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Jasper Lowder unterbrach den Baronet mit einem durchdringenden Entsetzensschrei, der einer Seele hätte entrungen sein können, die sich für alle Ewig, leit verloren weiß. Sein aschfahles Gesicht seine hervortretenden Augen, seine ver-erkten Züge sie alle verriethen, daß er von einem namenlosen Ent­setzen erfaßt war.

Entflohen", sagte er mit hohler Stimme.Nach England gekommen? Ec er ist hier?"

Sir Arthur war entsetzt über die erschütternde Wirkung seiner Worte. Das Geheimniß, das seinen Sohn umgab, schien ihm größer zu sein, als er ver- muthet hatte.

Du glaubst also, daß er gleich nach seiner An­kunft in England nach Trejsiiian-Hos kommen werde?" fragte der Baronet rasch.

(Fortsetzung folgt.)

DKlöedingter Hehorsam.

Eine heitere Skizze aus dem Gerichtsleben.

Von Constantin Bulla.

(Schluß.)

Die drei Männer machten unglaublich dumme Gesichter; da aber kein Grund zu der Annahme vorlag, daß sie auch noch anderer Gesichter fähig seien, so fiel dieser Umstand nicht weiter auf.

Der Aktuar, welcher mit anfeueruden Grobheiten nicht kargte, brachte die Männer bald aus ihrer Trägheit in die schönste Beweglichkeit. Einer stieg auf die Leiter und langte die Akten dem zweiten herunter und dieser trug sie dem dritten hinaus, welcher letztere sie am Fensterflur vom Staube säu­berte.

Hierbei ließ es sich natürlich nicht vermeiden, daß der Staub auch int Zimmer lustig umherwirbelte und daß demzufolge die Fenster aufgerissen werden mußten. Beides war dem Sekretär unangenehm, darum raffte er schnell seine werthvolleu Schriftstücke zusammen, drückte dem Aktuar zum Abschiede die Hand und sagte:

Leben Sie wohl, mein lieber Herr College! Auf frohes Wiedersehen nach vier Wochen!"

Der Sekretär lächelte verbindlich, der Aktuar noch viel verbindlicher und beide hatteir über das Verrinnen der besagten vier Wochen heimlich ihre eigenen, sehr entgegengesetzten Wünsche.

Bevor noch die gerichtliche Mittagsstunde ange­hoben hatte, war die Säuberung der Akten als vollbracht zu erkennen.

Als sich die drei Männer wieder an der Thüre erwartungsvoll aufgestellt hatten, ging Zach abermals nach dem Botenzimmer und winkte einem Gerichts­diener, der ihm sogleich folgte.

Führen Sie hier diese drei Kerls sofort ins Gerichtsgefängniß ab!" befahl der Gestrenge, wobei

, er auf die harrenden Männer deutete, welche bei ! dieser Eröffnung ihre Mäuler beunruhigend weit ! aufrissen und durch ihre Mienen einem tiefempfun« ! denen Schrecken Ausdruck gaben.

Na, wird's bald?" schnarrte der ungeduldige Gerichtsdiener seine Arrestanten an und wollte eben ihrer Fortbewegung eine handgreifliche Förderung angedeihen lassen, als sich der muthigste der drei Männer ein Herz faßte und die bescheidene Frage verlauten ließ:

Aber nehmen Sie's nicht übel wir ha'n doch nischt verbrochen, warum soll'n wir denn jetzt s eingesperrt werden?"

Ja eben wir ha'n doch nischt gemacht!" muckste auch ein Zweiter, der sich vorsorglich hinter den beiden Andern eine gedeckte Stellung gesucht hatte.

Der Aktuar sah den Gerichtsdiener, der Gerichts­diener den Aktuar und beide sahen die Männer der Reihe nach an.

Na sind Sie denn nicht aus dem Gerichtsge- t fängniß hierher gebracht worden?" fragte endlich der k Aktuar, in welchem eine unheimliche Ahnung zu däm- ; mern begann.

jNee!" versetzte wieder der muthigste der drei Männer,wir sind aus Louisenthal in die Stadt s reingekommen, weil wir um Zehne zum hochwürdigen Herrn Gerichtsassessor Matthes von wegen der Erb- ; geschichte mit unserm seligen Vater bestellt gewesen \ sind."

\ Während der Sprecher diese wohlgesetzte Rede . losließ, knöpfte er und auch seine Genossen die ! Jacken auf und alle drei zogen die an ihren Herzen ruhenden Vorladungen hervor.

! Der Aktuar schien vor Schreck ganz sprachlos . und starr geworden zu sein und stand wie vernichtet, 5 als er aber das vergnügte und ihm höchst ungeziemend i erscheinende Grinsen des Gerichtsdieners bemerkte, ; da flammte sein Zorn mächtig auf.

\Was wollen Sie denn noch hier?" schrie er den erschrockenen Gerichtsdiener an,Sie sehen doch, daß Sie sich geirrt haben! Führen Sie t diese werthen Herren sofort zum Herrn Asseffor Matthes, verstanden?"

\ Und damit drängte er die ganze Gesellschaft zur s Thüre hinaus, ergriff dann seinen Hut und lief wie besessen nach dem Gerichtsgefängniß, um dem In­spektor persönlich zu sagen, daß er auf die zum > Aktenabstauben bestellten Gefangenen verzichte, weil | nun sehr einfach: weil er sich die Sache anders . überlegt habe.

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- Wer da etwa die Stirn haben sollte, zu behaup-

* ten, daß es heutzutage in unsere^ Vaterlande an ! solchen Unterthanen fehle, die der Hohen Obrigkeit i unbedingten Gehorsam zu leisten bereit sind, dem fei ! diese wahre Geschichte zur besseren Belehrung hiermit vorgehalten

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