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Die Wirthin ist
„Das bestimmt Wie heißt der
Es wäre viel«
einen schrecklichen Räuber, den rothen Carvelli, zum Bruder hat. Aber sie hat sich von ihrem Bruder schon vor Jahren lorgesagt. Wie gesagt, ich glaube, Ihr würdet gut thun, im Gasthofe zum Vesuv abzusteigen."
Olla schrieb sich den Namen des Gasthofes und den der Wirthin in ihr Notizbuch, entschlosien, nach dem freundschaftlichen Rache des Capitäns zu handeln.
Wie konnte sie wissen, daß, indem sie in dem Gasthause zum Vesuv einkehrte, sie Guy Tresstlian
Achtzehntes Kapitel.
Frau Hefter Lowder.
Sir Arthur Tresstlian saß allein in seinem freundlichen Arbeitszimmer und eine Zeitung lag müßig auf seinen Knieen. Ja dem Kamm brannte ein Feuer, aber der Baronet hatte seinen Stuhl von demselben fort an's Fenster gerückt. Der Morgen
eine hübsche, junge Frau —" „Eine Frau", rief Olla aus. mich. Ich will dorthin gehen.
Gasthof?"
„Es ist d<r Gasthof zum Vesuv.
leicht gut, dort in Verborgenheit zu bleiben, Signo- rina, bis man Euch nicht mehr verfolgt", meinte der Capitän. „Doch das könnt Ihr selbst brurtheilkn. Dis Signorina Carvelli — so heißt die Wirthin — ist in der Nachbarschaft sehr geschätzt, obwohl sie
in tödilich- Gefahre» stürzte. Wie bnnte sie w'ff.n, daß die Signoriua Caroelli vrrheirathet fei, und daß ihr Mann der Schreiber aus Palermo und Gur) Tresstlian's Todfeind war? Wie konnte sie wisssn, daß Jacopo Palestro das verbrecherischste Mitte! gebrauchen werde, um Guy's Riickkh- nach England zu verhindern? Keine Ahnung eines Unheils beschlich ihre Seele. ES war gegen Abend des nächsten Tog?s, als sie sich dem vorläufigen Zirl ihrs Reife näherten und das herrliche Neapel erblickten.
Die untergehende Sonne verklärte eben den westlichen Himmel mit ihrem goldenen Schein. Und in dem faxten Schimmer derselben lag in zauberhafter Schönheit der Golf von Neapel da. Dies herrlrchs Bild war Olla in all' seinen Zügen wohlbekannt, ath.r das Gefühl ihrer Freiheit gab demselben einen neuen Reiz.
Sie näherten sich dem Hafen und dawldst angelaugt, ankerte der Capitän. Nach einer kor. m Unterredung mit dem Zollbeamten, welche dm Capitän sehr zu' befriedigen schien, ließ er das kleine Boot flott machen. Die vier Passagiers stiegen hinein, man brachte ihr Gepäck in dasselbe, der CapUän folgte mit einem Mairofm und das Boot wurde ar-'Z Lrnd gelenkt. „ n
Bald darauf betrat die kleine Gesellschaft festen Boden. Der Capitän winkte mit freundlicher Sorgfalt für die flüchtige Olla einen Wagen herbei und balf seinen Passagieren beim Einsteigen in denftlbe-. , t
Oll ! drückte dem guten Capitän mit dcn.kbarer Wärme die Hand. Sie hatte ihm den R-ft der vereinbarten Summe bezahlt, konnte aber nicht umhin, noch weitere fünf Nrpoleons in srincr Hand zurück zu lassrn."
„Die Heiligen mögen Euch beschützm, Signorina" sagte er. „Wenn ich Euren schändlichen Vormund zu sehen bekomme, will ich ihn von Eurer Spur ablevken! Adieu!"
Ec warf die Wagenthüre zu und srgte dem l Kutscher: .....
„Nach dem Gasthof zum Vesuv: au ßr halb oer I Stadt. Ihr wißt ja."
Der Kutscher knallte mit der Peitsche, und der | Wagen rollte fort, während der Capitän wieder in \ sein Boot stieg und zu dem Schiff- ruderte. Eine l Viertelstunde später verließ das Schiff langsam den I Hafen, um nach Messina zu segeln.
Und Olla mit dem armen Guy und ihren Der- nern begab sich vollkommen ahnungslos in dis fürchterlichste Gefahr.
sie fertig war, rief er aus: !
(Per bacco! Hat man ,e eine sorchs schänd- । lichkeit erhört? Dieser erbärmliche Engländer! Ah! Signorina, Ihr habt klug gehandelt, daß Ihr Euch der Gewalt dieses Elenden entzogen habt. Ich will Euch helfen, so weit es in meiner Macht steht, indem ich Euch so schnell als möglich »ach Neapel bringe. Dann muß ich indeß heimwärts nach Messina eilen. In welchem Gasthofe wollt Ihr in Neapel etnkehren?"
„Ich bin noch nicht r-cht entschlossen", erwiderte Olla. „Als wir in Neapel waren, wohnten wie im £ö.'el Crocells; aber es waren viele Fremde dort! Wenn ich genöthigt bin, über Nacht in Neapel zu bleiben, würde ich einen ruhigeren Ort vorziehen. Seid Ihr in Neapel bekannt, Signor Capitano?"
„Ein wenig", antwortete d-r Capitän, sich gedankenvoll den Bart streichend. „Ah, mir fällt etwas ein! Außerhalb Neapel«, in btr Richtung des Ve- suvs, vielleicht eine Meile von demselben entfernt, ist ein ruhiger Gasthof, wo wunderbarer Weise die Beiten sauber, der Tisch gut und die Zimmer ausfallend rein sind. Er steht in einem schönen Garten von Orangenbäumen. Ihr könntet dort eine Woche in tiefster Abgeschiedenheit bleiben. Die Wirthin ist
und an der schaukelnden BowegMg des Schiffes bemerkte man, daß dasssibs onftng, sich vom Lande zu ett£fetS, endlich frei", rief Olla, indem sie mit namenlosem Entzücken die frische Meeresluft einath- mete „Nun wird man unsere Flucht bereits in der Villa bemerkt haben und ich gäbe etwas dafür, wenn ich Herrn Gower's Gesicht sehen könnte."
Da der Wind günstig blies, gelangte das Schiff sehr raich vorwärts. Olla halte eine Unterredung mit dem Capitän und ihr Scharfblick versicherte sie, daß sie diis m Manne vertrauen könne. In ein- fachen, schlichten, aber überzeugenden Worten erzählte sie ihm ihre Geschichie.
Der Capitän hörte sie cumurlsam an und als


