daß ich selbst nicht viel mehr Zeit ’V’Ä1 h°ben werde", sprach er tief bekümmert. Äs- $ "eines Lebens ist mir genommen, nun suhle ;ch, wie er schnell zusammenbricht!"
„Thorheit, bester Herr Berger", warf Prell in scheinbar scherzendem Tone ein. „Sie werden noch lange leben! Ihre Gesundheit ist eine vortreffliche und die Zeit wird auch bei Ihnen den Schmerz mehr und mehr rn Vergessenheit bringen."
Er war ja seit Jahren Hausarzt in Bergers Haufe und kannte den Alten.
, In meinem Alter vergißt man schwer", ent- I segnete der Kaufmann, „für mich giebt es keine Hoffnung mehr. Meine Gesundheit ist bis jstz gut ? SW« - aber meine Kräfte nehmen ab mit jedem | Dage. Mir bleibt nichts als die Erinnerung an meinen Sohn, deshalb will ich ganz nach feinem Smne handeln. Altdorf wollte er kaufen, um es ferner Braut zu schenken, um mit seiner jungen Frau dort zu wohnen. D-e Unterhandlungen um den Kauf der Gutes wurden durch seinen Tod abgebrochen- rch habe sie wieder angeknüpft - ja, ich will Alldorf kaufen und ee soll Paulas Eigenthum werden!"
„Paulas Eigenthum soll Alldorf werden?" rief Prell überrascht. „Sie wollen es ihr schenken?"
Der Alte nickte zustimmend mit dem Kopfe.
„Ich will sie ja an Kindesstatt annehmen — sie soll meine Erbin werden, allein hiervon sagen Sie ihr noch nichts, versprechen Sie es mir, Doklor, ich möchte nicht, daß sie sich hierdurch verlocken ließe, in mein Haus zu ziehen — mein Haus steht so allein und verlassen da — ihre Liebs möchte ich mir erwerben und erst dann, wenn ich weiß, daß sie mich wie ihren Vater liebt, erst dann will ich sie damit !
überraschen. Gönnen Sie einem alten Manne diese Freude."
„Kein Wort werde ich davon sagen", erwiderte Prell, „nicht ein Wort, Herr Berger, ich werde Ihnen die Freude nicht verderben, wenn Paula überhaupt nur geneigt ist, in Ihr Haus zu ziehen - ich werß, daß si; hier gern ist."
„Sie stad gut gegen sie gewesen, liebevoll wie ein Vater", fuhr der Alte fort, „allein ich will sie ja dadurch nicht von Ihnen reißen, sie kann noch reden Tag zu Ihnen kommen. Sagen Sie es Paula, daß ich sie in mein Haus aufzunehmen wünsche, daß sie gleichsam an Hugos Stells einrücken soll. Sie werden ja hören, was sie erwidert — ob sie es gern thut. - Lassen Sie mich selbst zu ihr - ich selbst will er ihr sagen, will in ihrem Aage lesen, wie sie meinen Wunsch ausnimmt!"
In dem Doktor zuckte es auf.
„Thun Sie er nicht", warf er ein. „Ihr Wunsch trifft sie noch ganz unvorbereitet — ganz unerwartet. Lassen Sie mich Paula langsam darauf hinführen — ich bin ja ihr Vormund und habe nur ihr Bestes im Auge. Er ist ihr Glück, wenn Sie sie als Kind zu sich nehmen und ich werde sie dahin bringen, daß sie gern und freudig zu Ihnen geht."
Der alte Kaufmann drückte dem Doktor die Hand.
„Thun Sie es — thun Sie es", sprach er. „Das Leben hat ja nur noch diesen einen Wunsch mir übrig gelassen; ich möchte ihn gern erfüllt sehen, ehe ich scheide!"
„Das sollen Sie", entgegnete Prell scheinbar mit der größleu Ruhe und dennoch schritt er im Zimmer auf und ab, um zu verbergen, was in ihm vorging.
Endlich blieb er vor dem Alten stehen. „Stellen Sie doch Paula eine Schenkungs-Urkunde über das ! ®»t aus", sprach er. „Lassen Sie mich dieselbe ! ihr geben — es wird sie ergreifen und sie rühren und am schnellsten ihr Herz Ihnen zuführen!"
Er blickce den greisen Krusmann prüfend an. Dieser schüttelte ablehnend mit dem Kopfe.
„Noch nicht!" sprach er. „Erst muß sie bei mir sein — erst muß ich dis Gewißheit haben, daß sie mir eine wirkliche Toch.'sr wird. So schnell hoffe ich noch nicht zu sterben, daß mir dazu nicht noch Zeit bliebr."
„Sir haben Recht", erwiderte Prell. „Es war nur eine Idee — wie sie oft in uns aussteigen. Sie, gewinnen uns leicht, weil sie unerwartet neue Gesichtspunkts zeigen und doch geben wir sie bet näherer Prüfung meist wieder auf. Sie haben Recht — es eilt damit ja nicht-"
Der Alte erhob sich, um fortzugehen.
„Nicht wahr", fragte er noch, „Sie sprechen mit Paula darüber?"
„Gewiß", versicherte Prell, „so bald als möglich — so bald ich sie mit einer ruhigen, heiteren Laune treffe. Verlassen Sie sich auf mich."
Die beiden Männer schüttelten sich die Hände und der Alte ging fort.


