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eilen Sie zu Ihrem Freunde, und übermitteln ihm meine fürstliche Ueberzmgung."

Er winkte freundlich mit der Hand, und Egon verließ das Gemach und das Schloß, um mit freudig bewegtem Herzen dm Weg nach der Schloßstraße sinzufchlagen-

20.

Auch dieser festliche Tag war für die Stadt X- vorübergerauscht. Zur Tafil hatten Alle, welche fich zur Aristokratie und den Angesehensten der Stadt zählten, Einladungen erhalten, während sich das Volk an's Schloß herandrängte, um die glänzenden Toiletten zu bewundern und seine Glosien zu machen.

Mit einer geheimen Scheu war Ulrich Jmmen- dorf mit Hedwiga der Equipage entstiegen, deren Schlag der alte Johann in Gala-Livree respectvoll geöffnet. Der junge Mann fürchtete auch hier den ihm jetzt verhaßten Namen zu hören und athmete erst ruhig wieder auf, als er unbehelligt das Innere des Schlaffes erreicht, obwohl er von Egon die be­ruhigende Erklärung des Fürsten vernommen hatte.

Die hohen Herrschaften zeichneten ihn und Hed­wiga, sowie den Major Tellkamp mit seiner Famllie auffällig aus und lächelten sich überrascht an, als ihre forschenden Blicks auf Egon und das schöne Fräulein von Jmmendorf, von diesen dann auf Ulrich und Mazda Rosen sich hefteten.

Als die Tafel aufgehoben wurde, war man all­seitig darüber einig, daß man sich wundervoll unter­halten habe und die junge Fürstin ein Engel sei.

Der Fürst hatte den Polizei-Dirwor, welcher ebenfalls anwesend war, nach der Tafel in sein Cabinet befohlen. Dieser stand jetzt, einer Anrede gewärtig, vor dem hohen Herrn.

Setzen Sie sich, lieber Polizei-Director I" begann der Fürst, mit einer gütigen Handbewegung auf einen Seffel deutend,wir, meine Gemahlin und ich, möchten nachher eine Rundfahrt durch die Stadt machen, es ist doch Alles sicher?"

Gewiß, Durchlauchti unsere Stadt ist sehr loyal"

Es ist mir allerdings so vorgekommen, doch soll erst kürzlich ein Raubmord hier passirt sein."

Durchlaucht halten zu Gnaden, ein eigentlicher Raubmord wohl nicht, die Sache ist noch nicht auf­geklärt, da man leider den Thäter entkommen ließ. Doch wird der Verwundete mit dem Leben davon kommen."

Ich weiß, der Mensch, der Verwundete nämlich, soll den Denkzettel verdient haben", versetzte der Fürst ruhig.

Der Polizei-Director starrte ihn erschrocken an, hatte der hohe Herr bei Tafel vielleicht zu stark dem köstlichen Nektar zugesprochen? Vermeffener Ge­danke I aber es ließ sich nicht anders erklären.

Wenn der Verwundete", fuhr der Fürst ebenso ruhig fort,wir heißt er doch?"

Man weiß es nicht, Durchlaucht!"

Gleichviel also, wenn der Mensch genesen ist,

mein lieber Polizei.Direetor, dann senden Sie ihn unter genügender Bewachung sofort nach der Residenz in das dortige Gesängniß, mit dem Befehl, mir auf der Stelle darüber Bericht zu erstatten. Haben Sie mich verstanden?"

Vollkommen, Durchlaucht!" verbeugte sich der Polizei-Chef, welcher ganz verwirrt war und noch immer nicht zu unterscheiden vermochte, ob der hohe Herr in scherzhafter Weinlaune oder im nüchternen Ernste mit ihm rede. Doch gleichviel, er mußte ge­horchen, so oder so!"

Der Fürst schien seine widerstreitenden Gedanken zu errathen.

Ich habe meine geheimen Beweggründe dafür, mein bester Herr von Strecker I" sagte er, sich erhe­bend und dem ebenfalls rasch ewporschnellenden Polizei Ches vertraulich die Hand auf die Schulter legend,und baue selbstverständlich auf Ihre strenge Discrttion. Mir liegt daran, jenen unbekannten Menschen selbst zu verhören, ein Wunsch, den Sie nach allen Seiten hin respectiren werden, wie ich hoffe"

Durchlaucht haben nur zu befehlen, um stritten Gehorsam zu finden", versicherte devot der Polizei- Director.

Gut, ich weiß, daß ich Ihnen vertrauen kann. Doch, um eins noch muß ich Sie fragen, Herr von Strecker! Ist der Verwundete bei Besinnung?"

Bis heute Morgen .war er's noch nicht, Durchlaucht!"

Wer hat Zutritt zu ihm? Forschen Sie^beson- ders darnach, ob irgend ein Fremder außer den Arrzten und Wättern die Kranken-Zelle betreten hat? Ich erwarte heute Abend noch Bericht von Ihnen."

Durchlaucht sollen mit mir zufrieden sein"

Ja, und dann, lieber Polizei-Dtrector! sorgen Si« dafür, daß wir morgen früh um 6 Uhr unbe­helligt durch Ovationen nach dem Bahnhof kommen."

Herr von Strecker machte ein bedenkliches Gesicht, meinte aber den Leuten das Frühaufflehen nicht ver­bieten zu können.

Denn, Durchlaucht verzeihen, wo das Volk der Polizei einen Schabernack anihun kann, ist es stets dazu bereit."

Der Fürst lächelte und entließ den Polizei-Chef voll gnädiger Huld.

Am selbigen Abend war große Illumination; selbst die engsten Gaffen ließen ihr Lichtlein leuchten, und als das FürstewPaar die Rundfahrt machte, da war des Jubels und der Lust kein Ende.

Das Jmmendorf'fche Haus machte einen zauberisch­prächtigen Eindruck und haufenweise drängte sich dar Volk heran, um zu schauen und zu bewundern, da I es leider keine Gelegenheit zu Gloffen bot, wie am Morgen.

Das lahme Burgfräulein war ganz erschöpft von den Anstrengungen des Tages in ihr Schlafgemach i und von Ulrike sanft zur Ruhe gebracht worden.

Es war auch zuviel auf einmal über die Kranke ? gekommen, und sie wäre beinahe vor Entzücken

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