/*\ittvVoih, 29. ßugust 1928,/*afrds.
Oie Welikirchen fordern Abrüstung
den Präsibcntschaftswahlcn besteht, was aus den
Frage der Ratifizierun
1
e bei
dem amerikanischen Volke in seiner Gesamtheit und auch bei sämtlichen .Kandidaten für die bcnorfteben-
Ansprachen der Kandidaten hervoraeht. Wenn die g des Antikriegspaktes
s 6, e n Firmament ausbricht. Cs ist nicht zu bc- zweifeln, das, ein ausgelpri^chener Friedenswille
dem Senat oorgelegt wird, werden die Wahlen bereits stattgefunden haben, und die Freunde des Paktes sind einstimmig der Ansicht, baß auch dies dazu beitragen werde, die Angelegenheit aus dem Gebiete der Portelpolitik zu entfernen. Präsident Coolidge hat bekanntgegeben, daß er dem Kelloggpakt zustimme, und zweifellos wird diese Haltung von der ganzen Regierung un- tcrstüht. Auch Senator B o r a h wird voraussichtlich in loyaler Weise für den Vertrag eintreten. Anscheinend empfindet man in amtlichen Kreisen einiges Unbehagen angesichts der Frage, wie man den Vertrag mit der Forderung nach mehr Schiffen in Uebereinstimmung bringen könne. So hat ja auch Präsident Coolidge in seiner kürzlichen Rede in Superior (Wisconsin) mit dem Argument operiert, daß das amerikanische Marinepvogromm nur den Zweck verfolge, die V e r t c i d i g u n g s m i t te l des Landes auf eine seiner Verantwortlichkeit angemessene Höhe zu bringen.
legung der Entscheidung des Ständigen Internationalen Schiedsgerichts im Haag über den Artikel 131 des Genfer Abkommens verlangt. Zu was für Zuständen die Auslegung des Haager Schiedsspruches durch die Polen in der Praxi- führt, zeigt die Verurteilung eines deutschen Arbeiters in Kattowitz am 15. Juli zu 22 Tagen Gefängnis, weil er sein Kind unter Berufung aus den Haager Spruch nicht rn die polnische Schule schicken wollte. -Umftrtttcn ist vor allem die polnische These, wonach alle zweisprachigen Kinder die polnischen Schulen zu besuchen haben. Durch diese Forderung kommen die Erziehunas- berechtigten in die schwersten Gewissenskonfliite. da sie bei der Anmeldung entweder eine Unwahrheit anaeoen müssen, oder ihr Kind in eine polnische Schule zu schicken haben, denn die Mehrzahl der vberschlesischen Bevölkerung spricht beide Sprachen.
Die polnischen Behörden hoben es durch ihre Schikanen immerhin erreicht, daß zum neuen Schuljahr nur 2500 Kinder für die deutschen Schulen angemcldet wurden, während 1926 fast
9000 Kinder die deutschen Schulen besuchten.
Als dritte 'Beschwerde werden die zahlreichen Terrorakte behandelt, wobei in einer besonderen Liste allein 75 Fälle dokumentarisch belegt werden.
Aus aller Welt.
Bom neuen Zeppelin
Ueber den Stand der A r b « i t e n a m neuen Luftschiff erfahren wir aus Friedrichshafen. daß nunmehr bereits drei von den fünf Motoren eingebaut sind. Die Füllung der Gaszellen, die etwa 8 Tage in Anspruch nimmt, kann erst in der kommenden Woche erfolgen. Man nimmt demnach an. daß das Luftschiff bis zur übernächsten Doch« fahrbereit gemocht werden kann. — Wie die Pariser Blätter berichten, wird im September in der Umgebung von Madrid mit bwt Probeflügen des Zeppelinluftschiffes begonnen werden, da- im kommenden Jahr den regelmäßigen Flugdienst zwischen Südamerika und Sevilla durchführen soll. 3m nächsten Frühjahr wird das Lusttchifs vier Reisen nach Südamerika machen und sodann einen Flug um d i e Welt an treten, auf dem nur vier Landungen vorgesehen find' in Deutschland, in Tokio und *>ei in den Bereinigten Staaten. Die Lust schiff Halle und die Fabrik aut Herstellung des notwendigen Betriebsstoffes find so gut wie sertiggeneilt. und auch ein Raum für die Unterbringung eines zweiten Luftschiffes, das gleichfalls zwischen Sevilla und Südamerika verkehren soll, ist geschaffen worden. Der nunmehr fertiggeftellte Zeppelin kann außer der Bejahung 40 Passagiere an Bord nehmen.
