fiLr AWLL vni> Wirkschan- urio wir Multis erhebt.
Stff rcnten innerhalb der abe.t R gierungs- foalition scheinen nicht ausgeschlossen, zumal auch verlautet, daß daS Zentrum eine Erweiterung der Regierung nach, rechts unter Einbeziehung der Deutschen Volkspartei anstrebt. Die Linksmehrheit scheint diese plötzliche Absicht des Zentrums mit der Angliederung der beiden Ministerien einen Riegel vorschieben zu wollen. Auf der Seite der Deutschen Volks- Partei legt man jedoch weniger Wert auf das Justizministerium. Man möchte vor allem einen Wechsel in der Desetzung des Landesamtes für das Dildungswesen, um der einseitigen Stellenbesetzung durch die Linke ein Ende zu machen.
'Die demokratische Fraktron hat im Landtage eine Anfrage zur Bekämpfung der Reblausgefahr eingebracht. Die Deutschnationalen fragen an, wann die Regierung eine Vorlage einbringen werde, die das M i - nisterruhegehaltsgesetz beseitigt. Dieselbe Fraktion fragt an, ob in der Ostjuden-- frage in Verfolg des Landtagsbeschlusses vom 15. Oktober 1924 bereits Schritte getan seien, um die Reichsregierung zu veranlassen, die ostjudi- fditc Zuwanderung r e i ch s g e s e h l i ch zu regeln und ob die Regierung in der Lage und bereit sei. über Anzahl, Beschäftigung, Kriminalität und Gesundheit der seit 1900 tn Hessen wohnenden Ostjuden amtliche Feststellungen machen zu lassen. Eine weitere Anfrage derselben Fraktron beschäftigt sich mit der Beamtenüesol- dung und Ortsklasseneinteilung und fragt an, ob die Regierung gewillt sei, zur Behebung der Rotlage der unteren Beamten gruppen dem Beispiele Badens zu folgen.
Der deutsch-französische Handelsvertrag.
Trendelenburg zum Bericht uach Berlin berufen.
Paris. 6. Gan. (WB.) Die deutsche Regierung hat Staatssekretär Dr. Trendelenburg aufgefordert, mit dem Kabinett sowohl über den von der französischen Regierung voraeschlagenen ModuS vivendi, als auch über die anDeien Schwierigkeiten, die sich bei den Verhandlungen ergeben haben, zu sprechen. Der Vorsitzende der deutschen Delegation ist heute abend nach Berlin abgereist. Seme Rückkehr nach Paris wird für den kommenden Freitag erwartet. Die beiden Delegationen und die Sachverständigen haben trotzdem ihre Arbeiten heute fortgesetzt und werden sie bis zur Rückkehr von Staatssekretär Dr. Trendelenburg weiterführe?!.
Die Berliner Blätter heben hervor, daß sowohl durch den französischen Entwurf eines HandclsvertragSprovisoriums, als auch durch die von der französischen Regierung vorgelegtc Zollnvvelle, die deutsche Exportwaren mit prohibitiv wirkenden hohen Ansätzen belaste.
eine ernste Situation
«en worden sei. Staatssekretär Trendelen- er bei seiner Abreise aus Paris die Vertreter der deutschen Presse empfing, betonte, daß es unrichtig sei, politische Fragen wie die Frage der Besetzung Kölns mit dem augenblicklichen Stand der Verhandlungen in unmittelbaren Zusammenhang zu bringen. Die deutsche Delegation hat sich bisher nur von wirtschaftlichen Interessen leiten lassen und die jetzt entstandenen Meinungsverschiedenheiten seien lediglich aus tmrtschaftliche Erwägungen zurückzuführen. Richtig ist, daß die Vertreter der deutschen Schwerindustrie mit Herrn Thyssen an der ^Spitze aus Gründen der allgemeinen Lage die Fortsetzung der allgemeinen Aussprache mit den französischen Schwerindustriellen unterbrochen haben. Aber diese Aussprache bezieht sich nur auf privatwirtschaftliche 'Verhandlungen. nicht aber auf den Wirtschaftsvertrag.
