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Ulrichs zu schildern. Er erzählte bem sushorchenden Neffen Alles, was Hedwiga ihm über das Drama im kleinen Gehölz mitgetheilt, und schloß mit der Versicherung, daß er von Ulrichs Unschuld so fest überzeugt sei, wie vom eigenen Dasein.

Als er schwieg, blieb Egon stehen, schaute den Onkel fest an und sagte:Ich thetle Deine Neber» zeugung und will Dir beistehen, den Unglücklichen zu retten. Ja, mehr noch, er muß der Gesellschaft zurückgegeben werden, was am Ende nicht gar zu schwer fallen dürste, weil man ihn, wenn ich recht verstanden, nicht als den Sohn des Henn von Im» mendorf erkannt hat."

So sagte mir Hedwigs "

Eine brave Schwester, welche, ohne zu fragen und ohne zimperliches Bedenken dem Verfolgten ein Asyl gab", nickte Egon beifällig.

3a, es ist ein wackeres Mädchen", bestätigt« der Major,das Ebenbild der Tante Ulrike, was Cha­rakter und Herz anbetrifft, im Ueöriaen aber"

Wohl das Ebenbild der blonden Irmgard, wie?' O nein, sie ist allerdings bildhübsch, die kleine Hedwiga, aber dabei eine echte, brünette Immendorf. Ihre Mutter war, wie Du weißt, eine reiche Bür­gerliche, welche, unter uns bemerkt, durch ihr Geld den Zusammensturz des Hauses verhütete."

Wofür sie schlechten Loh« geerntet, nicht wahr, Onkel?"

Leider, die Arme starb sozusagen im Exil, woran allerdings das ahnmstolze Fräulein Irmgard, welches den Freiherr» gänzlich beherrschte, ein gut Theil schuld gewesen. Kennst Du die Geschichte dieser zweiten Gemahlin?"

Nm vom Hörensagen ein wenig, ich kümmerte mich damals nicht viel um solche Geschichten."

Warst auch noch zn jung dazu", nickte der Major-, schwermüthig in die Ferne blickend,interessirt es Dich jetzt, dieselbe zu hören?"

Um ein klares Bild jener Familie zu erhalten, - sehr, Onkel!"

Nun, die erste Gemahlin des Freiherrn von Im» mendorf war eine hochadelige Dame aus uraltem Geschlecht, deren einziger Sohn der unglückliche Ulrich ist. Sie starb früh und der Wittwer, ein paffte» nirter Spieler, wirthschaftets mit dem großen Ver­mögen wie ein Wahnsinniger darauf los. Hätte er seine Schwester Ulrike nicht im Hause gehabt, welche mit kluger Berechnung die häusliche Wirthschaft zu führen verstand, die Herrlichkeit wäre schon längst zusammengebrochen. Man munkelte bereits von einem Bankerott, als der alternde und bereits grauhaarige Verschwender sich in der zwölften Stunde noch de» bürgerlichen Goldfisch angelte, zum Entsetzen der kranke» Irmgard, welche darüber fast gestorben wäre. Nun, sie mag sich bei dem Gedanken der Rache wieder aufgerichttt haben, da sie das arme, reiche Opferlamm weidlich gequält haben soll."

Und Ulrike?" fragte Egon mit einem forschen­den Seitenblick auf den Onkel,nahm sie sich des unglückiichm Opfers nicht an?"

Gewiß, sie rhat, was in ihrer Macht stand, ver­mochte das Schicksal derselben jedoch nicht abzuwen- bett.' Die Schwägerin starb in ihren Armen. Dz bin ich schon beim Abschluß, ohne begonnen zu haben, unterbrich mich, bitte, nur nicht wieder, mein Sohn! Die junge Baronin, sie zählte erst 17 oder 18 Jahre, stammte aus X>, jener Universitätsstadt, wo Ulrich Jmmendorf studirts und auch Du Dir dis Hörner abgelaufen haft."

Ach richtig, sie war die einzige Tochter des reichen Großhändlers Holberg"

Na ja, unterbrich mich nur nicht immerfort, ich verliere stets den Faden. Auf einem Balle lernten \ sich drr Student und drr Goldfisch keanerr und lieben, ß er war ein bildhübscher Junge und sie ein Engel, \ wie's in dem Lxikon der Verliebten heißt. Da ge- l riech der Alte nach X. und kaperte sich selber den i Engel, um seinen Finanzen aufzuhelfen. Ec machte | die Geschichte heimlich mit dem Großhändler ab, der £ schon lange nach einem hochadeligen Schwiegersohn l sich umgeschaut haben mochte, und sandte den Wild- ? fang von Sohn, der ihm als Nebenbuhler etwas unbequem erschien, auf ein Halbjahr auf Reisen, j Ulrich hatte keine Ahnung von dem Verrath; er s reiste vergnügt mit einer vollen Börse» welche der ! Großhändler jedenfalls gespickt hatte, nach Paris, : um dis französische Sprache an der Quelle zu studiren, l wie der Vater lachend bemerkte, und fand bet seiner s Heimkehr die junge Stiefmutter im Vaterhause."

Das war ein niederträchtiger Streich", mur- t melte Egon, al« der Major eine Pause machte.

Dafür mochte es der Sohn auch halten", nahm j jener auf's Neue das Wort,es soll eine furchtbare I Scene gegeben haben, deren blutiger Ausgang : nur durch die besonnens Ulrike verhindert worden. - Sie war'«, welche bett Betrogenen soweit beruhigte, : und ihn zur Rückkehr nach der Universität bewegte. => Von da an batirt erst bas eigentliche wüste und l tolle Treiben des jungen Mannes, welcher sich be- f täuben wollte, um dis Rachegeister zu bändigen, an : ein ernstes Studium aber nicht mehr dachte. Die : Ferien verbrachte er regelmäßig auf Reisen, da der : Vater mit dem Gelds nicht kargte und der tolle ; Ulrich den Vorsatz gefaßt zu haben schien, bas Gold l der Stiefmutter in alle vier Winde zu zerstreuen. » Nach Hause kam er niemals. Die kleine Hedwiga j wurde geboren, brachte der armen jungen Mutter : aber weder Frieden noch Glück, da der Freiherr l feine eigenen Wege ging und nur Ulrike ihr Schutz z und Liebs gewährte. Endlich, nach sechs ober sieben \ wüst verlebten Semestern machte Ulrich sein Examen, fiel natürlich glänzend durch und kehrte ziemlich ge- I drückt in die Vaterstadt zurück, wo er sich ein Logir

i miethets und nnr mit mir verkehrte. Ich war der-

< zeit sein einziger Freund und weiß, welch' trefflicher

e Kern in ihm steckte, und daß eine richtige Erziehung

* ein glänzendes Resultat geliefert hätte. Der arme s Junge ging mit dem Plane um, in Oesterreich sein i Glück als Soldat zu versuchen. Der Krieg stand in ? Aussicht, er hofft«, dort rasch zu avanciren und

studirte u schäften, ficht must mied und auswich, liebte, spr urplötzlich und nach ich zurückk davongego betreten, kleine He! Freiherr, Reitpeitsä die Stich war mied aber i mächttg jungen F mensein ihre Sch- entgegen zurück, u zu geben Kinde» v williges 1 Badekur nur von dazu bett Hedwiga sie zur c väterlich, von dem Dann st

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