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haarigen Manche Beliebt machen wollte, kaufte er für sie rin prachtvolles Perlenhalsband mit einer Diamantagroffc. Ein Geschenk, welches Guy selbst schon gekauft hatte, war gleichfalls in Lowder's Besitz und dem schönen Mädchen zugedacht.
Guy beabsichtigte wahrscheinlich, mehreres für die Dienerschaft zu kaufen, dachte Lowder bei diesen Einkäufen; aber das muß genug sein.
„Die Ausgaben btr letzten Tage haben meinen Geldvorrath so ziemlich aufgezehrt. Es ist Zeit, daß ich mich in Tressiiian-Court zeige."
Er telegraphirte Sir Arthur den voraussichtlichen Tag seiner Ankunft und verließ am dritten Tage, nachdem er daselbst angekommcn war, Paris, um sich nach England, dem Schauplatze seiner erwarteten Triumphe, zu begeben.
Siebentes Kapitel.
Sir Arthur und Blanche.
Tressilian-Court, der Wohnsitz Sir Arthur Tresstlian's, das rechtmäßige Erbgut des armen Gvy und der Preis, für welchen Jasper Lowder seine Seele verkauft hatte in der Hoffnung, ihn zu gewinnen, lag auf dem malerischsten Punkt der Flusses Schweon. Das große, aus Stein erbaute Schloß, welches drei Seiten eines großen Vierecks bildete, war ein prachtvolles Muster elisabethinischer Baukunst. Umgeben von Wäldern und Gärten, von sinnigen Hügeln, dir bis zum Waffer hinabreichten, Feldern und blühenden Triften, machte die Besitzung gleichzeitig einen großen und schönen Eindruck.
Er war ein stürmischer November-Abend, etwa drei Tage nach Jasper Lowder's Ankunft in Marseille. Der Wind fuhr ächzend durch die alten Eichen und Ulmen der langen Allee, welche von der Landstraße zum Herrenhaus führte; und der Regen schlug mit heftigen Stößen an die Fenster, Finsterniß und Sturm herrschten auf dem Schauplatze.
Innerhalb des Hauses war es jedoch heiter h-ll. Das schöne, alte Bibliothekzimmer, besonders mit seinem dunkeln, verzierten Plafond, den getäfelten Wänden und dem freundlichen Feuer, das sich auf demselben wiederspiegelte, war ein Bild angenehmster Häuslichkeit. Der vielarmige Lustre verbreitete nach allen Seiten ein freundliches, mildes Licht. Die Vorhänge waren zugezogen, der lange, mit grünem Leder überzogene Lesetisch war mit Büchern bedeckt, von denen viele aufgeschlagene auf kürzliche Benutzung deuteten. Eine schöne, verzierte Guitarre lag auf einer Ottomane und das blaue Band derselben fiel auf den dunklen Teppich hinab.
In einem Lehnstuhle vor dem Kamine, ein aufge- schlagenes Buch auf den Knieen und mit träumerischen Blicken in die rothe Gluth starrend, saß Sir Arthur Tresstlian.
Er war ein ernster, schöner Mann, in der Kraft und Blüthe seiner Jahre, wie es seine rabenschwarzen Haare zeigten. Er hatte braune, ernste Augen und einen Mund, deflen fester Ausdruck zuweilen
; von einem zärtlichen Lächeln gemildert wurde. Groß von Gestalt, breitschulterig, edel, großmütig und arglos — so war der Baronet, welchen Lowder so zu betrügen hoffte, daß er von ihm als Sohn anerkannt werden sollte.
Er war in tiefe Gedanken versunken, als die I THür plötzlich aufging und ein junges Mädchen hereinschwebte.
Sie war sein Mündel Blanche Jrvy.
„Allein, Onkelchen?" fragte sie mit lieblicher s Stimme, sich Sir Arthur nähernd. „Ist Dein Verwalter mit seinen langweiligen Rechnungen endlich fort? Und hast Du für mich, kleinen Störer, ein wenig Zeit?"
„Für Dich habe ich immer Zeit, Blanche", entgegnete ihr Vormund zärtlich.
Der Blick, welcher diese Worte begleitete, wäre 5 für Jemand Aelteren und Erfahreneren als feine i jugendliche Mündel eine Eröffnung gewesen.
Es war der Blick eines Liebenden. Und obwohl er es sich nicht träumen ließ, daß sein Geheimniß, welches er wie fein Leben bewahrte, in feinem Blicke gelesen werden konnte, liebte der Baron seine Mündel dennoch mit aller Zärtlichkeit und Leidenschaft seiner edlen Männlichkeit — mit der ganzen Kraft einer reichen Herzens und Kopses. So hatte er nicht einmal bas schöne Mädchen geliebt, das seine Gattin i wurde, noch ehe er großjährig geworden — die - Dame, dis ihm einen Sohn gebar und bald darauf s gestorben war. Er hatte damals fein Herz und seine ' Seele nicht gekannt und er war erst kürzlich die Thatsache inne geworden, daß Blanche sich ganz und gar in fein Herz gestohlen hatte, daß sie die Verkörperung seines einstigen Ideals war, fein Alles, die einzige große Lei enschaft seines Lebens.
Es war kein Wunder, daß er sie so liebte. Sie war sehr schön, mit einem heitern, kindlichen Gesichte, und sie war eben so rein und harmlos, als sie reizend war. Weiß wie eine unberührte Schneefläche, mit goldfarbigen, weichen Locken, die auf ihren Nacken herabwallten, mit großen, grauen Augen, deren Ausdruck mit jeder Empfindung wechselte; mit zart und rosig angehauchten Wangen und einem weichen, vollen Mund, fähig .die edelsten Gefühle auszudrücken, war sie in der That ein Geschöpf, welches ein Menschenherz in seinen innigsten Tiefen aufregen konnte. Sie schien blos ein heiteres, fröhliches Kind zu fein und ihr Vormund wußte, daß in ihrer jungen Brust ein Herz schlummerte, welches der stärksten Empfindungen fähig war und daß sie unter ihrem kindlichen Aussehen einen heldenmüthige» Charakter besaß.
Sie setzte sich auf einen Schemel zu Sir Arthur'« Füßen und ihren kleinen blonden Kopf an seine Brust lehnend, schaute sie gleich ihm gedankenvoll in die Gluth.
Sir Arthur fuhr ihr mit der Hand liebkosend über den Kopf und schaute sie mit einem Blicke an, der sie erschreckt, hätte sie sehen können, wie voll Liebe und hoffnungsloser Sehnsucht er war.
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