Der französische L a n d e l s m i n i st e r bat nach dem ,,Motin" dem Staatssekretär Trendelsn- burg drei Schriftstücke nach Berlin mitgegeben, die sich auf
ein vorläufiges Abkommen beziehen. Das eine Schriftstück enthält Vorschläge für die Festsetzung der e l s a ß - l o t h - rin gischen Kontingents, die während der Uebcrgangszeit zollfrei nach Deutschland em- gclührt würden. Diele Kontingente sind auf ein Mindestmaß zurüctgeführt worden, und umfassen insbesondere Textilwaren, Weine und Metallgegenständc. Ein zweiies Schriftstück nennt die Maximaltarife, die Frankreich für die Ausfuhr von Metallgegenständen anerkennen würde. Das dritte Schriftstück enthält eine Aufstellung von Waren, für die der französische Handelsminister die Anwendung des allgemeinen deutschen Zolltarifes erbittet. Der „Matin" bezweifelt, daß die iranzösisch-drut- scheu Besprechungen bis zum 10. Januar etwas Greifbares ergeben. Das Blatt tröstet sich aber mit dem Hinweis daraus, daß auch die bei» gisch-deutschen und die italienisch-deutschen WirtschastSverhandlungen bis zum 10. Ja- nuar zu ieinem greifbaren Ergebnis führen werden.
Die interalliierte Schuldenregelung.
Amerika über die frau,höfische» Zahlringsvorschläge enttäuscht.
Washington, 7. Gan. (T. 11.) Das Schuldenmemorandum des französischen Finanz- Ministers Elementes har in amtlichen Kreisen den denkbar schlechtesten Eindruck gemacht. da auf Grund eines ersten Berichtes des amerifanifaxn Botschafters Herrick angenommen worden war, daß Frankreich ton trete Vorschläge zu einer sofortigen Regelung feiner Schulden unterbreiten würde. Daü Memorandum enthält unter starker Betonung gefühlsmäßiger Erwägungen die An- reaung einer Annullierung der bisher an= gesammelten und der weiteren Zinsen bis zum Ablauf des zehnjährigen Moratoriums. Es steht außer Zweckes, heißt cS in der Meldung weiter, daß verschiedene Senatoren, barunter Borah Im Senat eine neue Protestresolution gegen die übermäßigen Konzessionen art Frank- rctch cintri-gen werden unter g'eichzeiii^em Hi..» weiL darauf, baf) Frankreich gewaltige Geldbeträge nicht nur auf seine eigenen
militärischen '^uftungen, sondern auch für die Bewaffnung der Armeen Polens. Rumäniens und der Tschechoslowakei verwandt habe.
Mussolinis neues Kabinett Neuwahlen? — Diktatorische Matz- nahmeu.
Rom, 7. Gan. (TA.) Mussvlint hat bereits wieder ein neues Kab inett gebildet. Wie wir schon gestern anZ>euteten. ist nach dem Rücktritt des liberalen Gustizministers Ovig lio der Präsident der Kammer Rocca getreten. Zum Unterrichtsminister wurde ProfeNoc Fedclo ernannt, zum Rkirrister für öffentliche Arbeiten der Abgeordnete Gicriat i. zur Zett Minister ohne Portefeuille. Die andern Minister bleiben im Amt. Mit Ausnahme des Marine- Ministers und des Wirtschaftsministers ^sjnd sämtliche Mitglieder des neuen Kabinetts eingeschriebene Mitglieder der f a s z i st i s ch e n Parte i. Der Wir. schaftsmi b ster Aava wollte ursprünglich auch zurucktre^- ten, auf Grund einer Untevrebung Mussolinis mit dorn Führer der nattonal-Äthsttschen Partei, der er angehört, ist jedoch diese Demission vermieden worden.
Die Pressestimmen zur Ministeriuins- bildung betonen allgemein, daß nun das Kabinett einen rein faszistischen Charakter trage. Die extremfaszisttschen Blätter sind erfreut über die neuen strengen Maßnahmen der Regierung, sehen sie aber nur als einen vielversprechendLn Anfang an, der unbedingt fortgesetzt werden müsse. Die Oppositionsblätter b.Ingen, soweit sie erscheinen, keinerlei Kommentare. 3n oppositionellen Kreisen betont man, daß die Sage durch Umbildung des Ministeriums keineswegs geklärt
und gebessert wird und behauptet, hast auch Handelsminister Rava in nächster Zeit feine Entlassung nehmen werde, obwohl die national» katholische »Corners ö'Stalia“ dies in Abrede stellt.