Unwetterkatastrophe in cberitalien
Rom, 30. Aug. lWIB. Funkspruch f Gestern nachmittag ging ein furchtbares Unwetter über einen Teil der Landschaft Brianza nieder. Starker Hagel schlag und Sturmwind richteten beträchtlichen Schaden an. 3n der Stadt Monza w'trden durch das Unwetter die Straßen überschwemmt. Bäume entwurzelt T e l e p h o n d r ä h t e zerriffen und einige Schornsteine zum Einsturz gebracht. Auch die türkische Kathedrale stürzte ein. Etwa 100 Personen sollen verletzt und neun getötet worden fein. — Die Folgen der Sturmkatastrophe in Monza wurden durch die Unterbrechung drr tilephvni- schen Verbindung noch schwerer. Außerdem wac die Stadt ütiol jt Umstürzen« von fleben Masten ter elektrischen Leitung fast völlig in Dunkelheit gehüllt. Es lind sieben Todes- opter identifiziert worden, unter ihnen zwei Frauen. Zwei männlich: Leichen konnten noch nicht identifiziert werden. 4) Beriet;tc darunter sieben Schwerverletzte wurden ins
sundhevtSzustand Dr. Stresemann» mich feiner Parier Becke ist befriedigend.
Zn Genf eingetroffen.
Genf, 29. Aug. (2ßB.) Die deutsche Delegation zur Ratstagung unter der Führung von Staatssekretär Dr. v. Schubert ist heute abend kurz »or 9 Uhr mit dem fahrplanmöhigen Zuge i n Genf eingetroffen
Besprechungen in größerem Rahmen in Genf.
Genf, 29. Aug. (Privatmeldung de? WTB.) Die äußer st e Zurückhaltung, die über die Pariser Besprechungen des Reichsministers Dr. Stresemann mit 'S r i a n b und Poin - c a r e bisher geübt wurde, wird auch noch der heutigen Zusammenkunft von Staatssekretär Dr. d. Schubert mit dem Reichsaußenminister in Baden-Baden in der Umgebung des Staatssekretärs weiter beobachtet. Jedoch wird sich nunmehr auch in Genf Gelegenheit bieten, in Verfolg der vor einigen Wochen von Deutschland bei den Mochten der Botschafterkonferenz in der Rheinlnndfroge unternommenen Demarche die Besprechungen mit den Hauptdelegierten der an der Rheinlandbesetzung interessierten Mächte fort^u- setzen und dabei die Auffassungen dieser Mächte über die Gesamtfrage des Räumungsproblems einer Klärung entgegenzuführen. Weitergehende Verhondungen sind vorerst nicht zu er werten. Bisher hotten sich ähnliche Besprechungen nur in Form von Unterhaltungen zwischen einzelnen Staatsmännern abgespielt, während die bevorstehen- den Besprechungen in Genf vielleicht in einem größeren Rohmen und damit zwischen den deutschen Vertretern und den Hauptdelegierten Englands, Frankreichs, Belgiens, Italiens und Japans vor sich gehen können.
Hymans über seine pariser Besprechungen.
Brüssel, 29. Aug. (WB.) Minister des Aus »artigen Hymans erklärte bei der Rückkehr von der Unterzeichnung des Kelloggpaktcs einem Mitarbeiter des Soir": „Bei meinen Unterhaltungen mit Briond, Poincars, Berthelot und Stresemann war von einer eventuellen Räumung des Rheinlandes nicht die Re de. Es war auch nicht der richtige Platz und der richtige Augenblick, diese Angelegenheit anzuschneiden." Stimmen aus Pans und London.
