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ihren Vorgesetzten zu retten. Alles blickt nach dem verhängnißvollen Fenster; nichts ist zu sehen.--

Da eine Gestalt erscheint von Rauch geschwärzt, die Kleidung verbrannt es ist der Lieutenant er befestigt eine Rettungsleine an dem noch nicht verbrannten Fensterkreuz jetzt ver­schwindet er gleich darauf kommt er wieder, einen Gegenstand auf dem Arm tragend. Man erkennt eine weibliche Gestalt.

Athemlos stehen unten Alle da.

Jetzt ergreift der Offizier die Rettungsleine, schwingt sich zum Fenster hinaus und wenige Minuten später legt er die Tochter in die Arme der Eltern. Man bringt die Unglückliche in ein benachbartes Haus. Dem herbeigerufenen Arzte gelingt es, die Bewußtlose wieder in's Leben zu rufen. Roch hatte ihr das Feuer nichts angethan, nur der Rauch und Qualm hatten sie betäubt. Wenige Minuten noch und sie wäre vom Tode ereilt gewesen.

Unermüdet arbeiten die wackeren Feuerwehr­männer fort und bald ist es ihnen gelungen, die Gewalt des entfesselten Elementes zu brechen und das Feuer zu löschen. Ihnen allen ging mit glänzen­dem Beispiel jener junge Offizier voran, der eben des Gehermraths Tochter gerettet.

Als der Brand vorüber, stürzt er ohnmächtig zusammen.

Wir sind im Krankenhaus. In Fieberphantasien liegt ein bleicher junger Mann auf seinem Lager, an dem eine junge Dame sitzt, welche besorgt in das Antlitz des Kranken schaut. Aerzte gehen leise hin und her, zuweilen prüfend auf den Puls des Kranken achtend.

Noch kurze Zeit, gnädiges Fräulein," wendet sich ein Arzt an die Dame,dann ist die Krisis vorbei; hoffen wir, daß sie zum Guten ausschlägt."

Wieder beugte sich der Arzt über den Kranken. Er ist gerettet!" sprach er.

Gerettet!" jubelte das junge Mädchen und Freudenthränen liefen ihr die Wangen herunter.

Der Kranke schlug die Augen auf und blickte verwundert umher. Ihm war's, als wenn er aus einem langen bangen Traume erwachte. Als er auf das junge Mädchen neben sich blickte, da schien er sich zu besinnen.

Wo bin ich?" fragte er.

Im Krankenhaus," erwiderte der Arzt,wo Sie hingebracht wurden in jener Nacht, als Sie dem Fräulein von Welter das Leben retteten. Wochen­lang haben Sie im Wundfieber gelegen und Sie wären gestorben, hätte Sie nicht das Fräulein mit größter Aufopferung gepflegt."

Dankbar blickte der Offizier Fräulein von Welter an und drückte leise ihre Hand«

Ein halbes Jahr etwa ist verflosien. Das Welter'sche Haus ist wieder aufgebaut und von seinem Eigenthümer bezogen.

Aus den erleuchteten halbgeöffneten Fenstern dringt Musik und Gläserklang auf die Straße. Große Fröhlichkeit scheint im Hause zu herrschen.

Fräulein von Welter hat soeben ihrem Lebens­retter die Hand zum ewigen Bunde gereicht.

Glückliches Paar!

Wermi sch t es.

Herr (zum Diener):Kerl, seit Deine Frau todt ist, säufst Du ja in ganz erschreckender Weisels Diener:Das Unglück geht mir so nahe, gnädiger Herr ich muß mich trösten" Herr:Wie lange soll denn das noch dauern?" Diener (schluchzend): Ach, ich bin untröstlich!"

Eine ältere Dame mit unheilverkündenden Mienen wünscht den Herrn Baron zu sprechen. Diener:Der gnädige Herr kann Sie leider nicht empfangen; der Arzt hat ihm das Sprechenunter- sagt" Die Dame:Das macht in diesem Falle nichts. Reden werde ich!"

B o m S t o r ch. Vater: Hast Du schon erfahren, Julchen, daß Dir der Klapperstorch heute Morgen ein Brüderchen gebracht hat?" Julchen:Freilich, Papa, ich habe ja gehört, wie der Klapperstorch fortging."Vater:Wirklich?"Julchen:Natür­lich, Du begleitetest ihn hinaus und sagtest noch an der Thür zu ihm: Haben Sie auch Ihren Regenschirm mit? Es ist sehr schlechtes Wetter.

Freund (zu einem jungen Ehemann in sehr eleganter Frühjahrstoilette):Nein, Max, was siehst Du schneidig aus, wo kaufst Du Deine Anzüge ?" Junger Ehemann (auf sein Weibchen deutend:)Sucht Alles meine Frau aus, hat colossal viel Geschmack, kauft Alles für mich." Frau (schel­misch mit dem Finger drohend):Glauben Sie's nicht, Herr Affessor, einen Affen kaust er sich immer allein."

Ueberflüssig.Liebes Kind, ich begreife nicht, weshalb Du dem Herrn Neumann gar keine Beachtung schenkst!"Aber Mama, wozu das nur? Es ist ja doch ausgemacht, daß wir uns heirathen werden."

Die strenge Obrigkeit. Ortspolizeidiener (Nachts 1 Uhr):Meine Herren, es ist schon 1 Uhr, und um 12 war Polizeistund'. Ich mach' jetzt noch meine Patrouille! Wenn ich in einer Stund' wieder- komm' und die Herren sind noch hier, dann bleib' ich auch da!"

Ein Additionsexempel. Eine Dame, die immer jünger wird:Wie alt glauben Sie denn, Baron, daß ich bin? Der Hauptmann meint 25, der Assessor 22 was denken Sie?"Ich denke, die Herren haben im Ganzen genommen recht."

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in (Siegen.