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Tanzwunder
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Beiprogramm aus aller Welt
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Vorführung
j, 26. Oktober 1929,
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Nr. 250 Erstes Blatt
179. Jahrgang
Donnerstag, 24. Oktober 1929
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Die Regiemngsknsis in Frankreich.
Briands Unfall.
An sich, seinen unmittelbaren Ursachen nach, ist der Sturz des Kabinetts Briand gewiß nur ein parlamentarischer Unfall. Das beweist vielleicht am besten die Ueberraschung, die die Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses auslöste. Denn ernsthaft hat keiner von den Opponenten die Beseitigung des Kabinetts angestrebt, zumal die gesamte Linke, die diesmal gegen Briand votierte, ihm bei einer sachlichen außenpolitischen Debatte fraglos gegen den rechten Flügel der Regierungsparteien sekundiert hätte. Seiner Wirkung nach wird das Mißgeschick des französischen Ministerpräsidenten aber unter Umständen folgenschwer sein können. Denn so viel kann man wohl jetzt schon sagen, daß eine einfache Neukonstituierung auf der bisherigen parlamentarischen Grundlage ausgeschlossen ist. Dem widerspricht schon die Tatsache, daß das Schicksal, das Briand jetzt erlitten hat, von den 40 Stimmenthaltungen herbeigeführt wurde, die aus dem Lager der Regierungsmajorität heraus erfolgten. Im übrigen wird man wohl jetzt in Paris aus dem Vorgang die Lehre gezogen haben, daß man ein Kabinett seiner sachlichen Aufgabe entsprechend politisch zusammensetzen muß. Das war ja gerade d i e Zwickmühle, in der sich Briand als Ministerpräsident von Anfang an befand, daß er für seine außenpolitischen Aufgaben nur eine Mehrheit zur Verfügung hatte, die lediglich aus innerpolitischen Gründen zusammenhielt. Er übernahm das Konzentrationskabinett Poincars ohne jede Aenderung der parteipolitischen Konstellation, obwohl die sachliche Aufgabe eine Aenderung dringend erforderlich gemacht hätte.
Wie lange die französische Regierungskrise dauern wird, ist schwer zu sagen. Charakteristisch ist, daß die öffentliche Meinung in Frankreich sich auf eine längere Zeit einrichtet, in der als» Briand fein Amt lediglich interimistisch verwaltet. Man ist in Paris auch bereits drauf und dran, mit dem Hinweis auf die Krise zugleich auch eine erneute Verzögerung des Beginns der Saarverhandlungen zu motivieren. Die deutsche Oeffentlichkeit dürfte für diesen Standpunkt kaum Verständnis haben, zumal ja, wie gesagt, die sachlichen Fragen der Außenpolitik nicht entscheidend für den Sturz Driands waren. Cs kommt auch noch ein Anderes hinzu. Der Beginn der Saarverhandlungen wurde vor kurzem auf ausdrücklichen französischen Wunsch verschoben, weil der interministerielle Saarausschuß mit seinen sachlichen Vorbereitungen noch nicht fertig geworden sei. Inzwischen sind aber, wie bekannt geworden ist, diese Vorbereitungsarbeiten zum Abschluß gekommen, und es kann auf deutscher Seite in der Krise [ein stichhaltiger Grund für eine weitere Verschleppung dieser Dinge, bei denen es ja ganz gewiß nicht um innerfranzösische Sorgen geht, gesehen werden. Wir glauben nicht zuviel zu sagen, wenn wir schon jetzt feststellen, daß ein etwaiger neuer französischer Dertagungs- antrag alle maßgebenden politischen Instanzen im Reich auf das Aeuherste befremden müßte. Denn mit der gleichen Motivierung könnte eines TageS aus Paris das Verlangen vorgebracht werden, nun auch die verschiedenen Kommis - sionsarbeiten zur Vorbereitung der Haager Schlußkonferenz bis zur Beendigung der französischen Regierungskrise einzustellen.
