Ausgabe 
30.7.1928
 
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und nm nächsten lagt den Sender » flleid) sie jchon nm er ft en Tage

scch mik 8em ttalienifchen Gesandten im ersten Wagen. Da» Publikum verhielt sich außerordent- sich ruhig und färrett.

Die Weiterreise.

Kopenhagem 29. 3aIL (WTB.) Um ein zu großes Aussehen zu verhindern, traf General Roblle mit feinen Gerührten zur Ab-ahri bereit» um 9.30 Uhr auf dem Hauptbahnhof ein. 3n seiner Begleitung befand sich u. a. der italienische Gesandte. Auf dem Bahnsteig hatte sich die etwa 100 Mitglieder zählende italienische 3t &* 1 n n i e versammelt, die QZobile Blumen über- reichtc> und ihn auf saszistische Weife begrüßte. Alle- ging in größter Stille vor sich. Robile und seine Gefährten sowie der italienische Gesandte bestiegen dann den reservierten Schlaf­wagen, der auf da» Abfahrtgleis gefahren wurde, wo er bi» zur Abreise um 11.30 älhr stehen blieb. Zur Zeit der Abfahrt waren etwa 1000 Personen auf dem Bahnsteig versammelt. Blumen wurden durch Abteilfenster gereicht, an denen Robile und die übrigen ExpeoitionÄmit- alieder sich zeigten. Al» der Zug sich m Bewegung setzte, brachte die Menge Hochrufe auf Labile aus. Professor Behounek und seine Schwester begleiten die Italiener bi» Leipzig, von wo aas sie die Steife nach Prag sortsehen.

AobileS Fahri durch Deutschland.

Schwerin, 30. 3uIL (WTB. Funkspruch.) General Robile und die italienischen Mitglieder seiner Expedition kommen heute mit der in diesem Jahre neu eingerichteten Linie Skandinavien Italien durch Deutschland. Die Italiener fahren mit einem skandinavischen Wagen der Inter­nationalen Schlafwagengesellschaft. Ihr Zug pas­sierte heute morgen 8.53 Uhr mit 10 Minuten Verspätung Schwerin. Hier stiegen mit der frübftüdbringenben Bedienung zwei Berliner Journalisten in den Wagen des Generals. Don den ExpeditionSmitgliedern läßt sich niemand außer der Bedienung sehen. Sämtliche gen* ft er de» Wagen» sind geschlossen und die Dorhänge herabgezogen. Der Wa­gen Robiles wird an die O-Züge angehängt und kommt im Lause de» heutigen Taaes durch fol­gende Städte: Stendal 10.47 11 pr, Magde­burg 11.41 Uhr. Halle 13.02 bis 13,14 Uhr. Dürnberg 19.08 bi» 19.18 Uhr, München 22.26 bi« 23.10 Uhr. Der Zug erreicht morgen früh 2.12 Uhr Innsbruck, 9.05 Deron a rnb ist morgen abend 23.10 Uhr in Dom.

Oie Ursachen derItalia"-Katastrophe. Eine Nnlcrrednnst mit Professor Behonnek.

Kopenhagen. 29. Juli «TU.) Am Sonn­tag halte der '.Vertreter der Xe hm ton in der hiesigen tschechoslowakischen Gesandtschaft Ge- legenHert zu einer längeren Unterredung mit Professor Behounek, dem tschechischen Teilnehmer der Robile-Ezkpeditton. Behormek erflärte, daß die allgemein verbreitete Meinung, Malm- g ree n habe Dobkle vor dem letzten Aufstieg zum Pttlarflna gewarnt, seine» Wissens irrig sei. Wenige Stunden vor dem Start habe Malmgreen in der Luftschiffhalle gesagt, die Witterungsaussichten seien weder besser noch schlechter <rl» gewöhnlich. Tatsächlich habe auch die meteovologische Station in Tromsoe kurz vor­her einen günstigen WifterungSbericht ge- g<Den.

