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8t benutzte bie erste Gelegenheit, um sich zu entfer- ; nm. Er rannte, so schnell ihn seine Füße trugen, nach der Villa zurück, und das Erste, was er that, bestand darin, daß er den vierfüßigen Wächter des Hauses mittelst eines großen vergifteten Stück Fleisches unschädlich machte.
Dann eilte der treue Diener in's Haus und auf sein Zimmer. Fast augenblicklich war er wieder zurück mit einem zusammestgerollten Strick, an dessen einem Ende ein Stein befestigt war. Damit trat er unter den Balkon seiner jungen Herrin.
„Fräulein OLa!" rief er athemlos.
In einer Sekunde öffnete sich Olla's Fenster und das junge Mädchen und Frau Popley traten üoIL kommen reisefertig auf den Balkon Pnaus.
„Wir müssen rasch vorgehen, Fräulein!" flüsterte er. „Ich werfe das Ende des Strickes hinauf."
Er fiel auf die Steinplatten des Balkons, Olla hob ihn auf und band ihn rasch an das starke Ge, länder desselben. Daun warf sie ihre Handtasche auf die Terrasse hinab.
„Jetzt, Fräulein!"
Es war keine Zeit zum Ueberlegen. Freiheit, ja mehr al-. Freiheit hing jetzt von der Geschwindigkeit ab. Sie kletterte rasch und entschlossen über das Geländer und ließ stch vorsichtig an demselben hinunter, bis sie den Strick erfaßt hatte. Als sie diesen zwischen den Händen hielt, gelangte sie unge- sährdrt auf den Boden.
„Jetzt Du, Mutter", sagte Popley ungeduldig.
Frau Pnplc-y warf gleichfalls ihr Packet über das Geländer und ließ stch dann auf dieselbe Art an dem Strick hinunter wie Olla.
„Die Dienstl<ute können jeden Augenblick vom Tanze kommen, obwohl es wahrscheinlich ist, baß sie noch über eine Stunde ausbleiben", sagte Jim. „Wir werden einen großen Vorsprung gewinnen, wenn wir reiten."
Dieser Vorschlag war einleuchtend und Olla und Frau Popley eilten mit ihrem Führer in den Stall.
Gomer hatte für seine Nichte einen hübschen Damensattel gekauft, den diese noch nicht benützt hatte. Popley sattelte ein Pferd mit demselben, während seine Mutter ein anderes schnell in Berei', schast setzte. In fünf Minuten faß Olla auf einem Pferde und Popley mit seiner Mutter auf dem andern. In dieser Weise verließen sie den Stall und ritten durch das Wäldchen hinter der V lla.
Olla und ihre treuen Diener athmeten auf, als sie das Wäldchen sammt der Villa hinter sich hatten.
Sie schlugen den Weg nach dem Felsen ein, auf welchem die Hütte der Vicini'S stand. Ihren Pferden dis Sporen gebend, legten sie den Weg ungemein schnell zurück.
Am Fuße des Felsens stiegen sie ab. Popley bar-.d die Pferde an einen Baum und die beiden Packele unter den Arm nehmend, eilte er, so rasch als möglich den Fels weg empor. Olla sprang vor ihm hinauf wie eine Gazellr.
Auf bei Spitze b?s Hügel» bereits anqelangi, blieben alle Drei stchcn, um etwas auszuruhen. Dis Hütts war erleuchtet und die Thür stand offen. Man sah einige Personen bannen, die bei dem Tobten Wachs hielten.
Auf dem Felsen erblickte man in dem grauen Dämmerlichte des Abends eine einsame Gestalt. Das Gesicht war forschend seewärts gewandt, aber sein schönes, edles Profil war Olla wohl bekannt. Die Gestalt war die Goy Trefsilian's.
„Jasper!" rief das Mädchen leise.
Trrssilian erschrak und schaute verwirrt um sich.
„Olla!" rief er aus, „Olla!"
Mit rimm Freudenschrei, der aus seiner tiefsten Seele zu kommen schien, sprang er auf sie zu. Thränen füllten seine Augen und er breitete seine Arme aus, als wollte er sie umfassen.
„Ich will Euch nicht wieder verlassen, Jasper", sagte das Mädchen sanft. „Wie immer mein Schicksal sich gestalten mag, Ihr sollt es theilen. Ich will bei Euch bleiben."
Jasper's Gesicht erglühte vor Freude. Offenbar verstand er ihr Versprechen. Ein seliges Lächeln schwrbte um die bleichen Lippen.
In diesem Augenblicks näherte sich Popley seiner jungen Herrin.
„Fräulein Olla", sagte er, „Frau Vicini ist mit einigen Personen unten an der Küste bei dem Schiffe. Wir wollen gleich hinuntergehen, um keine Zeit zu verlieren."
„Einverstanden", sagte Olla, „indem sie den unglücklichen Jasper an der Hand führte, den steilen Felsenrsnd hinabschritt und auf eine Gruppe zuging, welche am Strande des Meeres stand.
Ein kleines Boot schaukelte daneben auf den Wellen, während weiter draußen das Schiff von Tomaso mit einem Mann auf dem Verdeck sichtbar war.
Frau Vicini trat Olla entgegen.
„Ich weiß Alles", sagte das junge Mädchen. „Ich kenne die traurigen Verhältnisse, die über Sie hereingebrochen sind und weiß auch, daß Sie von hier fortziehen und meinen unglücklichen Freund seinem Schicksale Überlossen müssen. Ich bin im Begriffe abzureisen und will ihn deshalb gleich mitnehmen. Ist Euer Schiff dort zu verkaufen?"
„Nein, es ist bereits verkauft. Der neue Eig-n- thümer ist im Begriff nach Neapel abzusegeln und wenn Sie einwilligen, können Sie die Gelegenheit zur Reise sogleich benützen."
Herrlicher konnte es sich in der That nicht treffen. Olla bestieg auf der Stelle mit ihrer Hein-;» Gesellschaft das Boot und sie ruderten nach dem Schiffe, wo sie der neue Besitzer desselben, „Capitän Ricardo", wie er sich nannte, höchlichst verwundert über bett seltsamen Besuch empfing.
Er war sofort einverstanden, die Passagiere aufzunehmen, li ß sich jrdoch ein ziemlich hohes Fahrgeld entrichten.
Nach einer Viertelstunde wurden die Anker gelichtet
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