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Nach allen Richtungen war sofort telegraphirt, es waren alle Punkte, welche zu der Entdeckung d-s Mörders beitragen konnten, mitgetheilt. Die Brief­tasche genau beschrieben, die Werthpapiere, die in ihr enthalten waren, die Uhr, die Kette, selbst die rothe Ballschleife in der Brieftasche war nicht ver- geflen; es war noch keine Nachricht eingelaufen, daß dies Alles zu irgend einem Erfolg geführt hätte.

Die Polizei hatte nicht einmal einen Verdacht auf irgend eine Persönlichkeit schöpfen können.

Die beiden Holzarbeiter, welche den Tobten zu­erst gefunden, waren als rechtliche Männer bekannt; außerdem vermochten sie zu beweisen, daß ste am Nachmittag und Abend vor der That und während der Nacht nicht ihr Haus verlassen hatten.

Mehr und mehr gewann die Vsrmuthung Raum, daß der Mörder sofort mit dem Ge.de entflohen sei. Es lohnte ja der Mühe, damit nach Amerika, einem andern Lande, zu fliehen. Nach Hamburg, Bremen, und selbst nach England wurden Polizeibeamte ge­sandt, um dort Nachforschungen anzustkllen, denn der alte Brrger hielt Wort und stellte jede Geld­summe zur Verfügung.

Täglich kam der Alte zu dem Criminalrichter, Pintus war sein Name, um ihn zu fragen, ob er noch keine Spur entdeckt habe. Dem Richter selbst lag die Sache am Herzen. Sie hatte so allgemeines Aufsehen erregt, man bestürmte ihn von allen Seiten so sehr mit Fragen, daß es eine Gewiffens- und Ehrensache für ihn geworden war.

Er hatte alle seine Kräfte bereits erschöpft, er stand ohnmächtig da. Nicht einen einzigen Faden hatte er, den er zu verfolgen vermochte, an dem er anknüpfen konnte. Da fand, durch Zufall geleitet, ein Poltzeidiener - in der Nähe des Föcsterhaufes, welches Hellmann bewohnte, die teere Brieftasche des Gemordeten im Gebüsch. Er brachte sie dem Richter. Dieser hatte laut ausjubeln mögen. Endlich ein Zeichen eine Spur, mochte sie auch noch so gering sein. Ec ließ den alten Berger rufen, dieser erkannte die Tasche als diejenige, welche seinem Sohne ge­hörte, welche derselbe an jenem Tage bei sich ge­tragen hatte.

Sie mußte schon seit Wochen dort gelegen haben, denn Regen und Luft hatten zerstörend auf dieselbe eingewirkt.

In seinem Zimmer allein, sann Pintu« nach, welche Wege er einschlagen, wie er diese Entdeckung weiter benutzen sollte. Wie war die Tasche dorthin gekommen? Die Stelle, wo ste gefunden war, lag von dem Orte ziemlich entfernt, es führte kein Weg von dem Orte zu ihr, und doch hatte der Mörder sie sicherlich sogleich nach der That, vielleicht auf der Flucht, in der Eile von sich geworfen, denn er würde sonst sicher einen anderen Oct gewählt haben, um sie zu verbergen er würde sie vernichtet verbrannt haben. Eine Menge Vermuthungen knüpf­ten sich für den Richter daran, sie alle zerrannen, sobald er sie weiter verfolgte.

Prell trat in diesem Augenblick in Pintus Zim­mer er war der Hausarzt der Richters. Pintus bemerkte ihn nicht sofort, so sehr war er in Ge­danken vertieft.

Ich störe Sie?" sprach der Doktor ihn freund­lich begrüßend.

Der Richter sprang auf.

Nein nein!" tief er.Sie störten mich nur aus Gedanken, aus Vermuthungen, aus Grübe­leien, die doch zu nichts führen "

, Sie waren allerdings so sehr vertieft, daß Sie weder mein Anpochen, noch mein Eintreten bemerkten", warf der Doktor ein.

Ich war vertieft", entgegnete der Richter.Sie wiffen nicht, bester Doktor, wie Unser einem oft zu Sinne ist. Dieser Mord dies unglückselige Ver­brechen an dem jungen Berger raubt mir bei Tag und bei Nacht die Ruhe."

Und Sie haben immer noch nicht» entdeckt?", fragte Prell.

Doch doch etwas!" rief der Richter.

Und was ist es?"

Ich muß es noch geheim halten", fuhr Pintus fort.Heute habe ich es erst erhalten, ich will erst sehen, wie ich es am besten benutze doch Ihnen kann ich es ja sagen nur schweigen müssen Sie, Doktor sehen Sie hier hier!"

Ec nahm die Brieftasche vom Tisch, wo sie durch ein Papier verdeckt lag, und hielt sie Prell entgegen.

(Fortsetzung folgt.)

Gerettet.

Einer wahren Begebenheit nacherzählt.

Von Albert Kamecke.

(Schluß.)

Schnell sind die Leitern angelegt, die Rettungs­leinen umgethan. Im Nu werden die Leitern er­klommen und mit Todesgefahr die Bedrängten den Flammen, die mächtiger aufwirbeln, entriffen.

Sie sind gerettet.

Meine Tochter, wo ist meine Tochter?" entringt sich ein wilder Schrei der geängstigten Mutterbrust und ohnmächtig sinkt Frau v. Welter zur Erde.

Wo ist Ihre Tochter?" wendet sich kurz ein junger Feuerwehrlieutenant an den Geheimrath.

Weinend zeigt dieser nach dem Schlafzimmer.

Einen Augenblick stutzt der Offizierunmöglich sie ist verloren," murmelt er vor sich hin.Retten Sie, retten Sie meine Tochter, mein einziges Kind!" schreit die wieder zu sich gekommene Frau, jammert der unglückliche Vater. Entschlossen ergreift der Offizier eine Axt, dann stürmt er zur Thür des brennenden Hauses hinein. Seine Leute versuchen ihn zurückzuhalten. Vergeblich! Er muß die Bedrohte retten und sollte es sein eigenes Leben kosten.

Bange Minuten vergehen, mit verdoppeltem Eifer arbeiten die Feuerwehrleute, um, wenn möglich,