Die stalaslrophe selbst sei aller VahrscheinNch- Teil nach darauf zurückzufllhren, daß scharfe Lis- ,pfiffet nom Propeller gegen die Ballonhülle geschleudert wurden und sie an einer Stelle durchschlagen hätten. DieItalia" sei aus einer höhe von 500 Meter im Verlauf von etwa zwei Minuten abgestürzt.

Als der Absturz begann, habe Nobile sofort Be­fehl gegeben, die Ventile zu prüfen, da er nn die Möglichkeit eines Undichtwerdens durch 93er« cHung glaubte. Die Ventile seien jedoch allem An- schein nach in Ordnung gewesen. Daraus, daß die .Italia" mit ihrem Hinteren Ende zuerst absackte, müsse man schließen, daß der Gasverlust dort eingetreten lei. Etwa 40 Meter über dem Eise habe Nobile befohlen, die Motoren abzudrosseln, um den unvermeidlichen Aufprall in seiner Wirkung zu verringern. Da» Ausschlagen der Hinteren Motoren­gondel aus das Eis höbe die Stärke des Stoßes nufgefongen, es habe der Italiener I o m e 11 a dabei seinen sofortigen Tod gefunden. Während des Sturzes habe man da» ursprünglich für die Uebungsmannschaft bestimmte Zelt sowie L e benemitttl als Ballast abgeworfen. Diese Maßnahme Hobe sich nachträglich als oer- höngnlenoll erwiesen, da sich in der abgerissenen Kommandogondel nur wenig andere Nahrungs­mittel befanden. Den obgeworfenen Ballast habe man später in der Nahe mif dem Eise verstreut ge­funden. 4

Beim Aufprall bet Gondel seien Nobile und Eeccioni am schwer st en verletzt worden. 3 a p p i habe einen Deroenchock er­litten, und er sei e» auch gewesen, der vom Lager sott gewollt hätte

Malmgreen, Mariano und Zappi hätten die Küste erreichen wollen, um eine Hundeschlitten - erpebition zur Rettung ihrer Kameraden in die Wege zu leiten. Der General hätte den Leuten frei- gestellt, nach eigenem Ermessen zu han­deln, worauf sie da» Lager am 30. Mai gegen Mit­ternacht verlassen hätten. Ueber die Vorgänge bei der Malmgreen-Gruppe könne er kein Urteil ob­geben, doch könnte er bestätigen, daß Malm- fl r e c n feinem ganzen Wesen nach zu einer heroischen Selbstaufopferung fähig gewesen sei. Er selbst habe Zapvi und Mariano etwa 12 Stunden noch ihrer Rettung auf dem Krassin" gesehen, doch wisse er auch nicht mehr, was Zappi in seinem offiziellen Bericht ausgelagt habe. Jedenfalls sei Zappi Im Gegensatz zu Ma­riano nach seiner Rettung körperlich wie geistig noch genügend frisch gewesen. Gr habe sich in .Hrpsbo non seinen Gefährten getrennt, um sich nach Stock- beim zu begeben und der Mutter Maimgreens den Kompaß ihre» Sohne» zu übergeben

Die wissenschaftlichen Aufzeichnungen Malm­green» feien im Lager jurütfaeblieben und be­fänden sich fehl In vehounekv Besitzr wolle ste wissenschaftlich bearbeiten und bann nach Schwe den senden.

Die von Nobile geführten Radiobücher mit den Kopien aller vom Coger nn dieGitta bi Milano" gefonbten Berichte feien erhalten stm Nachmittag des llnglückstages habe Btogi den Ttoi -t- th iqf,

fei es ihnen erst am

f anwattschatt Anzeige erstattet, daß auch eine französische Bank außerordentliche Mengen von Kriegsanlechc-Altbesitz angemeldet hat, darun­ter befinden sich viele Stucke, die von A11 - besi tz e r n wahrend der Znslations.zeit ver­kauft und für wenige Pfennige von deutschen Spekulanten übernommen wurden.

