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beherrschen, den Schwerz bemeistern se'Nt Kräfte reichten nicht ous.

Kraftlos sank er neben ihm nieder und legte den greisen Kopf an? des Tobten Brost. Die Hand desselben erfaßte er und führte sie an seine Lippen. Vernichtet mar dos höchst« Glück seiner Lebens, die Freude und die Stütze seines Alt rr.

(Fortsetzung folgt.)

$ er eitet

- Einer wahren Begebenheit nacherzählt.

Von Albert Kamecke.

(Nachdruck verboten.)

Düstere, finstere Nacht lag über den Häusern der Weltstadt. Unheimlich jagte der Sturmwind durch die Straßen und Gassen und drohte, die Flammen in den Gaslaternen auszublasen. Die Straßen waren menschenleer, da jeder das Wetter scheute; nur hin und wieder eilte ein verspäteter Wanderer daher, um so schnell wie möglich den häuslichen Herd aufzusuchen.

Draußen vor der Stadt, wo sich im Parke die Villen der reichen und vornehmen Leute erheben, stand ein hohes Gebäude, von Garten umgeben. Dort wohnte der Geheimrath von Welter mit seiner Familie.

Sill lag das Gebäude da und nur schwach hoben sich seine Umriffe aus der Finsterniß hervor. Ein Fenster hoch oben im dritten Stockwerk war schwach erleuchtet; es war das Fenster, welches aus dem Schlafzimmer der einzigen Tochter des Hausherrn der Straße zu führte.

Die Bewohner des Hauses lügen in tiefem Schlummer. Sie kümmerte nicht der Sturm, der draußen hauste und durch die Beste der Bäume pfiff, so daß sich die mächtigen Stämme hin- und herwiegten; sie kümmerte nicht die herrschende Kälte, warme Zimmer und weiche Pfühle machten sie dieselben ver- geffen. Glücklich waren sie all' den Armen gegen­über zu schätzen, die frierend im kalten Zimmer auf dem harten Strohsack sich wälzten und ihres Daseins fluchten.

Doch bald sollte die Familie des Geheimrath Welter auf unheimliche, entsetzliche Weise aus ihrem Glücke gerissen werden.

Hörst Du das ferne anhaltende Geläute, das von Augenblick zu Augenblick näher kommt? Siehst Du dort den Fackelschein näher und näher kommen, vernimmst Du das Getrappel eilender Rosse, das Rädergerassel dahineilender Wagen?

Die Feuerwehr ist es, die daher kommt, als wollte sie sich mit dem Sturmwind in einen Wett­lauf einlassen. Grausig ist das Bild, welches der Fackelzug verursacht, gespensterbleich heben sich Men­schen, Pferde und Spritzen von der Dunkelheit ab.

Wie der Blitz ist die Feuerwehr vorübergesaust, hinter sich wieder dunkle Nacht zurücklaffend.

Wohin eilen sie, die braven Männer, die Ge­sundheit und Leben einsetzen, uni dem Nächsten zu helfen und ihn von der Wuth des entfesselten Ele­mentes zu schützen?

Nicht alle Bewohner des Hauses Welter schlummern. Die achtzehnjährige Tochter des Geheimraths liegt wachend im Bett und hält ein Buch in der Hand, in welchem sie eifrig zu lesen scheint.

Es ist ein Roman, den sie liest und der ganz ihre Sinne gefangen hält. Jst's doch Liebe, von dem er handelt und welches achtzehnjährigen Mädchens Herz schlüge nicht höher bei dem Wörtchen Liebe, dem Wörtchen, das so ungeheuer viel Weh und Selig­keit in sich verschließt?

Neben dem Bett steht ein Tischchen, auf dem sich die Lampe befindet, die der schönen Leserin das Licht spendet.....

Es muß eine spannende Geschichte sein, die das Mädchen liest, denn bald lächelt es zufrieden vor sich hin, bald rollt eine Thräne aus den schönen Augen die Wangen herunter. Doch auch die spannendste Erzählung ist nicht im Stande, der Natur ihr Recht zu -entreißen, und so wird auch die Jung­frau bald einschlafen und den Roman, den sie soeben gelesen, noch einmal durchträumen.

Zuweilen schon fallen ihr die Augen zu, das Buch entfällt ihrer Hand; sie ergreift es wieder und beginnt von neuem zu lesen. Doch nur kurze Zeit, ihr Köpfchen sinkt in die weißen Kiffen zurück und süßer Schlummer hält die Jungfrau umfangen.

Liebliches Bild!

Ein Lächeln schwebt auf dem Antlitz des Mädchens, gewiß träumt es von dem Helden ihres Romans.

Die Lampe auf dem Tischchen neben dem Bett brennt noch immer. Der Schlaf hat das Mädchen zu schnell überrumpelt, als es das Licht hätte ver­löschen können.

Es muß ein schöner Traum sein, den die Jung­frau träumt, denn das Lächeln von ihren Lippen ver­schwindet nicht. Jetzt streckt sie die Arme aus will sie im Traume den Geliebten umarmen?

Da sie kommt mit dem Arme der Lampe zu nah die Lampe fällt vom Tisch die Flamme schlägt empor . . !

Das Haus des Geheimraths von Welter steht in hellen Flammen. Die Feuerwehr ist in voller Thätigkeit, gilt es doch wieder ein Werk der Menschen­freundlichkeit und Nächstenliebe zu vollbringen.

In einem Fenster des zweiten Stockwerkes des Hauses stehen händeringend der Besitzer und seine Frau. Sie haben keine Zeit mehr gehabt, die Treppe hinuntereilen, um sich in Sicherheit bringen zu können. Jetzt brennt die Treppe lichterloh. Da sind es die wackern Feuerwehrleute, welche ihr eignes Leben in die Schanze schlagen, um das jener zu retten.

(Schluß folgt.)

Redaktion: A. Sch eh da. Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.