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dies ein Beweismittel sein würde?" warf der Com- miffär ein. Er hatte die Worte hastig gesprochen.

Was fällt Ihnen dabei auf?" fragte der Richter.

Nichts nichts!" gab der Commiffär zur Antwort. Er verschwieg sichtbar einen Gedanken.

Prell ist selbst Jäger und Hst deshalb in diesen Sachen mehr Erfahrung als ich", fuhr Pintus fort.

Und er hat auch zuerst Ihren Verdacht auf den Förster gelenkt?" unterbrach ihn Körber. Er richtete sein Auge scharf und prüfend auf den Richter.

Und wenn er es gethsn hätte, so sthen Sie, daß sein Blick ein scharfer gewesen wäre", erwiderte Pintus.Ich muß aber jetzt noch den Namen Der­jenigen, der mir die erste Spur gezeigt, verschweigen."

Der Commiffär wußte, daß der Doktor es gethan hatte. War konnte ihn dazu bewogen haben? Hatte er wirklich eine Spur aufgefunden zu haben geglaubt? Hatte er mit dem Förster in irgend einem feind­schaftlichen Vrrhältniß gestanden?

Ec wußte nichts davon, allein es war ihm ein Leichtes, hierüber Gewißheit zu erlangen. Jetzt konnte er diese Gedanken freilich nicht weiter ver­folgen.

Der Richter deutete sein Schweigen falsch.

Commiffär", sprach er,ich fühle mit Ihnen; des Försters Angehörige und Alle, welche näher mit ihnen verbunden sind, thun mir aufrichtig leid, ich bedauere auch den Förster, denn ich habe ihn immer gern gehabt, aber Sie müffen selbst eingestchen, ich konnte nicht anders handeln, ich durfte meiner Pflicht als Richter nichts vergeben."

Sir konnten nicht anders", erwiderte Körber, ich mache Ihnen auch keinen Vorwurf."

Er stand auf, um fortzvgehen.

Der Richter hielt ihn noch zurück.

Nur kurze Zeit bleiben Sie noch", sprach ec. Es ist mir unbegreiflich, wo der Förster das Geld gelassen hat. In seinem Hause ist es schwerlich, denn zu genau habe ich dasselbe durchsucht. Sollte er es vergraben, im Walde versteckt haben?"

Körber zuckte schweigend mit den Achseln.

Herr Commissär", fuhr Pintus fort,ist der Förster seit jenem Tage in der Stabt gewesen?"

Nein", erwiderte Körber.Er fühlte sich ja unwohl."

Sie wissen es genau?'

Ich weiß er", versichert; Körber.

Es ist mir lieb", sprach der Richter.Wäre er hier bei seiner Mutter gewesen, so hätte ich auch bei ihr Haussuchung halten müssen, und wenn es geht, möchte ich die Frau schonen."

Der Commissär zuckte heftig auf. Er faßte sich indeß sofort wieder.

Haben Sie noch etwas?" fragte er ruhig, fast gleichgültig.

Nein ich danke Ihnen", erwiderte Pintus. Es hat Ihnen diese unglückliche Geschichte viel Mühe gemacht es freut mich, daß Sie nun mehr Ruhe haben werden."

Hastig verließ er das Zimmer.

Kopfschüttelnd blickte der Richter ihm noch.

Er ist ein so heller, ruhiger Kopf", sprach er zu sich selbst,und doch hat ihn die Liebe blind gemacht!"--

In einer Stadt wechseln die Eindrücke fast mit jedem Tage. Das Volk ist wie ein Wasser, jeder Wind ruft auf ihm Wellen hervor, mag er von Osten oder von Westen kommen, und sein bleibender Charakter ist seine Beweglichkeit.

Von der Ermordung des jungen Berger wurde nur noch dann und wann gesprochen, wenn man unwillig war über die lange Untersuchung und Verhandlung gegen den Mörder desselben. Der Förster faß nun seit Wochen und Monaten im Gefängniß er hatte Berger erschossen, weshalb machte man noch so viel Umstände mit ihm.

Was jetzt die Gemüther beschäftigte, hatte mit diesem ganzen Vorfälle nichts mehr zu schaffen.

Es hatte sich in der Stadt nämlich ein frommer Verein gebildet. Er zählte über fünfzig Mitglieder, und zwar waren es meist angesehen- Männer, unter ihnen auch Doktor Prell. Der Verein hatte sich den NamenPhilomen" gegeben.

U-ber diesen Verein und sein Treiben unterhielt sich der Polizei-Commiffär mit dem Aff-ssor Jung, demselben, der einst auf dem Ballsbende den Streit zwischen Berger und Hellmann in so lustiger Weise geschlichtet hatte.

Es ist mir fast bei Allen begreiflich, warum sie in diesen Verein getreten sind", bemerkte der Polizei- Commiffär,nur bei einem Manne nicht."

Und bei wem nicht?" warf Jung ein.

Bei Prell nicht", antwortete Körber etwas.leiser.

Aach mir ist fein Eintritt in diesen Verein ausgefallen", erwiderte Jung,denn ich hätte es ihm nimmer zugetraut. Vor einigen Tagen traf ich mit ihm zusammen und sprach darüber; er ge­stand mir offen ein,, daß der Verein zwar nicht ganz nach seinem Sinne sei, allein er habe keinen anderen Verein, dem er sich anschließen könne, um den For­derungen feine« Glaubens und Herzens Genüge zu thun."

Wie schlau!" warf der Commiffär ein.

Weshalb schlau?" fragte Jung.

Aber, Herr Affessor", erwiderte der Commissär lächelnd,glauben Sir denn wirklich, daß er sich durch einen inneren Drang dazu hab; treiben lassen? Assessor, eher würde ich das von Ihnen glauben. Seien Sie versichert, daß Prell gar nichts glaubt, daß er im Stillen über das ganze Treiben lacht ich müßte ihn nicht schon seit Jahren kennen."

Sie haben nicht Unrecht", bemerkte der Assessor, allein weshalb sollte er dem Verein wohl beige« treten fein?'

Weil er irgend einen Zweck dadurch errei­chen will."

Vielleicht hofft er die Zahl seiner Patienten dadurch zu vermehren seine Praxis ist ja nicht die ausgedehnteste."

Körber schüttelte zweifelnd mit dem Kopfe.