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: Frau Rohden» irbrechen wagte. )l« gestützt, sah zungSlos in sich

r. Sein Gestcht ick angenommen,

aber von Entsetzen wurde Frau Rohdenberg erfaß;, als sie aus seinem Munds die Worte vernahm:

, Warum sind wir nicht reich? Wenn wir e« wären, Großmama, so würde ich die Concurrenz mit Herrn von Stolzenberg nicht scheuen. Hätten wir doch nur einen geringen Anhalt, wo die ver­lorene Bibel zu staden wäre!"

Da war e« nun, da« Fürchterliche, was fie ahnungsvoll hatte kommen sehen. War denn Alles vergebens gewesen» was sie gesagt? Ja, hatte der Hinweis auf Herrn von Stolzenberg das Urbel so­gar verschlimmert? War durch Erregung der Eifer, sucht seine Lieb; nun noch mächtiger angewachsen? Diese Gedanken fuhren blitzschnell durch ihr Gehirn und plötzlich war e« ihr, als tauchte in der dämmerigen Ecke des Zimmers die Gestalt ihre« verstorbenen Sohne« Konrad auf. Sie streckte die Hände wie abwehrend aus, in einem gellenden Tone rief sie die Wort::Da kommt chie fürchterliche Zeit zum zweiten Male!" und sank bewußtlos auf den Stuhl nieder.

Siegfried wurde von ein m tödtlichen Schrecken erfaßt. Er holte sogleich eine starkriechende Essenz, mit der er ihre Stirn benetzte und konnte schon bald zu seiner Freude bemerken, daß seine Bemühungen El folg hatten.

Ec kniete nieder und Frau Rohdenberg's Hand ergreifend, lächelte er ihr, die soeben wieder die Augen geöffnet, freundlich zu, und sagte ihr Worte des Trostes.

Ich will Dir auch gestehen, Großmama", fuhr er fort,daß ich Frieda Wolter sehr gern gehabt, daß ich sie eigentlich schon geliebt habe. Ich hatte mich, schon mit allerlei Hoffnungen getragen und mich ganz gedankenlos meinen Gefühlen hingegeben. Das ist jetzt vorbei! Gottlob waren diese Gefühle noch nicht so mächtig geworden, daß ich nicht mit Leichtigkeit sie unterdrücken könnte."

Al« Siegfried seine Trostrede geendet, erhob sich Frau Rohdenberg, und nun beide Hände auf seine Schultern legend, sah sie ihm einen Augenblick schweigend ins Gesicht und während Thränen der Freude über ihre Wangen liefen, sagte sie:

Ist es denn wirklich wahr, Friedel, waren alle Sorgen, die ich mir um Deinetwillen gemacht, un» nöthig? Sieh e« giebt in jedes Menschen Leben Augenblicke, die eine große, unendliche und habet reine, ungetrübte Freude bereiten, aber weil sie so selten sind, so bleiben sie ewig dem Gedächtniß ein» geprägt. Der jetzige Augenblick ist ein solcher nie werde ich ihn vergessen!"

Und nun, mein guter Junge", fuhr sie fort, wollen wir uns zur Ruhe legen, es ist schon sehr spät und wir bedürfen dringend der Erholung. Sonst war mein letztes Gebet, der liebe Gott möge Dich vor d.m Schicksal Deines Vaters bewahren, und wenn ich dies Gebet auch noch fortsetze, so er» bebt dabei doch nicht mehr mein Herz. Habe Dank, mein Sohn, daß Du meine Seele von einer großen Last befreit."

Sie drückte einen Kuß aus seine Lippen und ging in ihr Schlafgemach. Auch Siegfried suchte nun langsamen Schrittes sein Zimmer auf.

^Vierzehntes Kapitel.

Im Schatten der Nacht sieht Alle« düster und grau aus.

Auch für die richtige Beurtheilung der Vorgänge in der Seel? ist die Nacht nicht günstig, es ist, al« wenn auch der Geist ds Sonnenlichte« bedürfe. So fragte sich auch Siegfried am nächsten Margen, als er mitten im Sonnerischein stand, der durch seine Fenster ins Zimmer fiel, ob nicht sein Geist Schlüffe gezogen habe, die gänzlich falsch seien?

Denn wo war nur der geringste Beweis von den Dingen, die seine Großmutter nach ihrer Zu­rückkunft in der Nacht mit ihm besprochen? Waren es nicht bloße Vsrmuthungen? Konnte die Groß­mutter in ihrer Besorgniß um ihn sich nicht in Manchem geirrt haben?

Was Frieda ihm gezeigt hatte, schien mehr al« oberflächliche Neigung zu sein, and war sie tiefer, so dürste es einem Anderen doch wohl schwer fallen, ihn aus ihrem Herzen zu verdrängen, mochte derselbe an den Eltern auch noch so gute Bundesgenoffen be­sitzen.

Im Grunde war er ja ein reicher Mann, als Erbe der Gräfin Fichtenberg war er eigentlich ein Millionär. Aber nur in der Idee, nicht in Wirk­lichkeit. Wo war die Million und wo war der Schlüssel, der den Versteck öffnete, wo sie verborgen lag?

In diesem Augenblick fielen ferne Blicke auf einen Brief, der zwischen Papieren und Notenblättern auf dem Sophatisch lag. Rasch trat er an den Tisch und öffnete ihn, er war von Langenbach und lautete:

Lieber Freund!

Wenn es Ihre Zeit erlaubt, ersuche ich Sie freundlich morgen Vormittag um elf Uhr zu einem Frühschoppen in den Rüter'schen Garten zu kommen. Ich habe Ihnen nämlich etwas sehr Wichtiges, das heißt, Wichtige« für mich, mitzutheilen. Hoffentlich sehe ich Sie.

Mit freundlichem Gruß Ihr Langenbach.

Auch mein Herz ist voll!" rief er aus, al« er den Brief gelesen.Ja, vor ihm, vor dem liebens­würdigen, treuen Freunde will ich es ausschütten, er soll mir raihen, was ich thun soll. Wenn ich nur einem einzigen Menschen gegenüber wich au«» sprechen kann, dann wird mir auch die Aufgabe leichter werden, vor meiner Großmutter meine ge­heimsten Gefühle zu verbergen!"

Dieser Gedanke, sich dem Freunde zu vertrauen, goß lindernden Trost in die gemarterte Seele, und eine Zuversicht überkam ihn, daß der Rath be« Freundes für ihn von Nutzen und Erfolg sein i würde.