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äU ob das Leben diese? armen jungen Fremdlings sich mit meinem Leben verketten sollte!"

Langsam und nachdenklich trat sie den Heim­weg an.

Sechstes Kapitel.

Lowder schließt mit seiner Vergangen­heit ab.

Nach zweitägiger, anstrengender Seereise, wäh- rend welcher Lowder seine Sabine kaum verlassen hatte, traf er in Marseille ein und stieg als Lord Tressilian in einem der feinsten HStets ab.

Hier will ich einige Tage bleiben", sagte er zu sich selbst, nachdem sich die Schaar der Bediensteten unter tiefen Bücklingen zurückgezogen und er sich allein in einem eleganten Salon befand.

, Hier will ich rvhen, denn ich fühle mich von dem Schiffbruch noch ganz erschöpft; die Glieder schmerzen mich, mein Gesicht ist aschgrau und meine Augen blicken nervös. So wie ich jetzt aurschaue, kann ich mich unmöglich auf Tressilian - Court vorstellen."

Er läutete um Schreibzeug und eine Flasche Bordeaux. Von dem Weine trank er ein Glas in hastigen Zügen.

Ah, das giebt mir neues Leben!" murmelte er, das wird mir Kraft geben für die Aufgabe, die mir bevorsteht! Es ist keine angenehme Pflicht, die Briefe zu schreiben, die ich vorhabe."

Vor Allem nahm er aus feiner Brieftasche Guy's TagebuS. Er halte sich unter Anderm auch des kleinen Schlüssels bemächtigt, den Guy an feiner Uhr kette getragen und schloß es mit dems.lben auf.

Guy's Tagebuch die Aufzeichnungen seine« ReisejahriS welches er selbst vor Lowder's Augen geheim gehalten hatte, lag jetzt offen vor dem Ein­dringling. ,

Sorgfältig jede Eigcnthümlichkeit von Tressilian s Handschrift studirend, schickte sich Lowder an, an Sir Arthur Tresstlian zu schreiben.

Seine Feder stockte ein wenig, als er die Worte, mein theurer Vater" schrieb und seine Züge ver­änderten sich. Er wartete eine Weile und fuhr dann fort, den Empfang von Sir Arthur'« Brief, der ihm von Legbora nach Cagliari nachgeschickt worden war, bestätigend, die Abenteuer seiner Reise nach ©teilten zu erzählen. Er beschrieb den Sturm, der ihn unweit der sicilionischen Küste ereilt halte und die Einzelheiten de» Schiffbruches und erklärte, daß seinarmer Freund Jakper Lowder" eine furcht­bare Verletzung erlitten, die ihn unheilbar blödsinnig gemacht habe. Er war genöthigt gewesen, ihn in der Umgebung Palermos zurückzulaffen. Er selbst sei verl-tzt und krank und werde seine Reise nach Tressilian-Hof in kleinen Stationen fortsetzen und daselbst wahrscheinlich innerhalb einer Woche an­kommen. Er würde sein Kommen von Paris aus telegraphisch anzeigen.

Tiefem forgsältig ausgeführten Schreiben fügt«

er den Namen bei, den er gestohlen halte Guy Tresstlian.

Ich schmeichle mir, daß das gut gemacht ist", sagte Lowder, als er den Bries zusammengesaltei und gesiegelt hatte.Vertraut, wie ich mit Guy'r eigenthümlicher Unterschrift bin, könnte ich fast schwören, daß dies dir seinige ist. Dieser Bries wäre fertig, jetzt zu dem anderen."

DieserAndere" schien viel schwieriger zu fein etwas wie Aufregung kam in Lowder's Gefich und er stand auf und ging unruhig in dem Zlmrnei auf und ab.

Ich glaube, es wird sie lösten", murmelte Som, der;armes Geschöpf! Aber cs ist zu spät, um zurückzutreten und selbst, wenn ich es könnte, würde ich nicht umkehren!"

Dennoch ging er mit einem unruhigen Ausdruck in feinem schönen Gesichte und mit einem furcht samen Blicke in den blauen Augen in dem Simmet auf und ab.

Es muß geschehen", murmelte er endlich.Sol ich die schönst« Zukunft, die je einem Manne winkte aus bloßer Sentimentalität wegwerfen? Richt ein­mal ein Leben soll zwischen mir und meinen glän­zenden Aussichten stehen.'

Die Lippen zusammenpressend, setzte er sich mied« an den Tisch und abermals sorgfältig Gvy's Hand schulst studirend, schrieb er, wie folgt:

Marseille, 17. November 1867.

Hochgeehrte Frau Hester Lowder!

Ich b. finde mich in der traurigen Lage, Ihnen ein Ereigniß zu melden, das Sie in tiefen Schmer; verfitzen wird. Ein entsetzlicher Sturm hat mich und meinen Freund, den ich über Aller liebte, aui offener See überrascht ein Sturm, der mit so lange ich lebe im Gedächtniß bleiben roirb, denn er hat mir den einzigen Freund entrisse« auf Nimmerwiedersehen. Das unerbittliche Schicksal I hat, während ich selbst dem Tode nur mit äußer­ster Mühe entging, Jakper Lowder au» der Schaat der Lebendigen gestrichen er ruht sanft go beitet auf dunklem Meerergrund.

Entschuldigen Sie gütigst, daß ich dar entsetz­liche Ereigniß, das Ihrem Herzen so unendlich wehe thun wird, gleich am Anfänge meiner Seilet ohne jedwede Vorbereitung melde. Aber ich hm es für beffer, wenn ein vom Unglück heimgesuchln Menschenkind den Kelch des Leidens voll und gaw zu trinken bekommt, als daß es ihn tropfenweise leeren muß. Ueberdies verhängt Gott über utii Sterbliche nicht mehr, al» wir ertragen können.

Der Dahingegangene, der mir seit einem Jahn Reisebegleiter und Freund war - er war auch an meiner Seite, als wir am 13. d. Mts., Abend! Angesichts der Küste von einem rasenden Sturm überrascht wurden, der mit ensetzlicher Wucht ew hertobte, daß der kleine Dampfer, auf dem m un» befanden, trotz Aufgebot aller menschliche« Kraft rettungslos verloren war. Schon beim