Ausgabe 
1.9.1888
 
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Er will mich fangen", dachte er pfiffig,aber e» soll ihm nicht gelingen, ich werde nicht zum Verräther."

Sie kamen an die Wendeltreppe mit dem geheim- nißvollen Versteck. Wenn der Verfolgte sich ahnungs­los drinnen bewegte, sich räusperte oder gar hustete. Den alten Mann überlief es heiß und kalt.

Fallen Sie hier nicht, Herr Commiffar I" rief er plötzlich mit lauter, besorgter Stimme, »die böse Treppe hat schon viel Unheil angerichtet."

Der Beamte sah sich rasch um und ließ den Lichtschein auf des Alten Gesicht fallen. Doch spie­gelte sich nur Besorgniß, keine verdächtige Angst darauf.

Ihr braucht deshalb nicht so laut zu schreien", murrte er zornig,ich werde mich schon vorsehen."

Nun war Alle» todtenstill in diesem Revier. Der Commiffar stieg die morschen Stufen hinauf, wobei er mit großer Sachkenntniß jeden Vorsprung der ge- täfelten Seitenwände scharf untersuchte. Jetzt kam er bei einer neuen Biegung an die verhängnißvolle Stelle. Johann schwitzte Höllenangst, al» der Be- amte so genau umherleuchtete und Alle» betastete. Dann klopfte er plötzlich an da» Getäfel, welche» hohl erklang. Johann konnte ein heftiges Zittern nicht unterdrücken, ein Glück, daß er den Leuchter nicht zu halten brauchte, da er sich jetzt unfehlbar verrathen hätte. Wenn der Verfolgte auf das Klopfen nun öffnete?

Befindet sich hinter dieser hohlklingenden Holz­wand ein Raum?" fragte der Commiffar, den Alten jetzt scharf auf'» Kam nehmend.

Freilich eine Rumpelkammer, welche ich Ihnen sogleich zeigen werde", erwiderte Johann, sich gewalt­sam faffend.

So läßt sich diese Wand zurückfchieben.

Rein, davon ist mir nicht» bekannt, die Thür befindet sich vom oberen Boden au», wovon man wieder auf einer Treppe hinabsteigt."

Der Commiffar schwieg und suchte nach jeder Richtung hin die Wand zu verschieben. Dieselbe blieb unbeweglich fest, obwohl er zu Johanns namen­losem Schrecken den rechten Mechanismus schon mehr­fach erfaßt hatte.

Ich müßte nach vierzigjährigem Dienste in diesem Hause doch nothwendig davon wiffen, Herr Com- miffar l" nahm Johann auf'» Reue da» Wortsonst wäre nach Ihrem Ermeffen ein Fremder ja orten« tlttet hier al« die Bewohner."

Sonderbarl" murmklte der Commiffar, zögernd die Treppe hinansteigend, welche sich wie eine Schnecke nach dem Boden hinaufwand. Es wurde auch hier gesucht und alsdann einige Stufen wieder hinabge­stiegen, um die betreffende Rumpelkammer in Augen­schein zu nehmen, welche die peinlichste Ordnung, doch nicht» Verdächtiges darbot.

Der Commiffar schritt hinein, klopfte an die Bretterwand und bemerkte sogleich mit großem Scharf­blick, daß diese Wand sich nicht direct an die Wen­deltreppe anschließen konnte.

,,E» ist dort ein Versteck", sprach er mit Bestimmt­heit, sich rasch zu dem Alten umwendend.

Dieser fuhr erschreckt zurück, momentan die müh­sam bewahrte Faffung verlierend.

Ihr wißt es sehr gut", fuhr jener drohend fort, und macht Euch dadurch verdächtig, mich hinter» Licht führen zu wollen. Gesteht, AlterI Ihr und da» fjunge Fräulein wißt um den Aufenthalt de» Verbrecher»."

Herr Du meine Güte!" jammerte Johann,nun soll das junge Fräulein auch in einen solchen schreck­lichen Verdacht kommen! Da» wird der kranken Gnädigen den Tod bringen. Ja, ja, H°rr! es wird sie tödten, so war ist in diesem Hause noch gar nicht erlebt worden und der Herr Commiffar werden e» zu verantworten haben, wenn noch mehr Unglück geschieht."

Schweigt, alter Narr!" unterbrach ihn der Be­amte zornig,wollt Ihr da« ganze Hau» in Auf­ruhr bringen und die Kranke selber dadurch tödten? Seid Ihr schuldlos, wohlan, was habt Ihr Euch dann darob zu ängstigen?"

So wird die Beschimpfung für gar nichts ge­rechnet?" meinte Johann, sich bezwingend,meine Ehre ist so gut, wie jede andere, und wer das junge Fräulein schimpftet, vergreift sich an unfettn frei- herrlichen Haus."

Was gibt'» hier?" fragt plötzlich eine tiefe, klangvolle Stimme, und Ulrike erschien in dem Rah­men der Thür.

Ah, gnädiges Fräulein!" tief Johann schwer aihmend,der Herr Commiffar behauptet steif und fest, daß zwischen der Wendeltreppe und dieser Rum­pelkammer ein Versteck sein müsse, und daß, ich mag'« nicht wiederholen, wen der Herr im Verdacht hat, genug, daß ich und noch Jemand anders den Ver­brecher dort verborgen hätten."

Welche absurde Idee!" fragte Ulrike, den fra­genden Blick auf den Commiffar richtend.

Dieser hatte sie aufmerksam betrachtet, doch auch nicht die leiseste Veränderung in ihrem ernsten, ruhi­gen Antlitz wahrnehmen können, vielleicht ein wenig bleich, was bei dem Kerzenlicht und ihrem braunen Teint nur zu sehr täuschen konnte.

(Fortsetzung folgt.)

Eine ungkücktiche Königin.

Von Hans Sundelin.

Das Schicksal der serbischen Königin hat aufs Neue der Welt gezeigt, daß dort, wo Macht und Glanz thront, das Glück nicht immer eine Heimstätte hat und daß Königinnen gleich der Aermsten ihrer Unterthanen von dem bittersten Harme verfolgt werden können. Die Blätter haben sich beeilt, aus Anlaß der Belgrader Tragödie der unglücklichen Herrscherinnen zu gedenken, von denen die Geschichte uns berichtet.