Paris, 29. August. (TU.) Die enge Verbindung der vorzeitigen Rheinlandräumung mit der interalliierten Schulden- frage und der Abänderung des D a w e s p l a - n e s wird von der französischen Presse in gewisser Form als Erfolg der Unterhaltung Poincars- Stresemann gebucht. Ob mit Recht oder Unrecht läßt sich zur Stunde noch nicht entscheiden, doch scheint festzustehen, daß die Besatzungsmächte sich geeinigt haben, die vorzeitige Rheinlandräumung von einer neuen deutschen Sicherheit für die Reparationszahlungen abhängig zu machen. Die von Dr. Stresemann angeblich gemachten Vorschläge für die deutsche Unterstützung bei der Mobilisierung der Eisenbahnobliga- t i o n e n auf dem internationalen Markt dürfte dagegen mit einem gewissen Zweifel ausgenommen worden (ein, solange nicht feststeht, wie die Regierung der Vereinigten Staaten und die von ihr abhängige amerikanische Finanzwelt sich zu diesem erneut auftauchenden deutschen Vorschlag einstellen .wird. Eine neue Sicherheit für die West- grenze Polens verlange man auf Seiten der Alliierten heute nicht mehr, wie dies auch von polnischer Seite nicht ohne Bedauern zugegeben wird. Rach allen hier vorliegenden Nachrichten scheint daher In der Frage einer vorzeitigen Rheinlandräumung in Poris kein endgültig entscheidender Schritt vorwärts gemocht zu sein. Immerhin wird die Unterhaltung PoincarL-Stresemann als ein Pasitivum gewertet werden können, das die Verhandlungen des Reichskanzlers Müller in Genf erleichtern wird.
London, 29. August. (TU.) „Evening Stan- .dard" hört von bessiinterrichteter Seite, daß die Aussprache Stresemanns mit Poincars zwar sehr freundlich gewesen sei, aber keinen Zweifel habe aufkommen losten, daß die deutsche und die französische Einstellung in der Räu- mnngstrage unvereinbar seien. Die französische Regierung wolle nicht einmal die 'Räumung ß j r a g e erörtern, bevor ein endgültiges Abkommen über die intcrollicrtc Schul- b c n f r a g e erzielt sei: dies sei aber unmöglich, solange die amerikanische Einstellung sich nicht geändert fribe. Deutschland werde daher im nächsten Monat die Frage dem Völkerbund unterbreite» und damit die Welt zur Stellungnahme ouffordern.
Oberschlesiens Beschwerden in Genf.
Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".
'Berlin. 30. Aug. Auf der diesjährigen Genfer Tagung werden im R a t und wahrscheinlich auch in der Bollversammlung drei Beschwerden des Deutschen Volks- bundes r n Ostoberschlesien zur Sprache kommen. Gs handelt sich dabei zunächst um die Beschwerde übet die Schließung von 16 deutschen Schulen, öv am 30. Juni dem Endtermin des polnischen Schuljahres, erfolgte. 3n c.nigcn 6 Fällen handelt es sich um einen ganz embeutigen BertrogSbruch von feiten öer Polen, da öte Schülerzahl nicht unter die geforderte Mindestsumme von 40 deutschen Schülern zurückgegangen war. Der Verstoß gegen die klare Bestimmung des Genfer Abkommens ist eindeutig. Bei 5 weiteren Schulen handelt es fich um ihre Eröffnung, die auf Grund einer ausreichenden Anzahl von Anträgen rechtmäßig verlangt Wied, aber von der Woiwodschaft nicht erfocgte. Dabei muß festgestellt werden, daß
die deulschen Bcbörben in wcst-Oberfchlesieu niemals poinische Mlnberheitenschuten gefchlosteu haben, auch bann nicht, wenn die nach dem Genfer Abkommen vorgefchricbenc Schlilcrzahl ausblieb.
Bon den 29 polnischen Schulen Hal zur Zeit nur eine Schule mehr als 40 Schüler und 20 Schulen sogar weniger al» 20 Schüler Eng mit diesen Klagen hängt die zweite Beichwerdc des Deutschen Bolksbnndes zusammen, die sich mit den Anmeldungen zu der. Minder- beitsschulen für den l Septeml^er bcschäinqt und in diesem Fall eine neue cnöflüftiac ”ui-
Prag, 29. Aug. (WB.) Dem Weltkongreß für Friede und Freundschaft durch die Kirchen, zu dem 532 kirchliche Vertreter aus 42 kontinentalen und überseeischen Ländern in Prag versammelt sind, ist nach viertägigen Beratungen im Internationalen Komitee eine mit Spannunn erwartete Entschließung über dfe A d - r u ft u n g oorgelegt worden.