Wan wird sich nun zu fragen haben, welche parlamentarischen Möglichkeiten für die Reu - bildung des französischen Kabinetts bestehen. Ganz ungeklärt ist vorläufig noch die Haltung der Radikalsozialisten, über die hoffentlich der eben beginnende Parteitag in Reims Ausschluß geben wird. An die W iederge- burt des Kartells, also an die Llebernahme der Regierungsverantwortung durch eine festgefügte Gruppe der Linken, können wir bei der mangelnden Regierungsbercitschaft der französi- schen Sozialdemokratie nicht glauben, zumal diese Linke ohne Einbeziehung der industriellen Gruppe Loucheur keine Mehrheit hätte. Hnb eine Verlagerung des politischen Schwerpunkts innerhalb der bisherigen Koalition durch etwaige Einbeziehung der Radikalsozialisten bei gleichzeitiger Trennung von der Gruppe Marin muh bis auf weiteres deshalb als ausgeschlossen gelten, weil der Präsident der Radikalen, Daladier, jeden Gedanken daran bisher schroff abgelehnt hat. 2n Erinnerung dürfte ja noch seine heftige Kontroverse mit Herriot fein, die sich vor wenigen Wochen abspielte.
Die Beibehaltung endlich der bisherigen parlamentarischen Grundlage ist, wie bereits erwähnt, deshalb eine glatte Unmöglichkeit, weil Briand eben über den vierzig Stimmenthaltungen des rechten Flügels seiner Koalition, die ganz
offenkundig nicht bereit sind, feinen außenpolitischen Kurs weiterzusteuern, gestürzt ist. Angesichts der Gesamtsituation in Frankreich ist es aber auch sehr fraglich, ob es gelingen wird, irgendeine Lösung zu finden, die den innenpolitischen Gesichtspunkten Rechnung trägt, gleichzeitig aber Briand die Fortführung seiner Außenpolitik gestattet. Und deshalb können wir auch nicht ohne weiteres die Auffassung teilen, daß jede parlamentarische Aeukonstellation in der Kammer sich von vornherein um Briand als den designierten Außenminister gruppieren müsse.
Ooumergues Verhandlungen.
Briands Rückkehr wahrscheinlich.
Paris, 23.Oft (IDB.) Der Präsident der Republik, Doumergue, fjat seine Beratungen zur Lösung dec Krise aufgenommen. Er empfing zunächst den Senatspräsidenten Boomet, dann den Kammerpräsidenten Bouissen. Der Kammerpräsident erklärte beim Verlassen bes Elyfses, die Krise werde langwierig fein und schwer gelöst werden können, denn die Lage fei undurchsichtig.
Der Präsident der Republik empfing nachmittags nacheinander den Vorsitzenden des Finanzausschusses des Senats, Senator (Sie men fei, und den Vorsitzenden des Finanzausschusses der Kammer, den Abg. Ma 1 vy. Elemente! erklärte beim Verlassen des Elysees: Rur ein 2Hann kommt für die Kabinettsbildung in Frage, nämlich Briand. Seine Anwesenheit innerhalb des Kabinetts ist außenpolitisch notwendig und innerpolitisch wird man sich leicht einigen.
Sodann empfing Doumergue den Vorsitzenden des Senatsausfchusses für auswärtige Angelegenheiten, Senator Lucian Hubert, der beim verlassen des Llysees miileilfe, daß er Br icnb bestimmen müsse, die Regierung wieder z u übernehmen. Darauf verhandelte Doumergue mit dem Vorsitzenden des Kammerausschusses für auswärtige Angelegenheiten, dem Abgeordneten p a u ( Boncour. Dieser erklärte den Journalisten, die Krise, die zwar wegen der Außenpolitik entstanden sei, lasse die von Briand bis jetzt verfolgte Außenpolitik unangetastet. Von diesem Gedanken müsse man sich bei der Lösung der Krise leiten lassen, um in Europa den Eindruck zu erwecken, daß s i ch nichts geändert habe. Die Ursache der Krise lasse sich wie folgt um reihen: Die Linksmehrheit, die die Außenpolitik Briands bestimmt hat, hat Briand ihre Unterstützung zuteil werden lassen wollen dadurch, daß sie notwendige Aufklärungen forderte. Ls hat sich aber der Fall ergeben, daß Briand, wenn er diese Aufklärungen gegeben hälfe, sich der Gefahr aussehte, daß gewisse Teile seiner Mehrheit abtrünnig würden.
