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Namen Johann Walter Dein DisbrShandwerk fort­gesetzt"

Lüge! Läge!" stieß der Graf todtenbleich mit wuthvsrzerrtem Antlitz hervor,der Mensch ist ja dem Tollhause entsprungen"

Wir sind zur Stelle!" tönte eine Stimme von der Thüre her, und entsetzt wich° der Graf zurück, hülfesuchende Blicke umherwerfend.

Ulrich von Jmmendorf war geräuschlos einge- treten, gefolgt von dem Detecsiv Thorsen, während Major Tellkamp, einen besorgten Blick in das Zim­mer versend, draußen stehen blieb. Nach Egons Entfernung war Ulrichs Aufregung und Ungeduld auf eine so unerhörte Weise gestiegen, daß selbst Thorsen es für gerathen gehalten, sich wenigstens mit ihm in die Nähe des Jmmsndorf'schen Hauses zu begeben, was allerdings auch mit seinem eigenen geheimen Wunsche übereivstimmen mochte. So hatte der Major mit großer Besorgniß seine Einwilligung dazu geben müssen, indem er sich als Begleitung anschloß.

Der alte Johann, welcher dem Freiherrn, der sich jetzt nicht mehr mit dem Anblick seines Hauses und des gräflichen Miethwagens vor der Thür be­gnügen mochte, öffnete, stieß beim Erscheinen des Herrn einen leisen Freudenschrei aus und führte ihn nebst seiner Begleitung geradewegs nach dem Kran­kenzimmer, wo sie zur rechten Minute eintrafen.

Ja, wir sind zur Stelle!" wiederholte Ulrich, auf den Grafen, der bis zum Krankenbette zurück« wich, zuschreitend.Kennst Du mich, John Walter, denn so hast Du Dich noch kürzlich genannt, ich bin der Sohn dieser Hauses, der einst"

Ach, ein verlorener Sohn, wie ich es leider bis vor Kurzem noch gewesen", rief jetzt der Graf, der seine Frechheit wieder gesunden,da« ist ja ein überraschendes Zusammentreffen, mein theurer Adam Sturm I"

Elender Dieb, vergleiche Dich nicht mit mir", sprach Ulrich,willst Du es mir gegenüber vielleicht leugnen, daß Du meine Ersparnisse geraubt und Dich damit au« dem Staube gemacht hast? Willst Du es leugnen, daß ich Dich über's Weltmeer verfolgt, Dich vor der Stadt gefunden und mit Dir im klei­nen Gehölze gerungen habe?"

Wo der ehrliche, gentile Adam Sturm mich meuchlerisch niederstieß!" rief der Graf mit heiserer Stimme.

Du lügst, Elender! ich war waffenlos, wäh­rend Du Deinen Revolver auf mich abschossest und Dich alsdann im Ringen mit dem eigenen Mord- messer, das mein Herz treffen sollte, verwundetest!" rief Ulrich mir donnernder Stimme.

,U« Gotteswillen!" bat Ulrike händeringend, vergißt Du, daß eins Schwerkranke hier liegt, Ulrich?"

In diesem Augenblick trat Tellkamp rasch in's Zimmer und gebot mit feierlichem Ernste Ruhe.

Ich konnte ihn nicht zurückhalten", fuhr er leise und erregt fort,Egon, führe den Freiherrn hinaus,

und Sie" er wandte sich zu Thorsen,bringen wohl diesen Herrn in Sicherheit."

Der Graf starrte den lächelnden Deiectiv an und wollte ihn bei Seite schieben, um hinauszu­stürzen. Doch dieser» in solchen Dingen erfahren, hatte schon im nächsten Augenblick den sich Sträu­benden hinausgezogen und durch starke Handschellen unschädlich gemacht, worauf er mit ihm das Haus verließ, den draußen harrenden Wagen bestieg und sich nach dem Polizsigsbäuds fahren ließ, wo er feinen Fang triuwphirend ablieferte.

Er war zufrieden mit dem Resultat, das seinen Ehrgeiz befriedigte.

Drinnen im Sterbezimmer hatte sich Ulrike ver- zweiflungsvoll über die Schwester gebeugt, welche der schrecklichen Scene stumm und unbeweglich mit weitge öffneten Augen zugrschaut. Sie ergriff ihre eiskalte Hand, legte dis Rechte auf ihre Stirn, blickte ihr in die fchreckensvollen Äugen, di« starr und ver­glast erschienen, horchte nach ihrem Athem und stieß einen wilden Angstschrei au«, von dem Tante Irm­gard nicht mehr erwachte.

(Fortsetzung folgt.)

Der Martinslag.

Von Frank Heinrich.

(Nachdruck verboten.)

Das Geschlecht der Gänse besitzt, wie bekannt, eine geheiligte Bedeutung, die schon aus vorchrist­licher Zeit her ihren Strahlenkranz um das Haupt de« Vogels gewoben. Im alten Griechenland war sie im Tempel der Persephone das Abbild der Göttin, in Rom Frau Juno heilig, ob auch ihr Abbild, das wagt die Ueberlieferung nicht mit Bestimmtheit zu entscheiden, obwohl noch in unserer Zeit Manches dafür spricht, da bekanntlich roch heute manches Gänschen sich für eine Juno hält. Glechvisl aber seit das Schnattern des Vogels vor nun mehr als zwei Jahrtausenden die heilige Roma vor der zerstörenden Hand der Barbaren beschützte und da­mit der Nachwelt eine der glänzendsten Stätten der Cultur bewahrte, ist es ganz natürlich geworden, daß man der Gans überall Tempel baut und ihren Namen mit stiller Verehrung nennt.

Auch dis poesielose Zeit des 19. Jahrhunderts hat an diesem sinnigen Cultus nichts zu ändern ver­mocht, insofern wenigstens, als er auch bei uvs noch in gleicher Wärme besteht. Daß er eine etwas an­dere Form angenommen hat, und daß man statt der Gänse der Alten bet uns mehr dis jungen Gänse ich meine selbstverständlich nur die dem Thier­geschlechte angehörigen! verehrt, ist eine Wand­lung, die man dem Materialismus unserer Zeit zu Gute halten muß, der sich sogar soweit in seinen