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„es soll und darf nicht sein, ich gebe Dir mein 1 „Und Hedwiga?"
Wort, das ich niemals gebrochen. — Herr Baron! ' „Sie wirb kommen, beruhige D ch, ge.iebte
wandte sie sich an diesen, „darf ich Sie um die Schwester!"
Freundlichkeit ersuchen, meine Nichte zum Major Die Kranke Merte das Wort „allein, und
Tellkamp zu geleiten?" Ulrike bat die Pflegerin, stch zu Tisch zu begeben,
„Mtt Vergnügen, meine Gnädigste!" worauf diese das Zimmer verließ.
Der alte Herr erhob stch mit jugendlicher „Sie wird mir gehorchen, — sich « t dem RasLbeit. Grafen verloben", flüsterte Irmgard weiter, - „sie
„Bitte, lieber Baron, erst zu Tisch muß, es ist mein letzter Wille, mein TestsENt!
„Später, später, meine Theure, ich ahne Ihren „Liebe, liebe Schwester, hüre mich an, aber reg« Plan, Fräulein Hedwiga, als die Hauptperson, hier Dich nicht auf', bat Ulrike, „nicht wahr, Geliebte, nicht erscheinen zu lasien, und freue mich, durch eine I Du bist gewiß überzeugt von meiner innigen L.ede — ich muß es leider zu meiner tiefen B'schämuna | für Dich?"
gestehen, — unwillkürliche Lüge der Sache Vorschub l> Sie hatte sich über sie geneigt, und sah ihr zär.lich geleistet zu haben, indem ich behauptete, daß der Zug I in die geliebim Augen.
noch nicht angekommen sei Ich bm in der That Es lag ein eigentümlicher Zauber in ihren ganz zerknirscht darüber, die theure Kranke in den I treuen, braunen Augen, dem sich se^st Armgard letzten Augenblicken ihres so schwer geprüften Daseins niemals ganz hatte entziehen können. Sir hatte eine zum ersten Male getäuscht zu haben, hoffe aber, daß Saite angeschlagen, welche doch
Gott mir diese Sünde im Hinblick auf den noth, I Klang gab. lieber dar schmale, wächserne Gesichtchen wendigen Zweck vergeben werde." I zog etwas wie em Lächeln. ,
„Dar wird er sicherlich, Sie treuester aller „Du bist gut und hast mich mmer geliebt, Freunde!" sprach Ulrike, ihm tiefbewegt die Hand flüsterte sie, „ich weiß er, Schwester!
reichend, „halten wir das Em« nur fest, daß Jrm. „Nun denn, geliebte J-mgard, ch will Dir ein narb nichts mehr von dem Scheinglück genießen kann, I heiliges Gelöbniß geben, wenn Du mir einen Wunsch, durch welches ihr herzloser Verderber in der Todes. I eine Bitte erfüllst.'
stunde seine Seele zu retten gedacht. Weshalb soll Die Kranke blickte sie unruhig an.
unsere arme Hewiga solch' abscheulicher Selbstsucht „Nenne mir erst Dein Gelöbniß.
zum Opfer fallen? - Nein, lieber Freund, ich bin „Daß ich den Name« unseres Vater» bi. an Ihnen dankbar für die kleine Lüge." | mein Ende tragen w'll.
Hedwiga, welche mittlerweile da» Zimmer ver- j „Ach", keuchte Irmgard athemlo» und mit ^nem lassen, kehrte jetzt völlig angekleidet und zum Gehen entsetzlichen Röcheln, "Du hast wirktt4n°4 bereit, zurück. Der Baron ließ sich draußen durch | an eine — Herrath — mit dem verhaßten Major Johann Hut und Paletot reichen und verließ dann - gedacht?" unbemerkt mit seiner schönen Begleiterin, welche! „Nein, nein, geliebte Schwester, beruhige Dich ± ÄS*** “** *6t “"ä,'S a"‘Ii6 b°*®ü Stimme be. «men Utdle, sie ,°ß 0 Ulrike horchte einen Augenblick hinaus, dann I rasch Medicin id einen Löffel, nm den Anfall M suchte sie den alten Johann auf, um ihm einige I bekämpfen, und mit zärtlichen Worten die sterbende Winke hinsichtlich der Unterbringung und Besckäfti« I zu beruhigen. „ - „
gung der Kammerzofe zu geben, und es ihm elnzu» I Wenn sie jetzt durch ihre schuld gestorben wäre schärfen, dieselbe unter keiner Bedingung dem Kran- I - Ulrike hätte ausschreien mögen vorEntsetzen und kenzimmer zu nahe kommen zu lassen. , I Herzeleid. Wie war e»nur ach,
„Ich halte Wache, gnädigstes Fräulein!" versetzte Egoismus über s Grab hinaur das eM Johann einfach, „aber", setzte er stockend hinzu, Pflänzchen, roe!cf)e§no4 o 'SS,
„wenn nun jener Graf mit dem bösen Namen wie, konnte, erbarmungslos ^treten mochte? Rüdere brrkommt —" Hausen und Irmgard! - Ulrike schauerte im Fiever«
„Dann führe ihn in'» Wohnzimmer, Alter, und | frost zusammen.
rufe mich ohne Säumen." Die Kranke starb
Sie nickte ihm freundlich zu und ging mit un« I Augen ruhten starr auf dem traurigen Gericht ver hörbaren Schritten zu der sterbenden Schwester. | Schwester.
Der Flügelschlag be» Todes rauschte geheimniß, I „Du hast viel für mich gethan, U^ike! begann voll durch da» Zimmer, doch noch immer kämpfte | sie jetzt sehr langsam und leise. „34 denke ab , bi“n«l7, unruhige Seele W.n den eröfenben beb ®n «>«*>*ÄlSS Genius. I aufopfernd geschaffen Hai. Du würdest oasterve zur
Ulrike trat an das Bett und streichelte zärtlich eine Fremde gethan haben.'
die umhertastenden Hände. ,.O Jrmgarv,« betrübest Du mich , klagte
„Noch Niemand gekommen?" fragte Irmgard leise, die sonst so starke U.rike.
„Ein Telegramm, welches Ulrichs Erkrankung | (Fortsetzung folgt.)
meldet, meine Theure!" I ■


