Widerstands nbe Gifts be« Schlangenbisse en vor. Ich östschen Zeit- lemer eigenen , sodaß mir irrhalten sei
Hießener Jamiüenblälier.
Belletristisches Beiblatt?um Gießener Anzeiger.
16 Dienstag dm 7. Februar. 1888.
tu Kreuzotter n. Es war iuthlich stark Die Schlange s gefaßt und chi; Casimir Nacht durchs Schlange in iffelte lüstern mit heftigen dem glatten Hoß er piötz- auf sie zu. mschsn einer rnz behaglich hen fuhr die t sie konnte, ) ihm. Er ibin zwischen gerollt, und >tten in das ahr sie mit sir aber ließ
Die Otter der in ihrer , als immer agen, selbst- iden. Etma von feiten von feiten tin geführt erichtet, daß lstrengungm md Wunden >er Igel sich Vorderende ib es richtig in Hals der die Hintere, gen.
>eim Kampf ines inner» uch nimmt, Universalerläßt; das :gen, grade i und derbe geht.
ln Ztg.)
Ate vertorene Wiöel.
Original-Roman in 3 Bänden von Dr. Carl Hartm ann-Plön.
(Fortsetzung).
Aber ich war doch frei und vor Roth gesichert; ich zog nach Berlin, ich konnte wieder Menschen sehen, mich mit vernünftigen Menschen unterhalten, mich an der Kunst erfreuen, mehr verlangte ich nicht, ich war glücklich. Ich hatte meinen verstorbenen Gatten nie geliebt, ich habe überhaupt nie geliebt, ich glaube, ich bin zur Liebe nicht fveranlagt: wohl habe ich mehrmals für einen Mann, der mir geistig imponirte, ein lebhaftes Jntereffe empfunden, aber es blieb bei dem Jntereffe, zu einer wirklichen Liebe stieg es nicht empor. Aber bin ich sicher, daß sie nicht noch einmal mein Herz ergreifen wird? Sie, Herr Gkhkimrath haben mir eine verlockende Perspective gezeigt; was ich Ihnen neulich ganz zufällig als die stillen Wünsche meiner Seele nannte: ein glänzendes Haus zu machen, schöne Feste zu geben, Künstler und Gelehrte um mich zu versammeln, jungen Talenten ein weiblicher Mäcen zu weroen, Sie wollen sie wahr machen — und der in meinem Innern noch weit regere Wunsch, bet Ihrem Kmde bleiben zu können, soll sich ebenfalls erfüllen — Sie fordern mich zu einem Freundschaftsbund für’s Leben auf, Sie wollen keine Liebe, die ich auch Nlchl zu geben im Stande wäre, und die Sie ebenfalls nicht geben können, — ja, das sind Aner- drerungen, dre man thöricht fein würde, nicht anzunehmen, wenn hrer nicht eine Möglichkeit vorhanden wäre, dre, wenn sie eintreten sollte, selbst unser eng gefchlvffenee FreundschaftSbündniß, ja, die Alles in Frage stellen könnte!"
„Was meinen Sie, gnädige Frau?"
„Ich bin weit entfernt, anzunehmen, daß es geschieht, aber wenn dennoch? Ich bin noch jung genug, ich kenne mein Herz selbst nicht, ich weiß nicht, was ihm wtdersahren kann, aber was dann, wenn er so spät noch sich regen, wenn es für einen Anderen erglühen sollte, wenn e» von seiner ersten Liebe getroffen wird, ich sage, was dann, Herr Ge- hetmrath?"
„Dann", erwiderte Wolter, und wiederum zitterte seine Stimme, „dann werde ich nicht zögern, das Freundschastrdand, das uns verbindet, mit eigener Hand zu trennen und Ihnen Ihre Freiheit zurück- zugchen."
„O nein, — dahin wird es nie kommen, und
? wenn es dahin käme, ich würde er wohl nie an- l nehmen, aber ich habe so viel von der furchtbaren i Gewalt der Liebe gehört, daher mußte ich es zur Sprache bringen, weil ich heute noch nicht weiß, ob ich dann die Kraft haben werde, ste zu unterdrücken! Und dann noch Eins muß ich erwähnen. Es giebt auch eine Eifersucht der Freundschaft — ich habe die Eifersucht in ihrer brutalsten Form kennen gelernt, ich habe ein Grauen selbst vor der mildesten Form — nie, Herr Geheimrath, werde ich meiner Ehre etwas vergeben und nie den leisesten Schatten auf die Ehre Ihres Namens werfen, aber wenn man mir ein wenig den Hof macht, und ich Habs die Erfahrung gemacht, daß man es leicht thut — wenn es geschieht und ich bin höflich und freundlich gegen Männer, die es gegen mich find, so darf es Sie nicht verstimmen, und Sie dürfen mcht schmollen und sich gekränkt fühlen; — ich habe für ein freundliches Wort, für einen freundlichen Blick die peinvollsten Augenblicke erlebt! Ich achte Sie hoch, Herr Geheimrath, ich wüßte nicht, daß ich je einen anderen Mann höher geachtet hätte; wer mir ein Freund ist, dem bin ich eine treue Freundin wieder. Wohlan denn, ich habe nun Alles gesagt, was ich auf dem Herzen hatte, und wenn es Sie hiernach nicht gereut, mir das Anerbieten gemacht zu haben, so nehme ich Ihr Anerbieten an!"
„Nie wird es mich gereuen, nehmen Sie meinen Dank, meinen heißesten Dank!" rief Wolter mit lauter Stimme.
Alexandra erhob sich, und ihm die Rechte reichend, sagte ste:
„Hier haben Sie meine Hand, nun find wir — Verlobte."
Wolter ergriff die fchmale, weiße Hand, führte sie ehrfurchtsvoll an feine Lippen, hielt sie noch einen Augenblick in der feinen und gab ste dann mit einem leisen Seufzer wieder frei. Wie gern hätte er das schöne Weib an die Brust und feine Lippen auf ihren Mund gedrückt, aber er wagte es nicht.
„Und nun, mein Freund", nahm Alexandra wieder das Wort; „möchte ich Ihnen einen Vorschlag machen: Wir wollen den bösen Zungen auch nicht die kleinste Handhabe reichen und müssen daher dar Ende des Trauerjahres abwarten, bis wir unseren neu geschlossenen Bund durch einen Priester sanctioniren. Bis dahin kehre ich nach Berlin zurück, Ste folgen im Spätsommer mir nach, den Act brr Trauung machen wir in aller Stille ab, und wenn wir hierher wieder zurückgekehrt sind, empfehlen wir uns den Bekannten durch Karten als
eisen.


