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und Lei dieser Gelegenheit hatte ihn Signora V'clni zur Grotte der heiligen Rosalia gebracht. Aber die Pilgerfahrt hatte ihm nicht gut gethan. Nicht ein. mal eine Berührung der Reliquien konnte ihm helfen. Er war immer still und traurig und vollständig blödsinnig I

Dies war der Hauptinhalt des Briefes. Ec schloß mit einer überschwenglichen Erklärung von der Ergebenheit und Treue des Schreibers.

Ein finsteres Lächeln leuchtete in Lowder's Ge- sicht, als er diesen interessanten Brief zu Ende gelesen.

Alles geht gut", dachte er, und das Herz schwoll ihm in der Brust mit einem triumphirenden Ge­fühle.Guy Tressilian ist so gut wie todt, und ich stehe fest aus feinem Platzei ycfc bin der Erkannte Erbe eines stolzen, alten Namens und einer großen Besitzung I Wenn Sir Arthur diese Nacht stürbe, würde ich Sir Guy Tressilian sein. Ich kann sehin, daß Blanche enöthet und wzittert, wenn ich näher komme. Sie wird in meine Arme sinken, wenn ich um sie werbe, wie schüchtern, stolz und bescheiden sie auch ist. Und ich will sie noch heute darum bitten. Ich möchte wiffen, was sie sagen würde, wenn sie wüßte, daß sie von zwei Männern geliebt wird wenn sie wüßte, daß Sir Arthur sie heimlich liebt!"

Seine Lippen verzogen sich zu einem cynischen Lächeln.

In diesem Augenblicke wurde ihm die bestellte Erfrischung gebracht. Er trank nur ein Glas Bier, ließ olles Andere unberührt stehen, bezahlte seine Zcchr und verließ das Kaffeehaus.

Etwas weiter unten an der Straße befand sich eine Papierhandlung- Lowder begab sich in dieselbe und ersuchte um Schreibmaterialien. Dann schrieb er in dem an die Popierhandlunz stoßenden Comtoir eine Antwort auf den Brief seines sicilianischen Verbündeten.

Diese Antwort war kurz und mit virstellter Schrift geschrieben. Er lag nicht in Jasper Low- der's Natur, sich in irgend einem Punkts eine Blöße zu geben. Ec wollte jede Möglichkeit verhüten, daß seine Correspondenz aurgespürt w rden könnte. Nn« glücklicher Weise schätzte er die Verschmitztheit und Schlauheit des hinterlistigen Sicilianer« nicht nach i^rtm vollen Werths.

Sein Brief, in welchem er Palestro und den Vicini's dis größte Sorgfalt und Wachsamkeit für ihren unglücklichen Pflegling aufgab und worin er sein Versprechen der reichlichen Bezahlung für aur- sührliche und fleißige Berichte über den Zustand Jasper Lowdcr's wiederholte, war bald vollendet. Er unterschrieb sich als John Horrville, versiegelte den Brief und gab ihn dann auf die Post.

Dann kehrte er in den Gasthof zurück, wo er sein Pferd eingestellt hatte, bestieg daffklbe und war bald in bester Saure auf dem Heimwegs nach Tressilian-Hof.

Alles war bisher gut gegangen. Er hatte noch keine Klippen auf dem Wege der Schuld gesunden,

welche sein findiger Geist und sein rücksichtsloser Wille nicht zu besiegen im Stande gewesen wären.

Und jetzt gilt die Loosung: Tressilian.Hof und Blanche I" dachte er, als er die Stadt verließ.Ich muß mich mit meiner Bewerbung beeilen. Ich bin ungeduldig, das holdselige, goldlockige Mädchen meine Gattin zu nennen. Mein romantischer Papa hat mir das Feld geräumt. Ich habe nichts zu thun, als zu kommen und zu siegen. Ehe der Tag um ist, muß ich Bräutigam dieser reizenden, kleinen Erlin sein."

Er erreichte das Dorf Ardleigh zur rechten Zeit und sprengte goloppirend der Straße zu, die nach Tressilian-Hof führte. Er war noch nicht weit ge­kommen, als er einen kleinen Korbwagen einholte, der denselben Weg zrrücklegte. Dieser Wagen wurde von zwei feurigen, schmerzen Ponries gezogen. Auf den blaue» Seidenk ssm desselben saß die reizende Blanche Jcky und hielt die Zügel in ihren mit weißen Handschuhen bekleideten Händen. Sie war ollein in dem Wagen, aber ein Reitknecht zu Pferde folgte in einiger Entfernung.

Der Morgen war noch grau und neblig, aber als Lowder das junge Mädchen erkannte, erschien ihm die Lust plötzlich Hill und sonnenklar.

Er ritt an ihre Seite und lüstete höflich den Hut.

Dies ist ein unerwartetes Vergnügen, Blanche", sagte er fröhlich.Habt Ihr mich gesucht?"

0 nein, durchaus nicht", entgegnete Blanche, ihn mit schelmischem Lächeln begrüßend.Bildet Euch nicht ein, daß Ihr von solcher Wichtigkeit seid, Master Guy. Ich war in Ardleigh. Und Ihr, wo seid Ihr gewesen, H-rr Ritter?"

Ich habe einen Spazierritt längs dem Flusse gegen den Wald von Dean zu gemacht", erwiderte Lowder.Ihr wäret verschwunden, sonst hätte ich Euch gebeten, thetlzunehmen. Ich glaube, mein armes Pferd ist müde."

Das ist's auch", sagte Blanche.Wellt Ihr nicht mit mir nach Hause fahren? Der Reitknecht kann Euer Pferd führen."

Die Einladung war gerade das, was Lowder wünschte und er nahm sie sofort an. Er stieg vom Pferde, übergab es dem Reitknecht und nahm dann an Blanche's Seite Plotz. Die Ponntes fingen so­fort wieder an, im Trabe zu gehen.

Als Jasper Lowder so nahe neben Blanche saß und ihr Athem ihn fast berührte, als er sich zu ihr neigte, da fühlte er sein Herz erbeben, und die Ver­suchung übermannte ihn, sein Geschick gleich kennen zu lernen.

Der Reitknecht saß rückwärts und entfernt genug, um nichts hören zu können. Sonst war die Straße ganz öde und menschenleer. Auf der einen Seite leg der Tressilian-Park, auf der anderen Felder und eine junge Anpflanzung, die ebenfalls zu dem Guts gehörte. Sie waren in dieser stillen Novemberland­schaft ebenso verlassen, als ob fie sich in dem Empfangszimmer des Herrenhauses befänden.

Jasper Lowder wandte sich plötzlich um und