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alten und reichen Familie, der letzten ihr Staumer. , Ihr Name ist Rympls, Sir Miß Olla Rymple."

Fräulein Olla Rymple", wiederholte Lowder. > Ein seltsamer Name!"

Ja, Herr; aber sie soll zu den reizendsten, lieb­lichsten und reichsten Mädchen Englands zählen", bemerkte Frau Tooker.Sie hat noch andere Be­sitzungen in England; aber dis Nymple's haben nie in Bleak Toy gewohnt, außer zur Jagdzeit."

In dem Wohnzimmer war ein Feuer angemacht worden und Hcster hatte sich mit ihrem Knaben da­hin begeben. Lowder trat bei ihr ein, erklärte ihr, daß er unverzüglich nach Tresfilian#Hof zmückkehren müsse, um eine etwaige Strafe von sich abzuwenden. Wie furchtsam Hester auch war, willigte sie doch muthig in die augenblickliche Trennung. Sie ver­sprach allen Anordnungen ihres Gatten zu gehorchen, Niemanden ins Vertrauen zu ziehen und Gloan# Fell nicht eher zu verlosten, als bis ihr Gatte es anordne. Die Stunde war bald vorbei I Der Wagen kam und Lowder verabschiedete sich von Weib und Kind.

Sie sind beseitigt", murmelte er zufrieden, als der Wagen rasch nach Alnvich zurücksuhr.Hier sind sie so gut als todt und begraben. Und jetzt nach TressiliamHof, zur schönen goldlockigen Blanche!"

Sechsundzwanzigstes Kapitel.

U e b e r f a l l e n-

Olla und ihre Freunde waren am Morgen nach ihrer Ankunft im GasthofZum Vesuv" zeitig wach und auch schon vollkommen reisefertig, als die schmucke Giuditta mit dem Frühstück erschien.

Ich bitte um Entschuldigung, Signorina", sagte die schlaue Wirthin, während sie den Frühstückstisch ordnete,ist Ihr Name nicht Mylady Rymple?"

Olla blickte erschrocken auf.

Warum fragt Ihr das?" entgegnete sie aus­weichend.

Weil ich genau weiß, daß gestern ein nobler Engländer in Neapel ankam- der sein entflohenes Mündel sucht", erwiderte Giudilta.Die entflohene Dame ist in Begleitung eines blödsinnigen Englän­ders, Namens Lowder", fuhr sie fort, einen Seiten­blick auf Guy werfend.Die Polizeien stn> aller» orts benachrichtigt, wie ich von meinem Bruder, der heute in Neapel war, gehört habe."

Olla's stolzer Muth entsank ihr für einen Augen- blick. Hatte sie so viel gewagt und gethan, um jetzt gefangen zu werden? Es schien ihr, daß sie vollkommen eingeschlosien sei daß sie keinen Aus­weg zur Flucht mehr habe und beschloß, sich ganz der Großmuth und dem Mitleids ihrer Wirthin anheim zu geben.

Liebs Frau", sagte sie zitternd,dieses ent­flohene Mädchen bin ich! Helft mir und ich will Euch jeglichen Dienst reichlich bezahlen. Ich bin meinem Vormunde entflohen, weil er mich mit

Lebesanüägen verfolgte und lieber will ich sterben, als wieder in seine Gewalt kommen."

, Uni) ich will Euch auch helfen", entgegnete (Stu# ditto,aber hier in diesem Hause, bas jeden Tag anders Reisende sicht, könnt Ihr nicht bleiben, Ihr würdet unvermeidlich hier entdeck', werden. Ihr könnt auch mcht mit der Eisenbahn oder dem Schiffe reisen und ich rathe Euch deshalb, einen Wagen bis Ter- moli zu nehmen, von dort aus könnt Ihr ganz gut die Bahn nach Arckona, Bologna und Turin be# nutz?«; dort hat es keine Gefahr mehr. Ich kenne einen zuverlässigen Mann, Namms Lipari er wird Euch nach Termoli bringen."

Olla erklärte sich mit Allem einverstanden. (Siu* ditta ließ den Kutscher rufen und schon nach einer Stunde waren die Flüchtlinge vollkommen reisefertig. Auch der Kutscher war mit dem Wagen eingetroffen, empfing von Palestro und deffen Frau seine gehen men Weisungen befeuchtete seine Kehle mit einem Glas Wein und kehrte dann zu seinem Fahrzeuge zurück. Giuditta ging hinauf und kündigte den Flüchtlingen an, daß der Wagen warte. Popüy nahm das Gepäck und ging voraus. Guy, Olla und Frau Popley folgten und stiegen in den Wagen. Popley stieg hinter dem Kutscher aus und unter tiefen Verbeugungen Palefiro's und Giuditta's fuh­ren die Reifenden davon.

Entweder kamen sie nicht sehr rasch vorwärts oder die Entfernung war größer, als Giuditta ge­be cht hatte. Sie hatten den GasthofZum Vesuv" schon um acht, statt um zehn Uhr veclaffen, wie es Olla bestimmt hatte, und es war Mittag, als sie sich der finsteren Schlucht näherten, in welcher der ro'.he Carvelli mit seinen Männern auf der Lauer lag," um die Reisenden zu erwarten.

Wir müffen in dem ersten Dorfe Halt machen, um Lebensmittel einzukaufen", sagte Olla.Von Neapel nach Termoli beträgt die Entfernung neunzig Meilen. Wir werden auch wahrscheinlich Pferde wechseln müffen."

Wir müffen schon den halben Weg gemacht haben, Fräulein Olla", sagte Frau Popkey.

Nicht ganz. Wir haben viclleichk kaum vierzig Meilen zurückgelegt. Os wir nicht bald in ein Dorf kommen werden?"

Sie schaute hinaus, um irgend eine menschliche Wohnung zu erspähen, sah aber nichts, als die fin­steren, hohen Berge ringsum.

Sie wollte eben den Kutscher bitten, anzuhalten, als ein lauter Schrei durch die Schlucht tönte; ein halbes Dutzend Männer sprangen hinter den Büschen und Felsen hervor und ihr Anführer befahl Lipari, stehen zu bleiben.

Diese Männer waren der rothe Carvelli und \ fünf von seiner Bande. Ihre Kleidung verrieth ihren Charakter. Sie trugen die langen Banditen# mänlel und die breitkrämpigen Räubei hüte, der Cala# breser des Hauptmannes war mit einer nickenden Feder geschmückt.