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werde ich Ihnen dis Geschichte dieses Schatzes erzählen."

Wohl eins halbe Stunde währte es, ehe Sieg­fried dieselbe beendet hatte, und als er Alles vorge- tragen, y>as sich auf den Schatz und die verlorene Bibel bezog, sagte der Geheimrath:

Ich habe mit großem Jntereffe Ihnen zugehört, aber Ihrer Schatzes werde ich nicht bedürfen. Der General v. Tramm-Weißrnburg, in dem ich meinen bis dahin nie gekannten, legitimen Vater gefunden, hat sich schon bereit erklärt, was ich bei Römer verloren, mir wieder zu ersetzen. Ich danke Ihnen übrigens für die Bereitwilligkeit, mir dienen zu wollen. Sie haben selbst soeben den Ausdruck ge­braucht, daß an dem Schatz der Gräfin Fichtenberg die Thränen ihres Landes hingen ich weiß nicht, ob ich je, und wenn ich in der größtgn Roth wäre, von einem auf solche Weise erworbenen Vermögen Gebrauch machen würde. Es kann unmöglich ein Segen dabei sein."

Sie sprechen meiner Großmutter und mir aus dem Herzen, Herr Geheimrath. Wir haben bereits den Entschluß gefaßt, falls ich, der arme, mittellose Mann, nicht den Schatz für meine Werbung nöthig haben würde, den Fluch, der an ihm haftet, dadurch in Segen zu verwandeln, daß wir ihn dazu ver­wenden, ein Krankenhaus und Asyl für arme und alte Leute zu gründen."

Das ist brav gedacht!" rief Wolter und eilte an die Klingelschnur. Dem eintretenden Diener gab er einen leisen Befehl und bald darauf öffnete sich die Thür und Frieda erschien auf der Schwelle.

Sie wartete eine Antwort nicht ab, sondern flog, als sie Siegfried erblickte, von Sehnsucht erfüllt, auf diesen zu, und ohne sich zu besinnen, breitete der junge Mann seine Arme aus und umschlang die Geliebte.

Wolter schritt zur Thür, drehte sich an derselben noch einmal um und sagte:

Wenn Ihr Euch genug gesagt, habt Ihr wohl die Güte, zur Mama zu kommen!"

Aber sie gingen, nachdem st« stch geherzt und geküßt und tausend Dings gesagt, nicht zur Mama, sondern zuerst in's Jägerhäurchen, wo Frieda der Frau Rohdenberg stürmisch um den Hals flog und sie herzlich küßte. Wie wunderte Siegfried sich, als er hier den Professor auf dem Sopha neben der Frau Schmidt sitzen sah, seiner Elfriede Bach.

Einige Stunden später nahmen die Gäste und Bewohner des Jägerhäurchens in Gemeinschaft mit der Wolter'schen Familie das Mittagessen im Schlosse ein, wobei eine seltene ungezwungene und fröhliche Stimmung herrschte. Nach demselben sollte dann nun endlich der schwarze Kasten geöffnet werden. In einem Zimmer neben dem-Salon stand er auf einem Tisch, verschiedene eiserne Instrumente lagen daneben. Langenbach hatte sich erboten, die Arbeit zu übernehmen. Es gelang ihm, nachdem er einen schmalen, goldenen Reif gelöst, unter diesem die Scheide zwischen Kasten und Dcckel zu finden. Hier

setzte er die Instrumente ein und er gelang ihm, den Deckel zu öffnen.

Mit großer Neugierde blickten Alle auf den Ja- halt. Oben lag ein Zettel, auf dem die Worte standen:@men letzten Gruß an Dich, meine ge­liebte Tochter, von Deiner Mutter."

Es währts nicht lange, so war der ganze Tisch mit den von der Umhüllung befreiten, prachtvollen Schmusgegenständen bedeckt. Wie das glänzte und blitzte, namentlich fand eine Busennadel, die aus einem einzigen Diamanten von nie gesehener Größe bestand, die allgemeine Bewunderung. Zulrtzt hob Langenbach einen zweiten Kasten aus dem erst n heraus, in dem lange Rollen mit Doppsl-Lsuisd'or lagen.

Sämmtliche Zuschauer dieses Actes waren feier­lich gestimmt, am meisten jedoch Frau Rohdenberg. Sie mußte unwillkürlich daran denken, wie ihr Sohn Konrad, selbst wenn er damals die verlorene Bibel gefunden hätte, doch nimmermehr den Schatz hätte i heben können. Sie fuhr stch mehrmals mit dem Taschentuch an die Augen und sagte:

Ohne Herrn Langenbach wären wir vielleicht niemals in den Besitz dieser Schätze gekommen, wir sind Ihnen, lieber Freund, also zu großem Danke verpflichtet. Wir beabfichiigen von dem Erlös dieser : Brillanten und dem baaren Gelbe ein Krankenhaus zu bauen. Ich hörte neulich aus Ihrem eigenen ! Munde, daß es einer Ihrer Lieblingrwünsche fe5, i noch einmal der Vorsteher eines Hospitals zu werden, ? hätten Sie Lust, nach Ihrem Examen die Ober- ; leitung des von uns erbauten Krankenhauses zu i übernehmen?"

Meine verehrte Frau Rohdenberg", erwiderte ! der Mediciner,Sie eröffnen mir da eine reizende Perspective, da wären ja mit einem Male alle meine stillen Wünsche erfüllt. Mit dankbarem Herzen werde ich diesen Posten annehmen, aber, um ihn würdig aussüllen zu können, werden Sie mir noch ein volles Jahr nach meinem Examen Zeit lassen müssen, um mich an den großen wissenschaftlichen Instituten des In- und Auslandes weiter ausdilden zu können."

(Fortsetzung folgt.)

Gin Actten-Wnternchmen.

Dem Schwedischen nacherzählt von Albert Kamecke.

(Nachdruck verboten.)

Es war eine fröhliche Herren-Gesellschaft, zu welcher der Docent Ostmann sagte:Ich hab« eine köstliche Idee, Freunde, wir müssen uns verheirathen, oder besser gesagt, einer von uns muß es thuna

Wohl damit wir Andern ihn anpumpen können?' Nein, das nicht, aber theilen wollen wir mit ihm."