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in Gießen.
Hiehener Isamilienbläüer.
Belletristisches Beiblatt;um Gießener Anzeiger.
103. Samstag den 1. September. 1888.
Im Kaufe Immendorf.
Original-Roman von Emilie Heinrichs.
(Fortsetzung.)
4. >
Die Haussuchung im Erdgeschoß war resultatlos verlaufen, der Verbrecher nirgends gefunden worden.
Mit einem unheimlichen Gefühl unbestimmter Be- sorgniß hatte Fräulein Ulrike, von dem Polizei- Commtffar gefolgt, sich in den ersten Stock begeben, um hier die großen unbewohnten Zimmer, welche ehedem theils dem Freiherrn gehört, tHeils zu Gesell« schafts,Räumen benutzt worden waren, in Augenschein zu nehmen. Dann klopfte sie etwas gefaßter an Hedwiga’s Thür.
Eine silberhelle Stimme rief: Herein! und Ulrike öffnete, um zuvor einen raschen, forschenden Blick htneinzuwerfen.
Die junge Dame ordnete vor dem Spiegel ihr Haar und lachte fröhlich auf, als sie die Emtretende erkannte.
„Seit wann bist Du bei mir so ceremoniell ge« worden, liebe Tante?"
„Entschuldige, Kind, ich bin nicht allein", versetzte Ulrike mit ihrer gewohnten ruhigen Würde. „Wir haben leider eine unangenehme Procedur, eine Haussuchung nach einem verfolgten Verbrecher, der i sich unter unser Dach geflüchtet haben soll, zu gestatten. Der Herr Polizei-Commiffar wird auch Dein Zimmer revidiren müssen."
„Ah, das ist ja ordentlich romantisch", lächelte Hedwiga mit leichtem Spott, „bitte, mein Herr, wenn’« sein muß; ich begreife nur nicht, wie ein Verbrecher ohne unfere Erlaubniß, also ungesehen in dieses Hau» gelangen könnte."
Der Commtffar war ein galanter Mann, er verbeugte sich tief vor der schönen jungen Dame und trat mit einem Lächeln In’« Zimmer.
„Meine Nichte hat Recht", nahm Ulrike jetzt rasch da« Wort, „ich begreife eS selber nicht, wie ein Fremder ungesehen in unser Haus sich einfchlet- chen könnte."
„Nun, zum Beispiel durch den Garten, gnädiger Fräulein!" bemerkte der Beamte, mit scharfen Augen da« Zimmer musternd. „Jene Thüre führt —"
„In mein Schlafgemach!" versetzte Hedwiga mit blitzenden Augen. „Ich hoffe, daß Sie diesen Raum respectiren."
„Bedauere unendlich, meine Gnädige! — Ich
j darf meine Pflicht nicht verletzen und höchstens ein
* Krankenzimmer respectiren."
I „Thun Sie Ihre Pflicht, Herr Commissar", sprach \ Ulrike mit fester Stimme und undurchdringlicher l Ruhe, obwohl ihr Herz heftig klopfte und eine furcht- t bare Angst ihre Brust beklemmte.
Hedwiga trat an’s Fenster, um ein spöttisches | Lächeln zu verbergen, während der Commissar mit einem bedauerlichen Achselzucken in’« Schlafzimmer sich begab, wohin Ulrike ihm folgte.
E« fand sich selbstverständlich weder der gesuchte Verbrecher, noch sonst etwas Verdächtiges in dem Heiligthum der jungen Dame vor, und als der Com- miffar zurückkehrte, Hedwiga sich langsam umwandte, j da konnte sie dem Spott und Triumph in ihrem l beweglichen Mienenspiel nicht länger gebieten.
Der Beamte warf einen durchdringenden Blick * auf sie, verbeugte sich lächelnd und meinte dann, zu | Ulrike gewandt, daß die Häuser der Vorväter durch I ihre unzähligen Winkel und Verstecke so recht dazu i geschaffen feien, die heutigen Sicherheits-Beamten in Verzweiflung zu bringen.
„Da lore ich mir unsere jetzigen Bauten", setzte er hinzu, „welche an Licht und Lust nicht» zu wünschen übrig lassen."
„Sehr wahr", nickte Ulrike, „besonders die sog. MieihS'Kasernen, wo e» im Gründe gar keine eigene Wohnung, also auch kein Geheimniß, kein behagliche» Alleinsein mehr giebt."
„Doch Zugluft und Licht in Hüll; und Fülle, um jeden Verbrecher dem Richterblick preiszugeben", schaltete Hedwiga lachend ein.
„Sie haben in diesem Hause gut spotten, meine Gnädige!" lächelte der Commissar zerstreut, „ich weiß dessen Vorzüge genau zu schätzen und zog überhaupt nur den Vergleich für den praktischen Nutzen der Polizei- Jedenfalls giebt ei noch geheime Verstecke hier, gnädiges Fräulein?" wanvte er sich fragend an Ulrike.
„Welche ein fremder Mensch doch unmöglich entdecken könnte", tief Hedwiga vorschnell.
Ulrike warf ihr einen strafenden Blick zu, worauf die junge Dame sich erröthend zurückzog.
„Also giebt es solche in Ihrem Hause?" fragte der Commissar rasch und dringend. „Ich bin davon überzeugt, gnädiges Fräulein, und muß leider im Namen des Gesetzes —"
„Schon gut, mein Herr, ich kenne meins Pflicht", unterbrach Ulrike ihn stolz. „Sie sollen diese sog. Verstecke sehen, obwohl meine Nichte auch darin recht hat, daß ein Fremder sie unmöglich entdecken könnte."


