528

Jermi schtes.

Der Tabak als Kleiderreiniger. Wenn sich jetzt zur Herbstzeit die geheimnißvollen Pforten der Schränke, Kasten und Koffer wieder öffnen, um ihre mottenpulver-durchdufteten, aufgespeicherten Schätze aus dem langen Dunkel dem Hellen Tages­licht zu übergeben, dann tritt so mancher böse Schaden auch an's Licht, welcher der vielgeschäftigen Hausfrau es dringend an's Herz legt, ihre specielle Kunst daran zu versuchen, nämlich die: alte Sachen neu zu machen! Mit diesem abgetragenen Tuchrock hier z. B. kann das liebe Männchen doch unmöglich anständiger­weise noch durch'» Leben, respective durch die Straßen und in oder an sein tägliches Geschäft wandern. Was würden wohl die Leute dazu sagen, denn sie sind schlimm, die Leute, und schließen leider nicht mit Unrecht von der Toilette des Mannes auf die mehr oder minder sorgsamen Hände seiner armen Gattin. Also: hier ein guter Wink, um den alten Tuchgewändern eine Art von Jugend-Firniß zu ver­leihen, und zwar ist es ein viel schon angefeindeter Feind des häuslichen Heerdes, dessen Hilfe dabei in Anspruch genommen werden muß: der Tabak! Man nimmt 2 Loth von diesem Teufelrkraut, gießt eine Flasche heißes Wasser darauf, läßt diese angenehme Brühe !/2 Stunde ziehen, und filtrirt sie durch ein Haarsieb; bürstet man nun mit dieser Flüssigkeit den betreffenden Patienten recht tüchtig, so erlebt man den schönen Anblick, daß er wie verjüngt er­scheint. Jetzt kommt aber noch die Hauptsache: der Rockkragen, der mit grüner Seife abgerieben, und mit einer weichen Bürste nebst lauwarmem Wasser gründlich ausgebürstet wird, um von allem Staub des Daseins ihn zu reinigen; zeigen sich aber fatalerweise kahle Stellen schon aus Altersschwäche, so greift man fluggs zu einer sehr harten Bürste, kratzt die fragwürdigen Stellen vorsichtig damit auf und bürstet sie mit einer weichen Bürste nach dem Striche, damit das kahle Tuch sich in rauhes wieder wandle. Getrost kann dann der Herr des Hauses im alten und neuen Rocke den täglichen Geschäften nachgehen, während die Zauberin Daheim: seine bessere Hälfte, stolz ihm nachschaut. So kann der Tabak unter Umständen sogar ein Freund der Haus­frau sein!

Homoristisches. Bei der Gesangver­einsprobe Chormeister:Meine Herren und Damen! Passen Sie doch ein bischen auf. Roch einmal das Lied:

Ich wollt', ich wär' ein Vogel, Dann baut' ich mir ein Nest."

Sie nehmen den Vogel viel zu hoch und das Nest zu tief. Sodann bei der Stelle:

Am Fenster meines Liebchens" viel zu zart. Das Fenster muß mehr herausgerückt werden. Also noch einmal von vorn!"

Schlechte Weinsorte. A.: Ich muß Ihnen

endlich einmal über meine Verhältnisse rein en Wein einschenken." B.:Na, da wird ein schönes Gesöff heraus kommen!"

Wiesich dieWiener im Gedrängeunter­halten haben, als sie auf den Kaiser Wilhelm warteten:Langsam, langsam meine Herr'n, net drucken! I begreif' überhaupt Neugierd' net. Menge Menschen!"Na und san vielleicht net da?"Ich? no ja, aber-- sollten

eigentlich net da sein. Hab'n S' denn net gelesen, daß d' deutschnationalen Farben net erlaubt sein?" Was geht denn dös mi an?"So? Aber ein' schwarzen Rock hab'n S', a goldene Kötten und a rothe Nasen a, is dös net Schwarz-Roth-Golden?"

Geistesgegenwart. Ludwig Devrient spielte einst in dem StückeDer geadelte Kaufmann" mit gewohnter Meisterschaft die Hauptrolle, wurde aber in Folge von Kabalen bei jedem Abgänge vom Parterre ausgepfiffcn. Trotzdem spielte er weiter. Endlich kam eine Szene, in welcher er seinen Haus­hofmeister ausschelten mußte. Als er am Schlüsse dieser Szene abermals das verhängnißvolle Pfeifen im Publikum vernahm, ergriff er plötzlich den Haus­hofmeister bei der Brust und schrie:An nichts denkt der Schurke! Er kann es ruhig im ganzen Hause pfeifen hören und sorgt doch nicht für Rattenpulver!" Ein homerisches Gelächter erfüllte das Theater und das Pfeifen verstummte; der Künstler wurde gerufen.

BegründeteAbweisung. Feldwebel:Herr Hauptmann, der Gefreite Schlinghuber bittet, außer Menage gehen zu dürfen." Hauptmann:Nichts da! Der Kerl, er ißt mich ja arm! Der Schlin­gel hat ein Verhältniß mit meiner Köchin!"

Ein Pariser Geck droht seinem Onkel zum zehnten Mal, daß er sich tödten werde, wenn ihm der Onkel nicht 10000 Frcs. gebe; er müsse diese Summe haben, um eine Ehrenschuld zu begleichen. Das Einzige, was ich für Dich thun könnte" bemerkt nachdenklich der Onkelwäre, daß ich Dir meinen Revolver leihe; aber ich darf auch das nicht riskiren, Du würdest ihn verkaufen!"

Boshaft.Du hast Frau v. X. nicht gegrüßt..., hast Du sie nicht wieder erkannt?"Wie, das wäre die?"Gewiß!"Das hättest Du mir vorher sagen sollen, daß sie sich hat rasiren lassen."

Ehemann, an der Seite seiner Frau die Ge­sellschaft musternd:Der alte Satz, die größten Narren haben die schön st enWeiber, bewährt sich doch immer auf's Neue." Sie:O, Du Schmeichler!"

Ich hab' gelesen, daß hier bei einer jungen Wittwe ein Zimmer zu vermiethen ist."Ganz recht; die junge Wittwe bin ich."Sie 'ne junge Wittwe!"Ja wohl; mein Mann ist erst seit drei Wochen tobt.

Bedsction: A. Schcyda. Druck und B erlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Piel sch) in Wiegen.

Nr. le

trog Tell

wäl sich

i N flüstert! bißt, u gcraihe zwungi weshal dingun Imme! sonder Hause! Dir ei lasten' htnzv,

teile 1 deren reißen

E es ih Name leichte

U Überfi letzte imme Bitte und Tellk! blick-, sollte Moli werd s frei, Zirm zmä das