Sodann hat der Präsident der Republik mit der Befragung der Parteiführer begonnen. Er empfing u. a. D a l adier und Louis Marin, den Führer der Republikanischen Vereinigung. Marin erklärte beim Verlassen des Elysees, daß nach den Berechnungen über die Stärke der verschiedenen Kammerfraktionen ein Ministerium des Kartells der Linken nicht lebensfähig fein würde. Marin fügte hinzu, Briand könnte allerdings ein Kabinett bilden, aber unter der Bedingung, daß dieses sich auf die Mehrheit stützen würde, die das Kabinett poincare unterstützt habe. Der radikale Abgeordnete Daladier erklärte, er habe den Präsidenten der Republik an die Stellung der Radikalen Partei erinnert, die in keiner Meise eine Aenderung erfuhr. Die Partei sei roeiter- hin für eine Regierung, die sich auf die Linksmehrheit stütze und könne nicht an einer Konzentrationsregierung teilneh- men.
Warum die Linke Briand stürzte.
Tas Parlament wünscht nicht ausgcschaltet zu werden.
Paris, 23. Ott. (LU. Funkspruch.) Ein Abgeordneter des gemäßigten linken Flügels äußerte sich einem Vertreter der Tclegraphen- Union gegenüber, daß er gegen Briand geftimmi habe, weil er nicht zugeben könne, daß der Ministerpräsident und Außenminister sich weigere, eine Erklärung über seine Verhandlungen mit der Reichsregierung hinsichtlich der Rheinlcmd- räumung abzugeben. Man wisse tatsächlich nicht, was Briand dem deutschen Reichsaußenminister versprochen habe. Man wisse auch nicht, unter welchen Bedingungen die Rheinlandräumung abgeschlossen sei. Briand dürfe nicht allein handeln und die Kammer vor vollendete Tatsachen stellen, ohne ihr die Möglichkeit zu geben, iin gegebenen Falle einzugreifen. Auf die Frage, wie es denn möglich lei, daß der Sturz Briands in der Hauptsache auf den Angriff der Linken zurückzuführen sei, die doch bis
her immer für eine bedingungslose Rheinlandräumung eintrat, antwortete der Abgeordnete, es gehe zur Zeit um das Interesse Frankreichs und man dürfe die Kammer nicht über die geführten Verhandlungen im unklaren lassen. Der Angriff der Radikalen sei aus innerpolitifchen Gründen erfolgt, um den Versuch zu machen, einige Ministersessel zu erobern. Wenn die Marin- Gruppe mit einigen Getreuen gegen das Kabinett gestimmt habe, stehe das im Einklang mit der von ihr bisher verfolgten Politik, die jede Rheinlandräumung verurteile.
Das amiliche Berlin ist optimistisch
Keine weitere Verzögerung der Laar- Verhandlungen?
Berlin, 23. Ott. (Privatmeldung.) In offi- ziösen Kreisen nimmt man an, daß die Kabinettskrise in Frankreich, die ganz unerwartet gekom
men ist, und, wie aus französischen Presse- äußerungen hervorgeht, vollständige Verwirrung angcrichtet hat, leine Aenderung der außenpolitischen Linie Frankreichs bedeutet, da das Vorgehen der Parteien gegen die Regierung sich nur gegen die ge - schästsordnungsmähige Führung der außenpolitischen Debatte gerichtet habe. Man hält es für sicher, daß Briand, der ja eine weit über Frankreich hinausgehend« politische Bedeutung hat, in irgend einer Form dem neuen Kabinett wieder angc* Horen wird. Man erwartet bestimmt, daß durch den Kabinettswechsel keine weitere Verschiebung der Saarverhandlungen eintritt und diese, wie vorgesehen, am 2 8. Oktober beginnen werden. Der seinerzeit für die Verschiebung der Verhandlungen von Frankreich angegebene Grund, daß die Vorarbeiten in dem französischen interministeriellen Ausschuß noch nicht abgeschlossen seien, ist jetzt hinfällig, da diese Vorarbeiten z u Ende geführt worden sind.
