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Me perfekle Köchin.

Humoreske von Anna vom Strande.

t Fortsetzung.)

Ein flüchtiges Lächeln glitt über Arthur's schöne, männliche Züge, das reizte mich so, daß ich mir vor« nahm, entsetzlich herrschsüchtig zu werden.

Als Arthur am andern Morgen zum Dienst ging, faßte ich einen energischen Entschluß, stärkte mich durch etwas Ungarwein, klingelte und setzte mich auf's Sopha.

Lesstng erschien.

Martha soll kommen."

Sie trat ein, in der Hand das ominöse Aurgave- buch, welches ich gestern im Verdruß auf meinem Zimmer liegen ließ.

Martha", sagte ich so ruhig als möglich,ich muß durchaus verlangen, daß Du keine Einkäufe ohne meinen ausdrücklichen Befehl machst, von jetzt an bezahle ich nur das, was ich Dir auftragen werde zu kaufen."

Ich bekomme noch 104 Mark für Auslagen", sagte Martha schnippisch.

G:eb mir Dein Buch, ich werde nachrechnen."

Was befehlen gnädige Frau heute zu Mittag?"

Es ist schlimm genug, aber wir müssen aufge- wärmten Braten essen, er hält sich bei dem warmen Wetter nicht!"

Herr Lieutenant kann doch nicht zwei Tage hin« tereinander dasselbe essen, ich kann ja heute Tauben holen."

Nein, heute ist kein Markt, da stnd sie zu theuer, auch darf der Braten nicht verderben."

Ach, der kann kalt verbraucht werben."

Ich will aber heute kein Fleisch kaufen", sagte ich sehr entschieden.

Herr Lieutenant kssen nicht gern Kalbsbraten, sagten gnädige Frau gestern."

, Da» hilft nun nichts, wir wollen Salat dazu nehmen und Eierklöße in die Suppe."

Blumenkohl zum Gemüse?"

Nein, der ist jetzt noch zu theuer, wir brauchen gar kein Gemüse."

Ohne Gemüse geht es nicht, das gehört sich so, gnädige Fraü!"

Ich will aber nicht und verbiete Dir durchaus, etwas ohne meinen ausdrücklichen Auftrag zu kaufen, oder wenn Besuch hier ist, für denselben etwa» zu besorgen, ich werde schon sagen, wa» ich haben will."

Gnädige Frau sind noch sehr jung, ich habe lange Erfahrung, weiß, war sich in anständigen Häusern gehört und muß meine Schuldigkeit thun. Die gnädige Frau Mama haben mir befohlen, recht sparsam in Silent zu sein, und die junge gnädige Frau weiß doch noch nicht recht Bescheid."

Ich war empört aber was sollte ich sagen!

Jetzt hole Salat, ich werde das Buch nach» rechnen."

Martha ging, ich rechnete rwd rechnete, aber ei wollte nicht stimmen, es waren 6 Mark wehr heraus­gerechnet, ich war ganz heiß dabei geworden. O Mama, warum hast Du mir diese Perfekte auf« gepackt? _ ,

Als ich in die Küche ging, Martha das Buch vorzurechnen, putzt; sie zwei schöne, große Blumen­kohlköpfe; entrüstet stelle ich sie zur Rede, worauf sie zunächst nur mit einem Lächeln antwortet. Am liebsten hätte ich die beiden Köpfe würhend zum Fenster hinausgeworfen, das verlockend in unmittel­barer Nähe offen stand, aber ich erinnerte mich noch zur rechten Zeit, daß ich mir dieser Person gegen­über nichts vergeben durste, und sie würde die im Zorn vollbrachte Heldenthat wahrscheinlich als Kin­derei verlacht haben, dem durfte ich mich nicht aussetzen.

Der Blumenkohl bleibt bis morgen", sagte ich sehr entschieden,hier ist Dein Buch, ich habe es nochmals nachgerechnet, es stimmt nicht, 6 Mark sind zu viel angeschriebsn."

Da müssen sich gnädige Frau geirrt haben, oder Sie kennen die doppelte Buchführung nicht, ich bekomme 104 Mark und die muß ich mir fordern."

Doppelt; Buchführung", rief ich, starr vor Erstaunen.

Aber Martha verließ einfach die Küch', ging t« den Keller, wo Lessing herumhantirte und ich un­möglich folgen konnte.

Ich ergriff da» Buch und rannte in'« Zimmer.

Das halte ich nicht aus!"

Arthur kam heute früher, als ich ihn erwartet hatte, und klagte über Kopfweh. Ich konnte ihn unmöglich gleich wieder mit meiner entsetzlichen Per­fekten behelligen, er fragte auch gar nicht nach meinen Erlebnissen und Heldenthaten, wie ich le'.se gehofft, sondern zog mich zu sich auf's Sopha und legte sei en Kopf müde zurück. So saßen wir, bis Lessing ein­trat, um zu melden, daß angerichüt sei, mir führ ein Schreck turch die Glieder, aber Arthur, der ge­schlafen hatte, rief fröhlich:

Zu Tisch!"

Er gab Suppe mit Eierklößen, wie ich bestimmt, dann der Blumenkohl mit Krebsen, und später den Braten mit Salat, wa» sollte ich machen, das Mit­tagessen schnurrte wie ein einmal aufgezogenes Rad ab. Arthur trotz seines Kopfschmerzes mit gutem Appetit, sah m'ch nur einmal prüfend an und sagte dann, er wolle sich schlafen legen.

Wüthend lief ich in die Küche und sagte ohne Weiteres:

Martha, wenn Du nicht gehorchen willst, suche Dir einen andern Dienst."

O, den kann ich jeden Tag bekommen, meins frühere Gräfin ist gestern vom Ausland zurückgekehrt und wird mich gleich wieder nehmen, da wird nicht geknausert."

Gut, so gehe, ich bin es zufrieden, aber erst wasche die Küche auf."

(Schluß folgt.)