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„Za, Sir Arthur. Er sagte mir, wie sehr er bereue. Er weiß jetzt, daß ich Zeuge seiner Thal war."
„Ich habe darüber nachgedacht, Blanche, daß Deine Hochzeit lieber für ein Jahr oder zwei hinaus- geschoben werden sollte. Guy hat sich seltsam verändert. Er ist Deiner nicht würdig.'«
„Es ist doch viel Gutes in ihm — muß es sein? Vielleicht ist es mein Einfluß, desien er be> darf. Ich danke Dir, bester Onkol, sür Deine Sorgfalt um mein Glück, aber ich kann in einen Auf- schub der Hochzeit nicht willigen."
„Lafie Dir Zeit, um diesen Entschluß zu überlegen, Blanche.««
„Ich bedarf keiner Zeit mehr dazu. Ich habe mich entschieden««, sagte das Mädchen müde. „Quäle mich nicht, indem Du in mich dringst, meinen Ent- schluß wieder zu überlegen."
„Ich muß ihn an dem bestimmten Tage heirathen!"
„Du liebst ihn trotz alledem, Blanche?"
Das Mädchen erröthete tief. In diesem Erröthen las Sir Arthur die Antwort.
„Welch' ein Geheimntß die Liebe ist!«' murmelte der Baronet heiser. „In Kummer, in Schmach und Jammer bleibt sie treu und standhaft! Gott segne Dich, mein Kind, für diese edle Hingebung an meinen Sohn!««
Er legte seine Hand segnend auf ihre blanden Zöpfe; dann wandte er sich mit schmerlicher Miene von ihr.
Das Mädchen stand auf und wankte blindlings zur Thüre — ihre Hände suchten zitternd die Klinke und öffneten sie. Sie ging in die Halle hinaus, floh auf ihr Zimmer hinauf und schloß sich daselbst ein. Dann fiel sie auf die Kniee und schluchzte verzweifelt.
„Es ist ein Opfer — ein schreckliches Opfer. Ich liebe Guy nicht. O, ich bin blind gewesen. End. lich bin ich M Wahrheit erwacht, ich bin mit Guy verlobt und ich liebe Sir Arthur. Er ist es, der mein Ideal verwirklicht — den ich allein liebe! Und um seinetwillen will ich Guy heirathen!"
Sie begrub ihr Gesicht in die Sophak ssen und schluchzte bitterlich vor Schmerz.
Zweiundvierzigstes Kapitel.
Der Erfolg des Wundarztes.
Und wie erging es inzwischen dem armen Guy Tressilian? -
Die Operation, welche der große Londoner Wundarzt an unserem Helden vollzogen hatte, war von der höchsten Gefahr begleitet gewesen. Die größte Kunst und Geschicklichkeit Sir Windham Winn's war erforderlich gewesen und es hatte Augenblicke gegeben, wo Tressilian's Leben an einem Faden hing und wo es schien, daß der geringfügigste Umstand seinen Tod herbciführen könne. Es hatte sogar einen Augenblick gegeben, wo Sir Windham in seiner Arbeit inne hielt, denn er glaubte, daß der schwache Lebenrsunke, der unter seiner Berührung wie eine zu Ende
brennende Kerze geflackert hatte, gänzlich erloschen sei. Aber als sich die breite Brust wieder schwach hob, begann der Wundarzt auf's Neue mit seinen Bemühungen, und den Erfolg derselben hatte er Olla selbst mitgetheilt.
Das Mädchen konnte das Gelingen der Operation kaum faffen. Sie hatte geglaubt, daß Trefft- lian sterbe und wurde jetzt versichert, daß er leben und in den vollen Besitz feiner Geisteskräfte gelangen werde. Diese Freude schien ihr zu groß-, um sie glauben zu können.
„Es scheint ein Wunder zu sein", murmelte sie. „O, Sir Windham, er wird Euch selbst dafür danken, daß Ihr sein Leben und seinen Verstand gerettet habt — ich kann keine Worte finden, um e» zu thun.««
„Mein Triumph ist eine hinlängliche Belohnung", erklärte Sir Windham lächelnd. „Aber, Fräulein Olla, war ist Euch dieser Mann?"
„Nichür, Sir Windham. Ich kannte ihn gar nicht, so lange er noch bei Verstand war. Ich habe mich nur aus Mitleid seiner angenommen —««
„Und dar Mitleid ist der Liebe verwandt, sagt das Sprichwort", unterbrach sie der Wundarzt. „Er ist ein schöner junger Mann. Gebt auf E-rer Herz Acht, Fräulein Olla; nun, Ihr braucht nicht so zu erröthen, mein Kind — ich wollte Euch nicht beleidigen. Wollt Ihr nicht heretnkommen und unfern Patienten ansehen?'«
Olla willigte ein und schüttelte den Schnee ab, der an ihren Kleidern hing. Dann folgte sie Str Windham in dar Krankenzimmer. Ein matte« Dämmerlicht herrschte in dem Gemach. Aber die Gestalt in dem Beile war deutlich sichtbar. Olla näherte sich dem Lager und blickte in das aus den Kiffen liegende Gesicht.
Es war weiß wie das Linnen, worauf es lag, und die Züge traten so scharf hervor, als ob sie aus Stein gchaue.r wären. Es sah > u« wie das Gesicht eines Todten — so weiß, so starr, so regungslos. Die Augenlider waren geschloffen, die Lippen halb geöffnet und dis Brust hob sich kaum me.klich in schwachen, leisen Athemzügen.
„Dieses Leben steht sich fast wie der Tod an", murmelte Olla.
(Fortsetzung folgt.)
Militärische Verwendung des Kik- rades.
(Nachdruck verboten.)
In dem nicht amtlichen Teil des „Militär-Wochenblattes" werden über die Verwendung de« Eilrades in der Armee Gedanken eines Offiziers erörtert. Derselbe erklärt sich gegen die Anwendung des Dreirades und befürwortet ausschließlich die Verwendung des Zweirades.
Wir lassen im folgenden den Verfasser selbst reden,


