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E- geht nichts über bk Rivalität", bemerkte er mit Lohn, den die unschuldige Blanche nicht ver­stand, aber welchen Sir Arthur peinlich fühlte,und die Rivalität mag's auch fein, welche einem Vater di« Augen über die Fehler seines Sohnes öffnet."

Nach einem kurzen Stillschweigen sprach Sir Ar« thur, fich an seine Mündel wendend:Du siehst ermüdet aus, Blanche bist Du krank?"

Nein, Onkelchen", entgegnete Blanche;ich bin nur etwa» erschöpft."

Sie stand auf, um stch zu entfernen, sagte ruhig gute Nacht und ging ruh'g hinaus.

Lowder stand auf, al« ob er ihr folgen wollte, aber Sir Arthur hielt ihn mit einer strengen Ge- berde zurück.

Geh' noch nicht!" befahl er strenge.Ich habe etwas mit Dir zu sprechen. Es ist Zeit, daß wir einander verstehen lernen. Setze Dich. Ich habe Dir etwas Wichtiges zu sagen!"

Ziemlich überrascht, aber durchaus nicht beun­ruhigt, nahm Jasper Lowder wieder seinen Sitz ein.

Beginne!" sagte er dreist.Was hast Du mir zu sagen?"

Fünfundvierzigstes Kapitel.

Eine schreckliche Enthüllung.

Einige Augenblicke nach den letzten herausfor­dernden Worten, welche Jasper Lowder und Sir Arthur Treffilian gesprochen hatten, herrschte Still­schweigen in dem Salon. Der Baronet wußte nicht, wie er von dem Gegenstände beginnen sollte, der ihn so sehr beschäftigte und aufregte und von welchem er entschlossen war, rückhaltslos mit dem jungen Manne zu sprechen.

Das Kaminfeuer fiel voll auf Sir Arthur'» schönes Geficht und beleuchtete die dunklen Linien unter feinen Augen und den kummervollen Ausdruck, der in seinen Zügen lag. Lowder, der ihn scharf beobachtete, fühlte sich von einer unbestimmten Un­ruhe ergriffen. Er schaute den Baronet scharf und durchdringend an.

Du scheinst bekümmert zu sein", bemerkte er mit erheuchelter Sorglosigkeit.

,,Jch bin bekümmert", entgegnete Sir Arthur kurz.

Ich glaube, Du willst gar nicht aufhörrn, die Geschichte mit den zweitausend Pfund wieder zu er­örtern, so lange Du lebst", ries Lowder ungeduldig au».Wenn Du meinst, mich damit zu bessern, irrst Du Dich sehr! Ich beklage meinen Fehler! Wenn Du großmüthig wärst, würdest Du mit diesem Geständnisse zufrieden sein und Dir die Sache au» dem Kopfe schlagen."

Er ist nicht wegen de» Geldes, Guy, daß ich mit Dir zu sprechen wünsche", sagte Sir Arthur, dessen bleiche» Gesicht stch röth-te.Ich habe viele andere und tiefe Kümmernisse."

Und wohl alle meinethalben, wie ich glaube?" fragte Lowder in ärgerlichem Tone.Oder betreffen

einige Deiner Kümmernisse auch Blanche?" fügte er bedeutsam hinzu.

Ein schmerzlicher Ausdruck glitt über das G-sicht des Baronet«, aber er erwiderte nichts auf die höh­nische Frage.

Die Wahrheit ist", sagte Lowder,daß wir un« seit dieser Geschichte feindlich gegenüberstehen! Ich habe meinen Schmerz unzählige Male ausge- drückt! Ich möchte so gerne wieder Dein vertrauter Freund sein! Ich möchte so gerne meine Jrrthümer sühnen und Dir beweisen, daß ich im Grunde doch ein braver Mensch bin und daß meine Fehler nur den Schaumperlen gleichen, die einem guten Weine entsteigen."

Ehe Du mir das beweisen kannst, Guy, mußt Du mich in Dein Vertrauen ziehen I Ich muß Dein Geheimniß kennen!"

Mein Geheimniß!" schrie Lowder erschreckend.

Ja! Du darfst es mir nicht adlmgnen, daß Du ein Geheimniß hast I Ich weiß, daß die Summe, die Du dem Italiener zahltest, nicht zur Tilgung einer Spielschuld bezahlt wurde! Warum hat er Dir wiederholt versprochen, wöchentlich an Dich zu schreiben? Welches Geheimniß besteht zwischen D'r und ihm? Warum hast Du ihn zum Stillschweigen gedungen?"

Lowder war zu erschrocken, um antworten zu können. Der Baronet, so lange arglos und ver­trauensvoll, hatte fich endlich ermannt. Was wird der Ausgang seiner Forschungen sein?

Ich habe kein Geheimniß", stammelte der Ein­dringling.Palestro war nur ein Schreiber, dem ich eine große Spielschuld zu bezahlen hatte!"

Warum hast Du also darauf bestanden, daß er Dir jede Woche schreibe» soll?"

Lowder konnte keine glaubwürdige Antwort er­finden. Er wurde abwechselnd roth und bleich, rückte unruhig auf seinem Stuhle hin und her, schob den­selben endlich zurück in den Schatten und bewahrte ein hartnäckiges Stillschweigen.

Der Baronet fuhr fort, ihn mit scharfen, beharr­lichen, durchdringenden Blicken zu beobachten.

Und warum", fragte Sir Arthur strenge,läßt Du Dir die Briefe unter einer falschen Adresse nach Glocester schicken?"

Lowder stieß einen heiseren Schrei der Bestürzung und des Schreckens aus. Ein furchtbarer Ausdruck trat in seine Augen. Er schien übermannt nie» dergeschmettert zu sein. Einen Augenblick saß er wie gelähmt.

Wer wer hat Dir das gesagt?" keuchte er. Es ist falsch - ich schwöre, es ist nicht wahr!"

Sir Arthur erhob die Hand mit befehlender Geberde.

Noch eine Frage", sagte er in strengem Tone und mit finster leuchtenden Augen.Wer ist dieser Gefangene, der in den Händen de« Ränberhaupt« nwnnes, genannt der rothe Carvelli, ist? Dieser Gefangene, welcher entflohen und nach England ge­kommen ist."