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leit gegen den einzigen Neffen, der ihrem Verlangen entgegen sich mehr für das Studium derheidni­schen^ Natu-wiffenschasten, wir der Bibelharmonie interefstrt hatte, so wett treiben würde, hätte er doch nicht gedacht. In dem Testamente stand näm» lich, nach Weglassung des Wegzulaffenden, daß: zum Universalerben die ehrwürdigen Brüder vom Orden des heiligen Liguori eingesetzt seien und diese dem Neffen der Erblasserin als Legatsoviel ausbezahlen sollten, als sie selbst wollen."

Das glich natürlich einer Enterbung genau ebenso, wir ein faules Ei dem andern.

Und das ist der Grund, weshalb der junge Doctor Weller noch immer mit Selbstmordgedanken umherläuft, ganz wie im Anfang unserer höchst lehr­reichen Geschichte erzählt ist.

Was sollte er machen? Zwar hatte er wohl Unterschiedliches gehört von Erbschaftsprocessen und dergleichen, aber es schwebte ihm so eine Ahnung vor, daß die Anstrengung einer Klage nur geringen Erfolg haben und voraussichtlich nur defervitenlustige Advocaten füttern würde. Allerdings hatte einer der Herren aus dieser wohledlen Zunft, den er zu Rathe gezogen, von Möglichkeiten und Aussichten ge> sprochen, sich aber sofort einen ganz erheblichen Vor­schuß ausgedeten, so daß der Erbe ohne Erbe vorzog, den Recktsbeistand nicht mehr weiter zu bemühen, ihm die gehabte Conferenz zu bezahlen und dann nach seiner Heimath abzureisen, wo er ärmer als je ar.kam, denn nicht nur, daß er jetzt keine der frühe, ren schönen Aussichten mehr hatte, nein nicht einmal die vorgängliche Rheintour hatte er genossen, das Geld dafür war für anständige Repräfentation bei den Beisetzung«. Feierlichkeiten von Tante Barbara drsufgegangen.

Natürlich hatte Weller sich vorgsnommen, bei seinem abonnirien Patienten, dem Kreisrichter Malkin- ger, von dem gehabten Mißgeschick nichts zu erzählen, ebenso natürlich, daß er dieses Vorhaben nicht zur Ausführung brachte; verrieth doch schon sein ganzes vsrstellungsunsähiges Gesicht, daß ihm etwas recht I Widerwärtiges begegnet war.

Hm, hm!" machte der alte Kreisrtchter, als er den Schaden vernahm.Das ist freilich eine fatale Geschichte. Lassen Sie mich doch einmal die Testa- mentsabschrift nochmals genau ansehen I"

Nach einer Weile, während welcher der alte Mann theil; gelesen, theils nachgedacht, der Doctor aber in gezwungen gleichmüthigem Ton sich mit der Tochter, Fräulein Rosalie, über Stadtneuigkeiten un­terhalten hatte, fragte der Kreisrichter:

Und die Universal - Erden haben inzwischen erklärt . . . ? .

Daß Sie mir fünftausend Thaler ein für alle Mal geben wollten", antwortete der junge Mann, dabei mit bedenklicher Zaghaftigkeit im Blick da» Gesicht Rosalien's streifend.

Fünftaufeud Thaler sind zwar immerhin nicht

zu verachten", meinte Herr Mallinger,aber wenn man Aussicht auf fünfundneunzigtausend hat, ft versucht man jedenfalls, diese zu bekommen."

Aber die vorsichtigen Brüder", sprach Weller, erklären, nur in dem Falle die fünftausend Thaler auszuzahlen, wenn ich dar Testament unangefochten lasse und sie nicht in Processe verwickle."

Allen Respect vor Ihrer Friedensliebe", mur. melle der alte Mann,aber auf einen Proceß dürfen die frommen Herren es getrost ankommen lassen."

Ich bin auch schon so gut wie entschlossen, die fünftausend Thaler zu nehmen", versicherte der Doctor.Besser ein Spatz in der Hand, wie eine Taube auf dem Dach."

(Schluß folgt.)

Vermischtes.

Werth turnerischer Bewegung im Freien.Der Schwächling, der im Freien lebt, wird älter als der Kraftmensch in der Gefangen­schaft, und wäre diese fürstlich. Abgesehen von den militärischen, politischen und ökonomischen Vortheilen, welche es hat, über ein Paar geübter Beine zn verfügen und ein immer geheiztes Lokomotiv zu besitzen, ist richtige Gymnastik die körperliche Ergänzung zn jedem einzelnen Berus und Gewerbe, die Versöhnung Zwischen Leib und Seele, die fröhliche Erzieherin zur sittlichen Freiheit, zum raschen festen Willens- impulse, der uns über Bücher und Papier so oft verloren geht. Tausend schiefe Gedanken und krumm« Gefühle verschwinden, wenn die Nerven eine reelle Aufgabe in der Bewegungsmafchine übernehmen und die Mauserungsstoffe des Körpers an die freie Lust herausgearbeitet werden."

Spielplätze in England. Spiel und Be­wegung im Freien werden bekanntlich in England in hervorragendster Weise gepflegt, und sind nicht nur die Lokal-Gesundheitsbehörden für die Leitung und Ueberwachung dieser so wichtigen Angelegenheit ver­pflichtet, sondern zwei große und wirksame Vereine, dieNational health society und dieLadies sanitary association verstehen es auch, in unab­lässiger Weise die private Wohlthätigkeit zum Zweck der Gründung von öffentlichen Spielplätzen wach zu halten. London besitzt jetzt 28 öffentliche Plätze, aus denen die Schuljugend unter Aufsicht der Lehrer ihre Turn-, Fecht-, Ball-, Lauf-, Spring- und Marsch­übungen und Spiele betreibt. Bradford hat sieben große Spiel- und Erholungsplätze mit einem Kosten­aufwand von 3,960,000 Mark hergerichtet; Birming­ham hat deren neun, Leeds fünf und Manchester elf.

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießeu.

Nr. 53.

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