Der Antrag fordert, daß alle Staaten, die Mitglieder des Völkerbundes sind, ihre bewast- neien Kräfte gemäß dem Völkerbundspakt cin- fchränken und ein allgemeiner Schiedsgericht annehmen. Der Antrag ruft die Kirchen auf, ihren sittlichen ikinfluh zusammen mit dem Völkerbund und den eigenen Regierungen dazu zu verwenden, daß dieselben mit aller Beschleunigung die internationalen Abmachungen treffen, die für diesen Zweck notwendig find.
Er ruft weiter die Kirchen auf, ihre Geisteskräfte und erzieherischen Einfluß dafür einzusetzen, daß die Völker fortan ihre brüderliche Solidarität und ihre Verpflichtung zur zielbewußten Zusammenarbeit bejahen. Der Kongreß nahm nach längerer Beratung die Entschließung einstimmig mit einer Stimmenthaltung an. Zum ersten Male baden sich die führenden Vertreter des kontinentalen und amerikanischen Protestantismus, der englischen Kirche, der griechisch-orthodoxen und der Missions-Kirche des fernen Ostens zu einer gemeinsamen Erklärung über eine aktuelle politische Frage zusommengeschlosfen. Die deutsche Delegation, die 58 Mitglieder umfaßt, hat sich einmütig hinter diese Erklärung gestellt. Die Forderung einer vollständigen Abrüstung, die von holländisck)er Seite gestellt wurde, ist fnüengeloffen worb?n. Die Erklärung erstreckt sich auf die Forderung einer beschränkten Abrüstung, wie sie der Völkerbundspakt vorsieht.
Venesch
über das Weltsriedensproblem.
Prag, 29. Aug. (WTB.) Eine stark besuchte Bolksversammlung, die der Weltkongreß für Frieden und Freundschaft durch die Kirchen heute abend im Prager Veprä- sentaiionshause veranstaltete, brachte eine Bede des tschechoslowakischen Außenministers Dr. B e - ne sch, die infolge seiner Abwesenheit durch seinen Stellvertreter verlesen wurde. Das Problem des Weltfriedens, so sührte Benesch aus, gehört sicherlich zu den größten politischen, aber auch zu den sittlichen und sozialen Problemen der Generation der Vochkriegszeit. Der Friede sei ein Gut. um das schwer und unerbittlich gekämpft werden müsse.
Kerlogg auf der Rückreise.
Paris, 29. Aug. (WB.) Staatssekretär Kellogg Hal in Begleitung des Präsidenten des irischen Freistaates, Cosgruoe, heute früh 8 Uhr Paris verlassen. Beide haben sich in Le Havre an Bord des amerikanischen Kreuzers „Detroit" begeben, der nach Irland in See gegangen ist.
Staatssekretär Kellogg hat von Le Havre aus vor Verlassen Frankreichs an den Außenminister Briand ein D a n k t e l c g r a m m für die ihm in Paris gewordene Aufnahme gesandt. Er gibt darin seiner Gewißheit Ausdruck, daß das durch die Unterzeichnung des Kriegsächiungspaktes vollbrachte Werk eine neue Epoche in den internationalen Beziehungen f nnzeichne werde.
Kellogg an die Interparlamentarische Union.
Berlin, 29. August. (VDZ.) Aus das Begrüß foungstelegranun, da-, die Berliner Interparlamentarische Konferenz zur Unterzeichnung des Kelloggpaktcs nach Paris gesandt bat, ist heute vom amerikanischen Staatssekretär Kellogg folgende telegraphische Antwort an den Präsidenten der Konferenz. Professor Schücking, eingegangen'
„Ich habe Ihre außerordentlich freundliche Bot fcfyaft erhalten und versichere, daß ich sie aufs höchste zu fchätzenweih. llebcrmitteln Sie bitte der Interparlamentarifchen Union meinen Dank und den Ausdruck meiner aufrichtigen Hoffnung, daß alle Nationen sich ihr a n schließen werden. Frank B. Kellogg."
Wie sieht Amerika zum Kelloggpakt?
