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kündeten wußten, daß die kleine Reisegesellschaft wohl geborgen und aufgehoben in den Händen der gesücch» $ teten Banditen sei. !

Mit dem Schlag elf Uhr schloß Palestro den Gasthof und das verbrecherische Eh'paar zog stch in die Küche zurück, stch gegenseitig beglück wünschend über die gelungene Aussührung der Schandthat.

Die kleine Schönheit ziert nun Guileppe'r Höhle", begann Giuditta mit einem häßlichen Lachen,die stolze, ehrgeizige Dame nun Genvsstn eines Banditen, ich möchte doch wissen, ob sie nicht den Aufenthalt bei ihrem Vormunde dem der Räuberhöhle vorziehen würde. Sie ist in sichern Händen, und wir be­kommen sicher ein gutes Theil von dem Lösegeld. Sir gehört Guisrppe und uns zu gleichen Thülen, der Blödsinnige gehört uns allein und ihn wollen wir gehörig rupfen."

Ein schwaches Klopfen unterbrach die rebeluftige Frau und nun erschien in dem Rahmen der Thür Lipari, der verrätherische Kutscher, um genauen Be­richt abzustatten über die Gefangennahme der Reisen­den, den Heldenmuth und die Unerschrockenheit der jungen Dame. Nachdem er von Giuditta einen Theil seiner Belohnung erhalten, machte er sie noch auf die Guiseppe drohende Gefahr aufmerksam, da in Neapel Militär aufgebolen worden, um Streif­züge in die Gebirge zu unternehmen, und den rothen Carvelli aus seiner Höhle zu vertreiben.

Lange noch, nachdem der Kutscher sich entfernt, saß das würdige Paar beisammen.

Glaubst Du wirklich, daß der Blödsinnige der Bruder Sir Tresolino's ist?" begann Giuditta mit leiser Stimme.

Gewiß", sagte Palestro.Sir Tresolino bc- hauptete zwar, daß er nur sein Reisebegleiter sei, aber ich denke anders. Höre einmal meine Gründe. Die beiden Männer sehen sich ähnlich, als ob sie in der That Brüder wären. Dieser Kranke ist der Schönere, der vornehmer Aursehende. Er ist nobel durch und durch, was man auch trotz seiner Krank­heit erkennen kann. Und ich habe eine kleine Thal- sache bemerkt. Die Wäsche dieses blödsinnigen Eng­länders war auffallend fein und elegant, feine Kl-id-r waren vom besten Pariser Schnitt und in seiner ganzen Erscheinung verräth er, daß er an Reichthum gewöhnt ist. Nein, nein, dieser blödsinnige Engländer ist kein gewöhnlicher, bezahlter Reisebegleiter. Ich glaube, daß er der ältere Bruder des Anderen ist."

Ja, kennst du denn nicht das englische Gesetz? Er bestimmt, daß der älteste Sohn Titel, Reichthum und Rang der Bakers erbt, der jüngere Sohn muß arbeiten, um sich den Lebensumerhalt zu erwerben, außer feine Mutter hinterläßt ihm bet ihrem Tode Pcivatvermögen. Nun glaube ich, daß, als dieser blödsinnige Engländer verletzt wurde, sein Bruder nach Hause ging und vorgab, daß er tobt sei und das Erbe desselben antrat. Die Sache ist sehr ein­fach, Ich würde es ebenso gemacht haben! '

Giuditta's Augen funkelten habgierig.

Ich glaube, Du hast Recht, Jacopo", sagte sie. Und jetzt, wie wollen wir unsere Goldminen aue- nutzen. Du mußt nach England g-hen!"

Natürlich! Ich muß morgen mit dem Früh­zuge abreisen, da am Freitag ein Dampfboot nach Marsülle abgeht. Ich will nach E rgland gehen nach Glocester Mylord Sir Trefolino staden, und wenn ich zu Dir zurückkehre, Giuditta, werde ich al« rücket Mann nach Haufe kommen!"

Wie gut ist's, daß Du englisch sprechen kannst", sagte Giuditta.Du wirst dieses Geschäft prächtig ausführen! Warst Du schon je in England?"

Ich war einmal in London!"

Sei vorsichtig mit dem Engländer, Jacopo", i versetzte Giuditta.Er ist scharfsinnig; aber sei Du noch scharfsinniger." t m ,

Das Paar sprach lange zusammen und Palestro s Weg und Vorgehen wurde von Giuditta ganz genau votgezüchmt. Aus ihrer wohlgefüllten Börse wur« i den zwanzig Pfund herausgezählt, um Palestro's Ausgaben auf der Reise zu bestreiten, und dann ver« | tieften sie sich wieder in ein G-sp-äch über ihre - glänzenden Aussichten und machten Pläne, was sie mit dem Vermögen unternehmen würden, da« der Exschreiber au« England mitbringen sollte.

Al« der Morgen graute, packte Giuditta etwa« Wäsche und Kleider ein, ließ das Pferd satteln und i noch vor 6 Uhr verließ bet Exschreiber den Gasthof, i um sich nach Neapel zu begeben. Von hier begab er stch mit dem Esenbahnzuge über Rom und Genua noch England. Wir wollen bei den Einzelnheiten I von Palestro'« Reise nicht verweilen und nur be- ! richten, daß er fünf Tage später in Glocester an- ' langte. Es war her Morgen eines für England | und die winterliche Jahreszeit ungemein schönen = Tages.

Er ging sogleich zur Poft und fragte den Be­amten, welcher die Briefausgabe besorgte:

Könnt Ihr mir die Adreffe eines Sir Tresolino geben, welcher in Glocester wohnt?"

Ich kenne keinen Herrn dieses Namens", unter­brach ihn bet Beamte kurz.

Palestro's H-r; erbebte vor Schreck.

Ihr kennt ihn nicht? keuchte er mühsam.

Nein, Herr", und ber Beamte wandte sich von

(Fortsetzung folgt.)

Z)er Unwiderstehliche.

Von Charles Benoit.

(Schluß.)

Allein dies ist noch Alles nichts gegen sein Billard- spiel; schleudernd, wellenförmig über die Tafel hinge­gossen , wie der sterbende Fechter, etwas Huckebein, höhnisch blickend, die Finger graziös auf der Queue ausgelegt, stößt er die Kugel und steht jetzt da, die