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Gesegnet aber sei, dis langsam, langsam schreitet, Z Bildung, doch durch die Welt sich weiter, weiter i breitet.
Die Bildung, die dazu will alle Sprachen lernen i Und Völkersitte sehn in allen LLnderfernen, I Damit die Menschheit einst, von einem Band umschlungen, In allen Farben sich erkenn' und allen Zungen.
Ein anderes Mal singt er wieder:
Wenn einst der Menschheit Glieder Gesammelt sind an's europäische Herz, Wird sein ein neues Paradies gewonnen, So gut er blüh'n kann unter'm Strahl der Sonnen.
Und das Programm seiner Uebersetzungm faßt er zusammen:
War dem Griechen Ohrenschmaus, War vom Helikone, Dem Brahmanen Gaaga-Braus Unter Palmenkrone, In der Wüste Gristergraus Hagar's freiem Sohne, Zaubre ich, daß im deutschen Hau« Es mit Einklang wohne.
Wir sagten am Eingang dieser kleinen Blüthen" lese, Rückert sei ein echter deutscher Dichter ge- wesen. Er war es auch insofern, als er von feinen Landsleuten verkannt wurde. Er selbst gab sich darüber gar keiner Täuschung hin, wie die Strophe beweist:
Glück und Glas
Wie bald bricht da«!
Mein Glas zersprang, Als es am lautesten klang, Als ich e» anstieß auf gut Glücke Ging es in Stücke!
Aber die Nachwelt ist gerechter gewesen, als der Dichter geglaubt. Sein Namen ist nicht in Stücke gegangen. Hellglänzend steht er da am deutschen Dichterhimmel und die Nation ehr! sich selbst, wenn sie heute einer Mannes gedenkt, der von sich sagen durste:
IS- habe doch genug das Schöne aller Art Auf dieser eiligen Vorüberfahrt gewahrt, Auf dieser eiligen Vorüberfahrt durch's Leben, Genug, den Menschengeist über die Welt zu heben.
Vermischtes.
Die Bi er-Nehme. Seit Menschengedenken ist das Bier das Lieblingsgetränk der Deutschen gewesen und, wie Beispiele beweisen, sogar oft zum Gradmesser der Volksstimmung geworden. Wir
Redaction; A. Schehda, — Druck und Verlag der ü
brauchen nur an die Münchener Bierkrawalle jii erinnern. In Leipzig hatten zur Verhütung eines üblen Trunkes in alten Zeiten die Studenten eine sogenannte Bier-Vehme gegründet, die darauf ausging, Wirthe, die schlechtes Bier verzapften, so lange dies geschah, öffentlich in Verruf zu erklären. Hatte man solch einen Uebelthäter ertappt, so zog zu spater Abendstunde, in tiefem Schweigen ein Trupp Studenten vor das Wirtshaus, nahm dort Aufstellung, und nun begann ein wehmüthiger Gefang des Inhalts' „Ach wenn das Bier nur besser wär', wir kämen gerne wieder her." Dabei wurden unter jämmerlichem Heulen und Schluchzen leere Säcke, Pferdedecken und Aehnliches als Thränentücher benutzt Nach einiger Zeit zog die Bier-Vehme in aller Sülle ab, war aber vielleicht schon am nächsten Abend wieder da. Die betroffenen Wirthe sputeten sich natürlich, durch Herbeischaffung besseren Bieres die Wiederho- lung derartiger Besuche zu verhindern. Als aber auch „Kaufburschen" und Handwerksgesellen die Bier- ; Nehme auszuüben begannen und es dabei mit den Studenten, die sie als ihr Vorrecht betrachteten, zn Reibereien gekommen war, wurde sie, jedenfalls zur Freude der Gastwirthe, streng verboten.
EinVielverkannter. Neber die Nützlichkeit oder Schädlichkeit des Maulwurfes gehen die Ansichten, namentlich in landwirthschaftlichen Kreisen, mindestem noch ebenso auseinander, wie etwa hinsichtlich des Sperlings und man möchte beinahe behaupten, W diejenigen, welche im Maulwurf nur einen nichls- nutzigen Vielfraß und im Speciellen einen höG schädlichen Feind des Landwirthes erblicken, m dei Mehrzahl sind. Und doch, wie Unrecht thut man dem Maulwurf mit dieser Behauptung! Eingehend- Versuche wie Beobachtungen haben dargethan, das; er auf feinen unterirdischen Wanderungen eine unglaubliche Menge Jnsecten vertilgt; man hat Beispiele, daß ein Maulwurf binnen 34 Stunden nicht wenige! als 19 Regenwürmer und 123 Engerlinge verzehrt. Hiernach läßt sich ungefähr ermessen, was biefet Nager im Laufe eines Jahres für Unmaffen von Jnsecten vertilgt und dem gegenüber kann der Schaden, den er durch Durchbeißen der Pflanzenwurzeln an- richtet, nicht in Betracht kommen. Zugestanden mut allerdings werden, daß der Maulwnrf sich in manche: Hinsicht als sehr lästig erweist, besonders im Gemüsegarten und auf Kunstwiesen, und wenn er m erstem I angetroffen wird, mag er immerhin energisch verfolg und vertilgt werden. Auf Kunstwiesen empfiehlt es sich aber, den Maulwurf einfach einzufangen, da ei hier doch nicht so viel Unheil anrichtet, wie etwa n Gemüsegärten, um ihn auf Grundstücken wieder am i zusetzen, wo er entschieden mehr nützt, als schade, wie z. B. auf Aeckern, Naturwiesen, in Weingarte» und Baumschulen.
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