London, 29. Aug (WTB.) In Telegrammen au» Washington heißt cs: Das einzige heule hier erörterte Thema ist die Frage, wie sich der Senat dem Antikriegspakt gegenüber verhalten wird. Es wird allgemein erwarket, daß der Senat den Vertrag mit sicherer Mehrheit ratifizieren wird, sofern nicht ein ölurm am politi-
Der dauernde Friede könne nicht durch einen einzigen Akt oder durch einen einzigen Vertrag gesichert werden, auch nicht durch einen Akt. wie cs das Genfer Protokoll war oder dlc Cocamo- verlrägc ober bet kelloggpakt.
Der Kampf um den Weltfrieden fei und bleibe ein Kampf des Tages, der täglich ausgefochten werben müsse. All die angeführten internationalen Akte, Verträge und Verpflichtungen seien bloß große Etappen in diesem Kampfe um den Frieden. Sie seien Garantien dafür, daß her Friede von Tag zu Tag nicht sicher sondern bloß sicherer werde, und daß der Krieg aufgeschoben und für eine längere Periode unmöglich gemacht werde, diese Zeit des Friedens müsse ausgenutzt werden, um während derselben neue weitere Friedensgarantien zu gewinnen Dieser Kampf um den Frieden bewege sich hauptsächlich in zwei Richtungen. Vor allem handle es sich um die Möglichkeit, internationale Konflikte auf ein Mindestmaß zu beschränken, indem die Ursachen der Konflikte rechtzeitig beseitigt werden.
Der zweite Weg sei, daß die Beziehungen zwischen den Völkern in der "Nachkriegszeit auf neue rech 1 liche und moralisch« Grundlagen gestellt werden und daß eine feste internationale Rechtsordnung geschaffen werde. Vach längeren Ausführungen über den Begrilf der Demokratie kam Benesch zu dem Schluß, daß die lebendige unb wirtliche Demokratie zum Träger und Förderer der neuen Ideen zu staatlichen Methoden und internationalen Beziehungen werd«. Er sei überzeugt, daß auf Grund der Demokratie, dcS sozialen Fortschritts und der moralischen Entwicklung auch in den Beziehungen zwischen den Vollem jene Bedingungen geschallen werden, die den Weltfrieden, welcher gestern noch eine Utopie war u id heute das neueste Prob.em unserer Generation ist, zu einer neuen und dauernden Vealilät machen werden. Kirche und ‘Religion würden immer demokratischer, und -war nicht nur in politischem Sinne, sondern auch in sozialem Sinne. Diese Entwicklung werde unaufhaltsam weitergehen, und so würden ‘Religion und Kirche nicht nur durch ihren rein religiösen und sittlichen Grundsatz, sondern auch durch ihre neue Entwicklung zum sozialen Fortschritt immer mehr und mehr die Idee des Friedens fördern und ihr dienen.
Vach Deneschs Ausführungen, die mit großem Beifall ausgenommen wurden, sprachen von deutscher Seite UniversitätSpro'essor Dr v. Schultze- Gävernitz und von amerikanischer Seite Fred B. Smith aus Veuyork.
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LLctterv0i..»»:s,agc.
Im Bereich der Druckstürung. dte Zentraleuropa beherrscht, tarn es tn fast gan^ Deutschland während der vergangenen Aacht und am heutigen Morgen zu 2iwderschlägen bte stellenweise recht ergiebig waren (München 14 Willi- ntetcr, Zugspitze 16 Rordhorn 18» D»e Verbindung imt den Druckstörungen einerseits, welch« eine V'mne tiefen Druätes von Lord nach Südeuropa darstellt und andererseits mit tem hohen Druck, welcher über dem Rtlantif lagert, kommt es zu Zufuhr kühler Luskmassen Sic verursachen zunächst noch etwas unbeständiges Wetter und ge- Icgcntltdx Regenschauer Jedoch dürfte noch int Laufe des morgigen Tages durch das gleichseitig« Ansaugen des hoben Drucke* nach dem Kontinent zu ruhigerem Wetrer und zu Bewölkungsabnahme kommen.
Voraussage für Freitag: Zunächst noch wechselnd wolkig mit nertlnqelten Regenschauern und Tempera tu rrürfgang, dann aufbeitemb unb ruhigeres Wetter.
Voraussage sur Samstag: Morgens stellenweise nebelig-wolkig, tagsüber aufbeitemb unb trocken.