Da die Kammer, wie verlautet, bereits am 12. Ganuar wieder zusammentrete-n soll, glaubt man in Oppositionskreifen. daß es dem Ministerpräsidenten darauf ankommme, das Wahlgesetz so schnell wie möglich burchzubringen, um alsdann Reuwahlen auszufchrelben.
Gnzwischen hat der Wahlreforrnaus- schlus; die erste Lesung der Vorlage beendet. Er spricht sich gegen d r e Wahlpflicht und für LaS Pluralwahlrecht auS, ferner gegen die schriftliche Wahl und gegen das Auswandererwahlrecht. Er fragt die Regierung, ob Uc daS politische Wahlrecht Ser grauen ein» führen wolle und schlägt vor. auch au6 Städten über 70 000 Einwohner EinheitSwahlkrei sc zu machen, ferner daS ÖlUnbcftaltcr für die Wählbarkeit wieder auf 30 Gahrc hinaufzufchen, die Wahl de jinc bei dem Mangel einer Gegen- rcmdidatur einzuführen und Strafbestimmungen gegen die unentschuldigte Abwesenheit von Abgeordneten zu schassen.
Außer dem amerikanischen Gournalisten Camillo Ciandara wurden noch der Redakteur des „R u o v o P a e S c o" und der Korrespondent eines Mailander Blattes
unter der Beschuldigung tendenziöser Berichterstattung verhaftet.
Die Oppositionelle Presse ist von der Bildfläche verschwunden, in Rom sind gestern nur der ministerielle ..Messagero' und der faszistische „Gmpero" erschienen.
Die Mailänder Präfektur lnrschloß ent» iprcck-end ber von der Regierung den Prasrkten erteilten Befugnis einen Teil der Rational« miliz zu mobilisieren, um dadurch die Polizei zu verstärken. Alle DeremSlokale von Orgamfaiiortai, welche antisaszistischea Charakter hoben, sollen geschlossen und alle diejenigen, die durch aufrübrerischs Ruse ober Gewalttaten die öffentliche (Ruhe stören, rechtzeitig angezeigt und ccngehalte.n werden. Schließlich sollen alte biejenigen Lokale, in denen es zu Unruhen kommen sollte, entweder auf unbeftimmtc Zeit vollständig geschlossen werden ober der Betrieb soll ihnen mir tagsüber gestattet werden.
Grt den großen Städten wurden Haus» suchungen in den Riederlassungen deü Verbandes b'Gtaüa Libcra borgenonunen. Es ist au Zusammenstöße n gekommen. Uebergriffe der Faszisten hat die Polizei in den wenigsten Fällen verhüten können. In Mantua wurden 30 Verhaftungen vorgenommen. In Vicenza drangen Faszisten in die Redakttonsräume zweier Oppofit'-onsblätter ein. DaS Oracur her Vereinigten sozialistischen Värtei „Gursttcia" hat sein Erscheinen eingestellt. Die sozialistischen Verbände d'Gtalia Libero sind in Brescia auf» gelöst worden.
Die Völkerbund- Kommission in Angora.
Englische Wahlpropaganda.
Angora. 6. Gan. (WB.) Die Völkerbund s k s m m i s s i o n zur Prüfung deö Mos- sultonslikls ist heute mit Sonderzug hier ein» getroffen unb am Bahnhof im Romen des Mi» nistcrpräfrdentcn von dem türkischen Botschafter in Paris, Dfchcvad Bey. unb im Ramen des Ministers des Acußern von dem Unter- staatssekretär Tewfik Klamil Bey begrüßt worden. Die Mitglieder der Kommission statte- teix dem Präsidenten der Rationalversammlung und dem Ministerpräsidenten F e t i B c y Besuche A- *7 Der Generalgvuverneur des ? r °J. Flugzeug in Mosul eingettoffen unb hat die (rmwohncr von Mosul unb Sulcünanie unter Drohungen ausgefordert, für den Grak zu stimmen. Vier Dörfer wurden von einem Flugzeug
mit Bomben beworfen
und die den Anhängern des Scheichä Mahmud in Suleimarcke gehorenk-en Häuser zerstört. Der Scheich Mahmud leistet Widerstand.