Der GLaaisgerLchLchof lehnt eine einstweiirge Verfügung ab.
Leipzig, 23. Off. (WB.) Der Staats- gerichtshof hat in Sachen Volksbegehren folgenden kurz nach 16 Ahr vom Reichsgerichtspräfi- denten Dr. Bu m f e verkündeten Beschluß gefaßt: Der Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung wird zurückgewiesen.
Die Ablehnung des Erlasses einer einstweiligen Verfügung wurde vom Vorsitzenden wie folgt begründet: Der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich hat in seiner bisherigen Praxis gegenüber den Anträgen auf Erlaß von ein- welligen Verfügungen große Zurückhaltung geübt. Er hat bisher erst zwei solcher Verfügungen erlassen, die eine in einer nicht privatrechtlichen Streitigkeit zwischen zwei Ländern, die andere in einer gleichartigen Streitigkeit zwischen dem Reich und mehreren Ländern. In einer Verfassungs- ft r e i t i g f e i t innerhalb eines L a nde s, wie sie nach der Auffassung der Antragsteller in ihrem Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung zugrunde liegt, ist eine solche vorläufige Anordnung überhaupt noch nicht getroffen worden. Es kann indessen dahingestellt bleiben, ob Verfassungsstreitigkeiten innerhalb eines Landes überhaupt Raum für eine einstweilige Verfügung bieten.
3m vorliegenden Falle wird ihr Erlaß deshalb ausgeschlossen, weil ihre Beschränkung auf die Regelung eines einstweiligen Zustandes unmöglich ist. Sie würde hier stets zugleich eine Entscheidung über die Hauptsache enthalten.
Cs zeigt das eine Vergleichung des in der Klageschrift enthaltenen Hauptantrages mit den Anträgen, die die Antragstellerin in dem Verfahren über die einstweilige Verfügung gestellt hat. Die
verschiedenen Fassungen, die sie ihnen gegeben hat, laufen immer darauf hinaus, daß die Teilnahme der preußischen Beamten an dem Volksbegehren zum Freiheitsgesetz f ü r nicht dienstwidrig erklärt werden soll. Denn nur wenn das der Fall ist, kann eine Verfassungswidrigkeit der Kundgebungen des preußischen Ministerpräsidenten und des preußischen Staatsministeriums, deren einstweilige Untersagung begehrt wird, in Frage kommen.
Die Befugnis der preußischen Beamten, ohne Rücksicht auf ihre Beamtenslellung, sich in die Eintragungstisken für das Volksbegehren einzo- zeichnen und später an der Volksabstimmung feilzunehmen, ist -ber gerade Gegenstand des Hauptklageantrages, bildet den eigentlichen Streitpunkt der Parteien. Es würde deshalb eine Verkürzung der Rechte des Antraggegners bedeuten, wenn schon jetzt in dem Verfahren über die einstweilige Verfügung, die nicht mit den vollen Rechtsgarantien des Gesetzes über den Staatsgerichtsyof und der dazu erlassenen Geschäftsordnung umkleidet ist, der sachliche Streit entschieden werden würde.
Der Antragsteller kann verlangen, daß ihm Gelegenheit gegeben wird, die Einwendungen, die er der Klagebegründung gegenüber geltend machen will, dem Staatsgerichtshof ausführlich darzulegen. Der Streit über die Tragweite der Der- sassungsartikel, die den Beamten die Freiheit ihrer Politischen Gesinnung und ihre Meinungsfreiheit gewährleisten, kann also jetzt noch nicht entschieden werden. Damit erweist es sich aber auch als unmöglich, die beantragte einstweilige Verfügung zu erlassen. Der Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung muh demnach abgelehnt werden.
