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als Da ahnst. Noch ein Anderer außer nur Hot während des Diners und der ganzen übrigen Zeit keinen Blick von Frieda gewandt und ebemo wenig von Dir. Dieser Mann ist von einer ritterlichen Schönheit, der Erbe eines Millionärs, und was wohl am meisten ins Gewicht fällt, von Adel. Herr von Stolzenberg wird Frieda's Gemahl!"
Siegfried schnellte von seinem Sitz empor, und fast unverständlich kam es über seine Lippen: „O, Gott!", dann sank er in den Lehnstuhl zurück, worauf er, den Kops auf die Brust g senkt, die Augen
die Liebe, die er sich zu erringen hoffte, etwas Anderes als Liebe wiederzugeben brauche. Es war also nicht genug, daß er sein ganzes Ich, seine ganze Seele hingab, er mußte den Eltern auch noch entweder Reichthum oder einen hohen Rang bieten können, wenn sie ihre Einwilligung geben sollten. Aber «ar dem so?
„Ich weiß, Großmama, daß Frieda von ihren Eltern abgöttisch geliebt wird, sollten diese nun, wenn die Tochter mich wirklich liebt, es über sich gewinnen können, das Band zu trennen, wodurch das Lebensglück ihres Kindes für immer zerstört würde?"
„Ja, wenn sie Dich wirklich liebt! Doch bevor wir weiter sprechen, Siegfried, sage mir offen, ist bereits das Wort Liebe zwischen Euch gefallen?
„Nein, bis jetzt nicht, aber bedarf es denn der Worte? Giebt es nicht stumme Sprache, die ebenso deutlich die Gefühle des Herzens verräth?"
„Nur Worte bütden, mein Sohn, nur Worte sind es, die einen Halt geben, alles Andere läßt sich nach Belieben drehen und deuten. Was be- rechtigt Dich denn, anzunehmen, daß sie Dich liebt? '
Frau Rohdenberg erhob sich, näherte sich Sieg« fried's Sitz und ihre Hand auf des Enkels Hrupt legend, sagte sie: ,-n.
„Ich höbe Dir heute wch« thun müffen, ich habe in Deinem Herzen Hoffnungen zerstört, die Dich beglückten und von bereu Erfüllung Du bereit träumtest, aber es ist besser, daß Du in einer einzigen schlaflosen Nacht Dich mit dem Schicksal ab- findest, als daß Du später für lange Zeit elend und unglücklich wirst! Versuche es, mein Sohn, habe diesen Willen und Du wirst sehen, daß Da auch die Kraft hast! Willst Du mir das versprechen,
: schloß. rt |
Eme lange Pause trat ein, die Frau Rohdenberg durch lein weiteres Wort zu unterbrechen wagte, i Die Hand auf die Lehne ihres Stuhls gestützt, sah ste voll Sorge auf Siegfried, der regungslos in sich I zusammenges unken dasaß.
; Endlich schlug er die Augen empor. Sein Gesicht hatte wieder den gewöhnlichen Ausdruck angenommen,
$ Friedel?"
Siegfried stand plötzlich auf, schlang seine Arme i um den Nacken der alten Frau, und während er ’ 'h.twrM Pt! mit
\ schmerzlicher Stimme: „Großmama, o, Gkoßmama, i wenn Da Recht hättest!"
„Ich habe Recht, mein Sohn", erwiderte Frau " Rohdenberg, und nachdem Siegfried fast krampfhaft einen Kuß auf die Stirn der Großmutter gedrückt, - ; sank er wie erschöpft auf den Lehnstuhl zurück und i preßte beide Hände auf das klopfende Herz.
\ Frau Rohdenberg blickte mit Mitleid auf da« s blaffe, kummervolle Gesicht des geliebten Enkel» -
5 „Wie sich die Dinge auf der Schlangenburg ent- i wickeln werden, steht mir klar vor Augen. Weil
dunkler Röthe gefärbt hatten.
„Siegfried", fuhr sie fort, „was hast Du Dich unterfangen! Ist Dir jede Ueberlemng verloren gegangen? In einem Hause, das Dich freundlich herangezogen, fängst Du mit der unerfahrenen Tochter ein Liebesverhältniß an? Ich habe Euch scharf be- obachtet, so unangenehm es mir auch war, eine Auf- fichtsrolle zu spielen. Wie kannst Du es wagen, Deine Augen zu der einzigen Tochter eines Mannes zu erheben, der, wenn auch nicht selbst von Abel, - an deren Wange bte sermg- legte, sagte er mit doch durch seinen immensen Reichthum eine dem ' n. G-oßmama.
Adel fast gleiche glänzende Stellung ernmmmt? Hast Du Dich nie gefragt, welche Stellung Du einem solchen, auf der Höhe der menschlichen Gesellschaft Stehenden gegenüber einnimmst? Du hast nichts zu bieten, als" einen ehrlichen Charakter und Dein Talent, Eigenschaften, die vielleicht der Tochter genügen können, die aber für den Vater noch lange niSt ausreichen, dem sein liebstes Kleinod zu über- —........— - „
geben, der sich im Sturmschritt als sein Schwieger- , nieder, ihre Augen wollten sich mit Thranen füllen, sobn aufzudrängen sucht. Der Geheimrath Wolter - aber sie bezwang sich.
und seine Gemahlin werden sich nur einen solchen s „Wie sich die Dmge auf der Schlangmburg ent- Eidam wählen, der dieselben Vorzüge hat, deren • wickeln werden, steht mir klar vor Augen. Weil Du Dich rühmen kannst, der aber außerdem noch . mir für etwas bangte, was mir thmer ist, habe ich sich auszeichnrn muß entweder durch Reichthum, der heute überall meine Augen gehabt und mehr gesehen, dem Km enlforW, ober durch einen Äug, •*" ™6" "" 6,1
der den ihrigen wenn möglich noch überragt."
Siegfried war in seiner unschuldigen Liebe, die , ihn so plötzlich ergriffen und die in der kurzen Zeit ihres Bestehens so mächtig angewachsen war, noch ; mit keinem Gedanken darauf gekommen, daß er für i
Die verkorene Wißet.
Original-Roman in 3 Bänden von Dr. Casil Hartmann-Plön.
(Fortsetzung).
„Ich verstehe Dich nicht, Großmama."'''
„Du verstehst mich wohl, Siegfried, und ich kann es auch begreifen, baß Du mich noch nicht in Dein Vertrauen gezogen; aber nichtsdestoweniger muß ich es zur Sprache bringen, und ich werde Dich an- flehen, auf dem Wege, den Du betreten, wieder umzukehren, ehe es zu spät ist. ehe Du habet Deine innere Ruhe verloren."
„Großmama, ich bitte Dich -" kam es betroffen über Siegfried's Lippen, deffen Wangen sich mit