_ 'yte Önglänbet versuchen, durch einen solchen ?ruck die Abstimmung zugunsten de« Irak bet» bcizufuhren unb die Mitglieder der vom Völler» bund entsandten Kommission zu täuschen
Spanische Kriegserfolge.
London, 6. Galt. (TU.) ..Daily Telegraph" ersahrc aus Madrid, daß Genera/ Garro seinen Vormarsch gegen Dunta-AltorcS fortfc#. Die "wischen hatten sich m aulgewahltsn Stell unaeii verschanzt, Mc spärer nach er-
pttterten dampfen eingenommen tourecn.
Zahl der getöteten Feinde soll ungewöhnlich groß sein. 3m Süden von Ceuta ist eine Abteilung des Generals Franco in heftigen Kampf mit dem Gegner verwickelt. Alle von den Spaniern gesteckten Ziele sollen erreicht sein. Zwischen El Kasar und Punta AltareS stehen spanische Kriegsschiffe und beschießen die Andjera-Dörfer. Spanische Flugzeuge bewerscn die Andjerastcllungeii mit Bomben. — Wie berichtet wird, soll ein großer Teil der Andjeras bereits kampfmüde sein und um Frieden nachgesucht hoben.
Aus «Ker Welt.
Der Tschekaprozefi vor dem Staats- gerichtShof.
Berlin. 6.Gan. (TU.) Am 11. Februar wird vor dem StaatSgerichtsbof in Leipzig die Hauptverhandlung gegen 16 Kommun.sten beginnen, btc beschuldigt werden, in Deutschland im Auftrage der Moskauer ivmmumstischcn Zentrale eine Tscheka gebildet zu haben, außerdem eine Geheimorganisation zur Verfolgung von Spitzeln und zur Verübung von 21t. vztaten gegen Feinde der Kommunistisch-n Partei. Die Angeklagten, die keine, in der Oes» fentllchkert bekannte Ramen tragen, sind verdächtig, den Polizeiagenten Rausch in Berlin ermordet und Attentate gegen den General von Seeckt und andere Persönlichkeiten vorbereitet zu haben. Dis B rtzandlung-n dü sten mehrere Tage in Anspruch nehmen. E n befon- deceS Verfahren schwebt noch gegen den Arg. Höllein, der sich in Untersuchungshaft bc^ findet.
Das Ende der Wafsergcsahr.
Fulda und Werra haben der W c s e r infolge der starken Rieberschläge riesige Wasser- masscn zugeführt. 3n H amel n stieg bic Weser am ©onntag auf 3.30 Meter über 0, um Montag 4,28 Meter über 0 zu erreichen. Am Rin- leiner Pegel stieg der Wasserstemd von 2,90 auf 5 Meter. Das Hochwasser ber Wupper geht ununterbroch-rn zurück. Dienstag mittag zeigte der Pegel noch 0,80 Meter. Auch vorn oberen Laus der Wupper wird ein weitere« Fallen gemeldet. Solingen und Burg sind vom Wasser wieder frei, doch ist ber durch das Hochwasser angcrichtcte Schaden in beiden Städten beträchtlich höher als zuerst angenommen wurde.
Linienschiff „Hessen" in Kiel.
DaS Linienschiff „Hessen" wurde auf der Blarinewerft von Wilhel m sh a f e n mit kleiner Dc-satzung in Dienst gestellt. Es tritt als viertes Linienschiff zu der Linienschiffsdivisi-on der Reichsmarine unb wird in Kiel stationiert.
Der Flettner-Rotor besteht die Sturmprobe.