Die Deuffchenverfolglmgen in Polen.
Lölkerbundöbesuch in Oberschlesien.
Tie deutschen Mrndcrheitenvcrtreter beim Bölkerbundsdelegierten.
Ka11owih, 23. Okt. (WD.) Heute vormittag wurden die Vertreter der deutschen Minderheit von dem zur Zeit in Ostoberschlesien weilenden Direktor des Minderheitenausschusses des Dölker- bundssekretariats Minister Signierte d e Carcer und seinem Sekretär Azcarate empfangen. An der Besprechung nahmen u. a. noch teil Senator Dr. Pant, Fürst von Pleh, Abg. Franz sowie die Vorstandsmitglieder des Deutschen Volksoundes Lil i h und Dudek. Dem Völkerbundsdelegierten wurde die Lage der deutschen Minderheit unterbreitet, woraus der Minister Signierte bemerkte, daß er>mit besonderer Genugtuung festgestellt habe, dcch alle deutschen Vertreter ihre klare Einstellung zum polnischen Staat betont hätten und nichts anderes als die Ach tung ihrer Rechte verlangten. Et habe weiter mit besonderer Genugtuung gehört, daß zwischen der deutschen und polnischen Bevölkerung leine Feindschaft bestehe. Alle Ausführungen seien ihm wertvolle Quellen, und er werde Gelegenheit nehmen, mit der polnischen Regierung, deren Gast er sei, über die behandelten Dinge zu sprechen. Et sei vom Völkerbundssekretariat auf Einladung der Regierung zum Studium der Verhältnisse nach Ostoberschlesien gekommen, und durch die verschiedenen Ausführungen sei ihm das Studium tatsächlich ermöglicht worden. Anschließend wurden dann noch die Vertreter der deutschen Gewerkschaften empfangen, die zu den gewerkschaftlichen und arbeitsrechtlichen Fragen Stellung nahmen.
Senator Dr. Pant erklärte dem Delegierten, daß die loyale Einstellung der Deutschen seitens
der polnischen Behörden nicht das geringste Verständnis finde, sondern daß znrVernich t n n g des Deutschtums offen au f - gefor dert werde. Der gegenwärtige Woje- wode habe öffentlich auf feine Erfolge in der Entdeutschnngsarbeit hingewiesen. Die Behörden bedienten sich sogar des Aufständischenver- bandes, dessen Ehrenvorsitzender der Wojewode sei. Durch die Einstellung der Wojewoden würde auch die Einstellung der untergeordneten Beamten vorgeschrieben. Es könne allgemein gesagt werden, daß der Deutsche rechtlos und der Willkür der Beamten ausgesetzt sei. Auch der deutschen Presse werde die Vertretung ihrer Interessen unmöglich gemacht. So sei z. B. der „Oberschlesische Kurier^ oft beschlagnahmt worden, u. a. wegen eines Telegramms an den Völkerbund, über die Verhaftung von Ulitz.
Die Haussuchungen in Posen und Pommerellen.
Protest der deutschen Abgeordneten.
Warschau, 23. Okt. (WB.) Wie der „Ära- lauer Illustrierte Kurier" aus Drornberg meldet, haben die Abgeordneten der deutschen Sejm* fraltion, Raumann und ® r a e b e , in einem Telegramm an den Sejm-Marschall Daszynskh gegen die von der politischen Polizei im Brom* berger Bureau der deutschen Sejm abgeordneten veranstaltete Durchsuchung Einspruch erhoben. Eine gleiche Drahtung wurde von dem deutschen Senator Haßbach an den Senatsmarschall Szh* mansty gerichtet. Dem Abgeordneten Graebe sollen die anläßlich der bei ihm veranstalteten Haussuchung beschlagnahmen Papiere zurückerstatte t worden sein. In Posen und Pommerellen dauern die von der Polizei bei Deutschstämmi-


