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wäre in einer garstigen Lage, wenn er nicht sein Alibi so genügend nachwiese."

Ich wollte noch etwas sagen, aber er ließ mir nicht die Zeit dazu, sondern wendete sich an die ver- sammelten Directoren:

Es wäre reiner Zeitverlust, meine Herren, wenn wir die Untersuchung weiter sühren wollten; das Zeugniß des Herrn Langford erscheint in jeder Be- ziehung und überall, vongleich hohem Werth." Den einen Theil widerlegt die Aussage von Benjamin Somers und der letzte Zeuge widerspricht den zweiten. Daraus möchte zu schließen sein, daß Herr Langford auf seiner Reise nach Clayborough einschlief und sehr lebhaft und umständlich träumte.

Nichts ärgert und reizt mehr, als wenn man un­fern tiesinnersten Ueberzeugungen nicht glaubt und der Sarkasmus des Verwaltungsrathes schnitt wir durch ? Mark und Bein. Am unerträglichsten jedoch war ! das ruhige Lächeln, welches in Somers Mundwinkel lauerte, und der halb triumphirende, halb boshafte Blick des Herrn Raikcs. Offenbar war nicht alles richtig mit ihm; er schien zu fragen: Wer ist das? was will er? warum steht er da? warum kümmert ; es ihn, ob ich Urlaub habe oder nicht?

Ich war aufgeregter, als vielleicht die Sache ver- ; diente und bat deshalb die Versammlung noch um I einen Augenblick Geduld. Jelf zupfte mich abmatz- - nend am Äermel und flüsterte:

Laß dcch sein; der Präsident hat recht; Du i hast geträumt und je eher die Geschichte vergessen i ist, desto besser."

Das half nicht. Ich war nicht zum Schweigen i zu bringen und wollte sprechen, so lange ich etwas zu $ sagen hatte. s

Träume, meine Herren, bringen gewöhnlich keine ; greifbaren Resultate und ich wünsche zu erfahren, wie ' aus meinem Traum sich eine so gut gearbeitete Cigarrentasche entwickeln konnte, welche ich die Ehre - hatte, Ihnen bei dem Beginn unserer Conferenz; vorzulegen."

Er antwortete:

»Ich gebe zu, Herr Langford, daß das Etui ein- f schneidend sür Sie spricht, aber auch nur das Etui \ und obendrein ist cs noch möglich, daß die Directoren > sich durch eine zufällige Achnlichkeit täuschen ließen. ' Darf ich die Tasche noch einmal sehen?"

Ich überreichte sie mit der Bemerkung:

Es ist unwahrscheinlich, daß sich gerade dieser \ Namenszug auf einer andern findet."

Schweigend sah der alte Herr das Futteral einen ! Moment an, ehe er's Herrn Hunter reichte. Dieser drehte es um und um und schüttelte den Kopf, als f er erklärte: j

Es ist keine oberflächliche Achnlichkeit. Dies hier l ist zweifellos John Dwerrihoufe's Cigarrentasche. Ich ! habe sie hundertmal gesehen und erkenne sie ganzl gewiß wieder."

Ihrer Ansicht!" unterbrach der Präsident.Aber ! wie kam sie in den Besitz des Herrn Langford?"

Sie lag, wie schon gesagt, zu meinen Füßen, nachdem der Besitzer auegesticgen war. Ich trat darauf, als ich ihm aus dem Wagenfenster nachfah und lief hinterher, um sie zurückzugeben, als ich Herrn Raikes mit ihm in tiefem Gespräch erblickte oder zu erblicken meinte."

Dieses Mal riß mich Jonathan mit krampfhafter Heftigkeit am Aermel und raunte mir zu:

Sieh' mal Raikes an, sieh' mal Raikes an!"

Während ich mich umdrehte, schlich der Beamte todtenbleich und mit zitternden Lippen dem Aus­gange zu.

Ich sprang ihm in den Weg, packte ihn an die Schultern wie ein Kind und drehte ihn gewaltsam gegen den grünen Tisch mit dem Ausruf um:

Da seht mir Dem mal in's Gesicht, Ihr Herren, er zeugt für mich!"

Die Stirn des Präsidenten wurde finster und er drängte:

Wenn Sie etwas zu bekennen haben, Raikes, so thun Sie es jetzt."

Der Schwächling konnte sich nicht von mir los- reißen und stammelte:

Lassen Sie mich los; ich weiß von nichts. Sie haben kein Recht, mich hier wider meinen Willen festzuhalten. Lassen Sie mich los, sage ich!"

Der andere fragte:

Hatten Sie mit Herrn John Dwerrihouse auf der Station Blackwater eine Zusammenkunft oder nicht? Ist die Anklage gegen Sie falsch oder wahr? Wenn das letzte der Fall ist, so bitten Sie um Gnade und machen ein ausführliches Bekenntniß!"

Der Schelm rang die Hände in hilflosem Schrecken und schrie:

Ich war fünfzig Stunden weit weg, weiß von der ganzen Geschichte nichts und habe nichts zu ge­stehen. Ich bin bei Gott unschuldig!"

Fünfzig Stunden weit weg"; wiederholte der Vorsitzende.Wie so?"

Ich war in Devonshire. Ich hatte drei Wochen Urlaub, wie Herr Hunter weiß, und kann klar legen, daß ich die ganze Zeit dort unten war."

Als die Directoren ihn so niedergedonnert und fast wahnsinnig vor Furcht sahen, stand einer der Herren leise auf und hieß den Pedell die Saalthür schließen. Dann fragte man:

Was hat Ihre Anwesenheit in Devonshire mit der Sache zu thun? Wann waren Sie dort?"

Der Secretär erklärte:

Herr Raikes war im September beurlaubt und damals ungefähr verschwand Herr Dwerrihouse."

Ich erfuhr es erst bei meiner Zurückkunft."

Das wäre nachzuweisen", entschied der Präsident; ich werde diesen Fall dem Gericht übergeben. In­zwischen rathe ich Ihnen, keinen vergeblichen Wider­stand zu versuchen, sondern ein offenes und reuevolles Bekenntniß abzulegen, so lange Ihnen das noch Hilst. Was Ihre Mitschuldigen betrifft. . ."

(Schluß folgt.)

Nedaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brüht'scheu Druckerei (Kr. Chr. Pietsch) in Gießen.