Rach einer Meldung aus Kiel hat das Flcttnerschr Rotvrschisf „Buckau" in dem schweren Sturm der lechken Tage seine Seetüchtigkeit erwiesen. Das Sck.ifi crreichtc ein: Geschwindigkeit von neun Knoten und konnte allen 055(01 widerstehen. Am Donnerstag Toll da>.- Schifs von der Hanseatischen Motorschisfahrts» A.-G. in Dienst gestellt werden. Seine erste Reise soll über Flensburg nach Lübeck und von dort wahrscheinlich nach Schweben gehen.
Racheakt eines Abgebauten.
Der zum 1. Januar entlassene frühere Kassierer Schvepf dc-s Konsumvereins in Hof drang in die Verkaufs» unb Lagerräume der Firma ein unb richtete dort auf sämtliche Angestellte Schuss c. Der Angestellte Friedrich Gebhardt, ein fozraldemokra ischer Stadtrat, cr^ hielt einen Schuh ins Gesicht und die Kontoristin Schvedck zwei Schüsse in den Llnterleib. Die Schüsse gegen den Vorstand Jammer verfehlten ihr Ziel. Rach her Tat ging Schoepf durch das Fenster auf daS Dach und brachte sich zwei Schüsse in den Kopf bei Ec- siel dann in den Hof. wo er schwerverletzt liegen blieb. Sämtliche Berietzte wurden noch dem Krankenhaus gebracht mit Ausnahme der Kontoristin, die hoffnungslos bamicberliegl. Die anderen befinden sich außer Lebensgefahr.
Der Barmat-Krach.
Berlin, 7. Gan. (Sil.) Die Vernehmung der Gebrüder Barmat hat gestern begonnen. Gegen die vor kurzem iestgenommenen früheren Beamten der Staatsbant, B l o d o w unb Kersten, sowie gegen den Ingenieur und Bankdircktor Feld wurde ein richterlicher Haftbefehl erlassen.
Ausgehobene Verhaftungen.
Die von der Kriminalpolizei in Verbindung mit der Aufdeckung der großen Unterschlagungen aus dem Berliner Postamt W. 9 Derbaftetcn Postinspcktvren Dragier und B a r s t u e ch t wurden nach eingehender Vernehmung durch den Untersuchungsrichter auf freien Fuß gesetzt. Auch ber Oberpostsekrctär Schmidt wurde aus der Haft entlassen.
Dom Massenmörder von Münsterberg.
Wie aus Münsterberg zu ber Denkefchen Mordasfare berichtet wird, wurde in einem Holzschuppen in dem Denkeschen Hause wiederein größerer Haufen Knochen gesunden. Ferner entdeckte man bei der Durchsuchung des Kachelofens 15 blutbefleckte, mit Menschenhaut gebündelte Westen.
Schadenfeuer.
Aus Osterode i. H. wird gemeldet Einem ge- toaltlgcn Schadenfeuer fiel bic zu dem Gute Uhrde gehörende massive Scheune mit c>cr gesamten .Erntevorräten von 230 Morgen Land zum Opfer. Außerdem befanden sich in der Scheune 1100 Zentner Stroh und eine Dreschmaschine. Man vermutet Brandstiftung. Die Polizei hat bereits drei Jugendliche, bic als Täter in Frage kommen, verhaftet.
Temperamentvolle Ausflügler.
3n einem Eisenbahnzug tam eS kurz vor Reapel zwischen einem Kontrolleur und einer Ausfluasacsellschast zu einem Wortwechsel, in den sich auch andere Reisende mischten. Hierbei schoß ein Ausflügler mit einem Revolver, offenbar um die Gegner einzuschüchtern, traf aber unglücklicherweise zwei Kaufleute, die sofort tot waren. Davaufhin sprangen die übrigen Teilnehmer an der Rauferei auS dem fahrenden Zug, auS dem auch ein Leichnam geworfen wurde, und flüchleten.
Malaria!« Hollänüisch-Zndien.
2000 Todesfäl'c.
Rach einer 'Meldung herrscht In Holländisch- 3’nbien <y.r,^ schwere 'Malaria - Epidemic DiSßcr sind über 1000 Todesfälle gemeldet worden. i
Aus Stadt und Land.
Gießen, 7. Ganuar 1925.
Das Wintersemester 1924/25 an der Laiedesunivcrsität (Siesten.
