Hichener Äamitienblätter.

Belletristisches Beiblatt;um Gießener Anzeiger.

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Ux. 72. DonnerstG dm 21. Juni. 1888.

Aaiser Iriedrich. t

Leg' hin das Werkzeug, die Arbeit brich' ab Mein Volk, richt' auf Einen dein Sinnen, Aus ihn, dem entfallen der Herrscherstab, Auf ihn, der geschieden von hinnen: Es deckt Kaiser Friedrich die ewige Nacht, Die Prüfung des Dulders, nun ist sie vollbracht.

Des Vaters würdig, ein Mann und ein Held, So durften mit Stolz wir ihn nennen;

Vom Friedensanwalt, vom Sieger im Feld Beschloß das Geschick uns zu trennen.

Um Friedrich den Denker, so edelgesinnt, Klagt mehr noch als Worte die Thräne, die rinnt.

Ein Jeder steht meinem Herzen gleich nah' Weß Glaubens er sei und Bekenntniß" *), Dies Kaiserwort bleibet als Markstein da, Der Duldsamkeit ehrend Geständniß. Ruhmbringender Großthaten Glanz lockte nicht Den mächtigsten Fürsten im Staatengericht.

Wie sehr sein Heimgang die Herzen bewegt, Wie tief auch die Trauer, die Klage, So bleibtunser Fritz", durch Treue gehegt, Ein Liebling noch kommender Tage.

Was Tüchtigkeit stetig im Leben geschafft, Das baut uns're Zukunft, bewahrt seine Kraft.

Friedberg in der Wetterau.

Car» Trapp.

*) Aus Kaiser Friedrichs Erlaß vom 12. März 1888.