Lufttemperaturen am 29 August: mittags 22 Grad Celsius, abends 15,8 Grad Celsius; am 30. August morgens 17 Grad Celsius. Maximum 22 Grab Celsius. Minimum 13,8 Grad Celsius. — Erdtempero Liren m 10 Zentimeter lieft am 29. August: abends 18,7 Grab Celsius: am 30. August: morgen» 15,8 Grad Celsius — Niederschlag 1,8 Millimeter. — Sonncm'chcmboucr 2K Stunden.
Krankenhaus überaeführl. Etwa 100 Personen erlitten durch heravfallendr Ziegel, Glasscheiben und andere Gegenstände Verletzungen. Vertreter der Behörden aus Mailand betuchen die Verwundeten im Krankenhaus.
Ausklärung eines Mordes in Berlin.
Am Mittwoch in früher Morgensiunb« bat die Frau des bchlächtermcifters Heiduck in Berlin, besten Schwester, eint grau 25 i rin er, am Sann tag in bisher nicht aufgeklärter Weise ermorbet werben war, dem Kvmmillar der Mordkomnussivn Dorgeführt zu werden, da sie Angaben von Wichtig, leit zu machen hätte. Sie legte ein Geständnis ab und gab zu. die Schwägerin mit einem Hackbeil hinterrücks erschlagen zu haben Wie sic sagt, hatten sich die Zustande im Hause so zugespitzt, daß sic sie nicht mehr ertragen konnte. Nachdem am Sonntag der Ehemann mit der Tochter ausgegangen war, fegte sich Frau Heiduck halb angejogen aus ihr Bett. Ihre Schwägerin saß auf dem kleinen Hocker am Fenster. Frau Heiduck gibt zu, sich hcrangeschlichen unb der Sitzenden mit dem Beil wuchtige Hiebe auf den Kopf versetzt zu haben. Die Zertrümmerung der Scheiben an emtm Schränkchen ift offenbar erfolgt, um einen Rauh. mord vorzutäufchen. Frau Heiduck erlitt nach ihrem Geständnis einen völligen Zusammenbruch, so daß ihre Vernehmung vorlaustg abgebrochen werden inußtc. Frau Heiduck erklärte dann später, daß die Familie ihre? Mannes sic dauernd mit Dorwürfen gequält habe, weil sie ihrem Manne nicht genügend Geld mit In bie Eh« gebracht habe, und ihr auch bie Schuld an betP dauernden Rückgang des Geschäftes zugeschoben habe. Ein ähnlicher Auftritt habe sich auch nm Sonntagnachmittag kur; vor der Tat zugetragen. Dabei habe die ermorbet« grau Kirtner ihr u.a. ohne weiteres erklärt, wenn sic ihre Absicht, sich von ihrem Manne ZU trennen, nusführc, werde sie keinen Pfennig von ihrem Geld zurückerhalten. Frau Heiduck wtll die Tat in der Erregung über dies« Szene begangen haben, erklärt aber, sich auf Einzelheiten nicht besinnen zu können.
Doppelmotb im Norden Berlins.
Berlin, 30. Aug (WTB. Funkspruch) Der 58 Jahre alte Bauarbeiter Belkin, der in der Hennigsdorfer Straße im Dtorben Berlins bet der Familie Schneider wohnte, hat heute seine (Beliebte, die 35 Jahre alte Witwe Schneider unb beren 72jährige Tante burch Schüsse in den Hals getötet. Er selbst brachte sich einen Kops schuß bei. Sein Zustand ist bedenklich Bellin hot bic Tat begangen, weil Frau Schneider ihn wegen häufiger Streitigkeiten, bie sie mit ihm hatte, auf gefordert hatte, aus her Woynung auszuziehen.
Drei Kanalschwimmer gestartet.
Paris, 30. Aug. (WTB. Funksvruch.f Gestern abend, bzw. in der Vacht find drei Personen zur ileoerqucrung deS AermelkanalS durch Schwimmen an der französischen Küste g e - startet, und zwar um 18,50 Übt am Kap Grisnez die deutsche Schwimmerin Anni W h n n e l aus Frankfurt a. M.. die von Bem Fischdmnpfer „Tourlourvu" begleitet wird, um 20,40 Uhr der Holländer Aleranber Bakker und um 1 Uhr nachts der Aeghpter Helmi.
Oie Wetterlage.