Rach der Gesamtübersichl der Studierenden an unserer Landesuniverjität im Wintersemester 1924 25 beträgt die Zahl der ünmatriluliciten Studierenden 1465 (hierunter 90 Studentinnen): hiervon sind 718 Hessen, 747 Richthessen. Es kommen hierzu noch hinzu 18 ordentliche Hörer, 5 Hospitantinnen, 93 Gasthörer unb 74 Gasthörerinnen. Danach beläuft sich die Gesamtzahl der Besucher auf 1655.
Die nach Staaten und Fakultäten geordnete Llcbersicht zeigt folgendes Bild:
Theologie: 21 Hessen, 14 Preußen, 1 Thüringer; insgesamt 36.
Gura; 244 Hessen, 91 Preußen, 2 Bayern. 1 Württemberger. 4 Badenser, 1 Thüringer, 1 Braunschweiger, 1 Lette, 1 Holländer, 1 Pole insgesamt 347, hiervon 8 Studentinnen.
Medizin: 56 Hessen, 63 Preußen, 1 Sachse, 4 Bayern, 1 Badenser. 2 Oldenburger, 2 Aegyp- ter, 5 Bulgaren, 1 Chinese, 1 aus Sali' Domingo, 1 Grieche, 12 Letten. 3 Litauer, 1 Oesterrcicher, 1 Pole, 4 Rumänen, 4 -Türken, 5 Ungarn; insgesamt 167, hiervon 7 Studentinnen.
Veterinärmedizin: 7 Hessen, 36 Preußen, 3 Bayern, 2 Sachsen, 1 Württemberger, 3 Badenser, 2 Thüringer, I Braunschweiger, 1 Anhalter, 1 Belgier, 13 Bulgaren, 3 Finnländer. 3 Rorweger, 1 Oesterreicher, 9 Rumänen; insgesamt 86.
Philosophie: 390 Hessen, 324 Preußen, 17 Bayern, 5 Sachsen, 11 Württemberger, 19200- denser, 3 Thüringer, 3 Oldenburger. 4 Braunschweiger, 4 Hamburger. 2 Bremer, 1 Lübecker. 1 Amerikaner, ( Bulgare, 3 Chinesen, 1 Däne, 2 Danziger, 1 Els.-Lothringer, 1 Engländer, 1 Esth- länder, 1 Finnländer, 1 Japaner, 1 3ugos7awe, 5 Letten, 6 Litauer^ 1 Riedl -Indier. 1 Oesterrcicher, 6 Polen, 3 Rumänen, 2 Schweizer. 2 Tschechoslowaken, 1 Transkaulasicr, 4 Türken, 1 Ungar. insgesamt 829, hiervon 75 Studentinnen. — Im ganzen also: 718 Hessen (darunter 82 Studentinnen), 528 Preußen (darunter 17 Studentinnen), 26 Bayern, 8 Sachsen, 13 Württemberger, 27 Badenser (1 Studentin), 7 Thüringer. 5 Oldenburger (1 Studentin), 6 Braunschweiger, 4 HMnburger (1 Studentin), 2 Bremer, 2 Aeghpter, 19 Bulgaren, 4 Chinesen, 2 Danziger, 4 Finnländer, 18 Letten, 9 Litauer (5 Studentinnen), 3 Rorweger. 3 Oesterreichec. 8 Polen (2 Studentinnen), 16 Rumänen, 2 Schweizer, 2 Tschechoslowaken, 8 Türken, 6 Ungarn, je 1 aus Anhalt, Lübeck, Amerika, Belgien, Danemarl. San Domingo. Elsaß- tiotbvingen. England, Esthland. Griechenland, Japan, Jugoslawien, Riederlande, Aicdecländisch-' Indien, Transtaickasirn.
Mord in Hattenrod.
