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HrMzel trat hastig heran. Er grüßte die Um- \ stehenden, obschon er die meisten kannte, nur flüchtig. | An den Todts« trat es heran. Schrecken sprach aus seinen Zügen.
„Entsetzlich — entsetzlich!" rief er laut.
Er war mit dem Tobten ja innig befreundet gewesen.
Der Richter trat zu ihm.
„Ein trauriger Fall!" sprach er. „Mich hat er gewaltig erschüttert."
Frenze! antwortete nicht. Man sah es ihm an, wie er mit sich kämpfte, um den Schmerz im Zaum zu halten.
„Es ist entsetzlich", wiederholte er nur.
„Ist Berger gestern Atzend bei Ihnen gewesen?" fragte der Richter.
„Nein", erwiderte der Gutsbesitzer. „Aber er hatte mir versprochen, zu kommen — ich erwartete ihn — wir wollten sogar ein Geschäft abschließen."
„Er wollte Ihr Gut kaufen?"
„Ja — ganz recht. Wir standen deshalb in Unterhandlung, waren fast einig — gestern wollte er mir die bestimmte Nachricht bringen."
„Er ist nur bis hierher gekommen!" bemerkte der Richter. „Er hat die Summe bei sich getragen, die er Ihnen als erste Anzahlung geben wollte — sie scheint sein Unglück geworden zu sein!"
„Und Sie haben noch keine Spur des Mörders aufgefunden?" fragte Frenzel.
„Noch keine."
Der Richter und Aciuar untersuchten, von Frenzel und dem Doktor unterstützt, die Umgebung. Sie fanden nicht das Geringste, was mit dem Morde in Zusammenhang stehen konnte, was auf eine Spur des Verbrechens geleitet hätte.
Ohne Erfolg kehrten sie zu dem Tobten zurück.
„Wann hat der Ermordete Ihr Haus gestern verlasien? fragte der Richter den Doktor.
„Der Abend brach bereits herein."
„Können Sie mir nicht die Zeit genau^angeben?"
„Genau nicht. Er muß nach sechs Uhr ge- wesen sein."
„Und Berger hat sich sogleich auf den Weg nach Alldorf begeben?"
Prell zuckte mit den Achseln.
„Ich weiß es nur aus Paulas Mund, daß er die Absicht hatte", erwiderte er. „Mer.Wahrscheinlichkeit nach wird er es gethan haben."
„Dann mußte er ungefähr um sieben Uhr hier sein", fuhr der Richter fort. „Um diese Zeit muß die verbrecherische That vollbracht sein. Um sieben Uhr ist es noch nicht dunkel im Walde. Häufig gehen Menschen um diese Zeit auf dem Wege — es ist kaum denkbar! Können Sie aus der Beschaffenheit des Tobten nicht ungefähr auf die Zeit schließen, wann er ermordet sein muß?"
„Ich kann nur so viel daraus ersehen, daß es bereits vor Stunden, vor Tagesanbruch geschehen ist, denn dann pflegt der Thau fich in der Regel zu bilden. Mehr kann ich nicht behaupten. E»
widerspricht indeß nicht de« Annahme, daß düs Verbrechen schon gestern Abend geschehen ist."
Der Richter schüttelte halb zweifelnd den Kopf.
„Ich glaube er kaum", sprach er. „Nun, jedenfalls wird es sich leicht erforschen lassen, wann er fich auf den Weg nach Alldorf begeben hat. Selim wohl geschieht ein solches Verbrechen, ohne daß der Thäter die geringste Spur, welche zu einem Verdachte führen könnte, zurückläßt. Es muß eine vorher überlegte und vorbereitete und besonnen ausgesührie Thal sein."
„Er hat eine Spur zurückgrlaflen!" warf Prell ein.
„Welche?" fragte der Richter, ihn gespannt an. blickend.
„Sir haben sie zu fich gesteckt — die Kugel", gab Prell zur Antwort.
„Wir kann ich au« ihr errathen, wer sie abgeschossen hat?" fragte der Richter. „Obmein ist ihre Gestalt verändert und sie hat sich breit gedrückt."
„Aber ihr Gewicht ist geblieben", bemerkte Prell. „Es ist dies freilich nur ein geringfügiger Umstand, dennoch kann er vielleicht mit zur Ermittelung des Mörders führen."
Der Richter hatte einen der Holzarbeiter zur Stadt zurückgesandt, um einen Wagen zu holen, auf welchem der Tobte fortgebracht werden sollte.
Er harrte auf dessen Ankunft. Das Geschick des ihm befreundeten jungen Mannes ging ihm nahe, und er hatte noch nicht die leiseste Spur, um feinen Mörder verfolgen zu können. Vergebens hatte er, darnach suchend, seinen Blick umherschweifen lassen, seinem scharfen Auge würde so leicht nichts entgangen sein.
Der Aeluap hatte jeden einzelnen Punkt der Untersuchung genau ausgezeichnet.
„Bieiben Sie hier, bis der Wagen für den Tobten kommt", sprach der Richter zu ihm, „ich werde zurückkehren."
Er reichte Frenzel die Hand zum Abschied — da wurde des Tobten Vater, der alte Berger, von zwei Männern unterstützt, herbeigesührt.
Es war ein erschütternder Anblick, den Alten mit schwankenden Schritten und doch mit der Hast der höchsten Angst nahen zu sehen. Noch suchte er sich mit der schwachen Hoffnung, daß die schreckliche Nachricht falsch sei, ausrecht zu erhalten. Es konnte ja nicht sein. Er konnte sein einzige« Kind nicht auf so entsetzliche Art verloren haben.
Schweigend machten die Umstehenden dem Alien Platz.
Der Richter trat ihm entgegen, er wollte ihn zurückhalten von dem traurigen Anblick, wollte ihm beruhigende, tröstende Worte sagen — der Alte hörte ihn nicht — ungeduldig drängte er sich durch.
Da stand er an der Leiche seine» Sohne». Noch schien er ihn nicht zu erkennen, vor seinen Augen schien Alle» zu verschwimmen, er beugte sich über ihn. Der Tobte lag so ruhig da- Jetzt erkannte er ihn. Er zuckte zusammen — er wollte fich