Wie wir gestern noch in einem Teil der Aus» gäbe melden i'onntcn. wurde in ber Rächt zum Dienstag der 34 Jahre alte verheiratete Landwirt H e i n r i ch S t u m p f 111. in Hattenrod unter b?r Beschuldigung der Kindestötung verhaftet. Stumpf unterhielt mit der Witwe des Konrad Alb ach VIII. in Hattenrod, die Mutter von 5 Kindern ist, unerlaubte Beziehun-- gen. die Frau hatte aber auch noch mit anderen jungen Leuten Umgang. Vor etwa 4 Wochen gab sie an einem Vormittag, wahrend ihre Km- her in der Schule weilten, einem Kinde das Leben. Sie schaffte es zunächst außer Sicht, um es vor ihren Kindern zu verbergen. Späte'.' rief sie den Stump), ben sie als den Vater des Kinde», bezeichnet, herbei, ber cs mit sich fortnahm und es mit Wissen der Frau beseitigte. Durch unzutreffende Bemerkungen in der Cinwohnerschatt gegen die Hebamme wurde man auf die Angelegenheit aufmerksamer und bemühte sich um genaue Feststellungen. Hierbei ergab sich, daß Njf. Kleine vorsätzlich ermordet worden war. Bei den Rachsorschungen sand man den Leichnam in der Pfuhlgrube im Hofe des Stumpf. ES wurde festgestellt, daß man das Kind erdrossel; und dann in einem mit (Steinen beschwerten Sack in die Grübe versenkt hatte. Stumpf und dk- Frau A l b a ch legten bereite ein volles Geständnis ab. Gm Laufe des gestrigen Tages wurde bann auch die Frau verhaftet. Beide wurden dem Untersuchungsgefängnis zu- geführt.
Giestcner WochLnmankt^reise am 6. Ganuar (Händlerpreise).
Cs kosteten auf dem heutigen WochcnmarK: Butter 180, Matte 35 bis 40, Käse 70. Wirsing 12, Weißkraut 8, Rotkraut 15. gelbe Rüben 10. rote Rüben 12, Spinat 50, Underkohlrabi 6, Grünkohl 20, Rosenkohl 60, Feldsalat ICO, Zwiebeln 15, Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 60 bis 70. Kartoffeln 5, Aepfcl 15 biü 18, Dirnen 10, (Salat 80, Endivien 100 bis 120 Pf. das Pfund, Eier 18, Blumenkohl 50 bis 150, Lauch 5 bis 15, Sellerie 15 bis 50 Pf. das Stück.
WeLL^rvorauÄsage.
Vielfach bewölkt, westliche Winde, wenig Tcmperaturänderung, stellenweise ^ttederschlägc.
Der Vorübergang von TeiltiesS im Rork^-i bewirkte SHwankungen m unserer Wetterlage. Zwar ist die erwartete Kälte (null Grad unb darunter, in Frankreich starker Frost) eingc- treten, neue Bewölkung jedoch kann strichweise wieder zu Riederschlägen führen^
BornaLizcu.
— LageL.kalendcr für Mittwoch: (Stabtthcater, 6% Uhr „Hoheit tanzt Walzer". — D. H. V.: 81/.- ^Ihr. Kaufm. Vereinshaus, Licht- bildervortrag „Die deutsche Ostmark'. — Verein bet Gastwirte: 8 Uhr Winterfest bei Harmickel, Philosophenwald. — 2kadclub Germanra: Mv- natSvcrsamrnlung im Vereins lokal. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraßc: Hapag-Film.
— Aus bem Stadtlheaterbureau wird uns geschrieben: Es (et auch an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß infolge KrankheitLfaÜcs eine Spielplanünderrmg eintreten mußte, so daß am nächsten Donnerstag im Abonnement „G y - g c ’S und fein R i n g". und am nächsten Sonntagabend ,,M ein Vetter Eduard" statt der ursprünglich angefünbigten Stücke gegeben werden.
— Der Konzert verein beginnt, tote man und schreibt, am Sonntag, 11. Ganuar, uni 41 j Uhr, bre zweite Hälfte seiner Wintrrsaison mit einem K a m mermusikabcn d, für web chen das ausgezeichnete „W c st d e u t s ch c T r i o" gewonnen, toorom ist, das von den Damen Sascha Berg doli (Klavier), Stofs« Koschäte (®cige\ Käthe Pabst-Heß (Violoncello) ge» bildet wird. DaS Proaranrm bringt modern«