bi Milano* gehört hätten, 7. Juni gelungen, mit dem Fahrzeug in Funk- Verbindung zu treten. Die Stimmung im Lager sei gewiß außerordentlich nervo» und gespannt gewesen. Don einem Streit etwa zwi­schen Nobile und Malmgreen könne jedoch keine Rede fein. Auf Malmgreens Schicksal zuruckkommend, erklärte Profeflor Behounek, daß es der Gruppe zweifellos unmöglich gewesen sei, ins Lager zurück- zukehren, um den fronten Malmgreen abzuliefern. Für die A s e f s a n d r i - G r u p p e , die von Leut- nant Arduino geführt wurde, bestehe wohl nur noch wenig Hoffnung auf ihre Rettung. Der wissenschaftliche Wert der Expedition bestehe in einer nicht zu unterschätzenden geographischen Ausbeute. Seine eigenen Untersuchungen in bezug auf die atmo- sphärische Elektrizität seien gleichfalls nicht ohne Be­deutung.

Zappi bei der Mutter Malmgreens.

Berlin, 30. Juli. ($.-11) Heber den Be­such Kapitän» Zappi bei Malmgreen» Mutter berichtet der .Montag" au6 Stockholm sollende Einzelheiten. .Zusammen mit dem italienischen Generalkonsul Thulin besuchte Zappi die Mut­ter Malmgreens, die ihn in Gegenwart ihre» Schwiegersohnes Dr. Fegersten empfing. Zappi überbrachte Malmgreen» letzte Grüße, seinen Kompaß sowie ein versiegeltes Paket von der .Gitta di Milano", in dem sich u. a. des Derftorbenen Brieftasche und IQrr be­fanden. Zappi berichtete über die furchtbare Wanderung über das Eis. Malmgreen hatte augenscheinlich feine Kräfte über­schätzt, als er mitging. Zappi hatte den Ein­druck, daß Malmgreen mehr litte, als er zeigen wollte. Das kam daher, daß er der einzige war, der sich über die verzweifelte Lage sowohl der im Lagrr Zurückgebliebenen, als auch der Wan­derer tlar war. .Hätten wir das ganz verstan­den?' sagte Zappi, ,so wären auch wir zusam- mengebrochen. Mit Tränen in den Augen wandte er sich zu Frau Malmgreen: .Malmgreen und ich waren Freunde und Brüder. Ich emp­finde bitter, was man von mir sagt, aber ich habe vor Gott ein reines Gewissen.'" Sowohl Dr. Fegersten als auch seine Schwiegermutter haben später ausgesprochen, daß sie durchaus den Eindruck hatten, baß Zappi die Wahr­heit gesagt habe.

Amerikas polfffk in China.

Der Abschluß eines Handelsvertrags mit Nanking.

Zwischen den Regierungen in Washington und Banking ist ein Handelsvertrag abgeschlos­sen worden, in dem zum erftenmal ein fremder Staat den @b":nefeit gegenüber freiwillig auf Sonderrechte verxichtet, die diese nament­lich den europäischen Rationen um die Jahr­hundertwende und noch früher einräumen mußten. Amerika hctt mit der Nation atistftchen Ranking- Regierung einen Zoll Vertrag aus der BasiS der gegenseitigen Mei stbe gün- stigung abgeschlossen, der zwar für Ehchna zu­nächst praktisch bedeutungslos ist, da es vorläufig noch den Japanern, Engländern, Franzosen und anderen Völkern eine bevorzugte Behandlung teil­werden lassen muß, von der auf Grund dieses Vertrages die Amerikaner profitieren. Die mo­ralische Bedeutung des amerikanischen Der- zichtes auf die bisherigen Zollvergünstigungen ist dafür aber um so höher zu veranschlagen!. Unge­heurer Jubel herrscht in ganz China, daß das mächtige Amerika als erster fremder Staat sich entschlafen hat, China als gleichberech­tigte Ration zu behandeln. Daß die Ameri­kaner sich beeilen werden, die ihnen zufliegenden Sympathien geschäftlich auszunutzen, braucht wohl nicht erst besonders unterstrichen zu werden. Schon seit Jahren arbeiten sie mit den Chinesen auf wirtschaftlichem Gebiet zusammen, ohne daß es auch nur einmal zu Mißhelligkeiten gekommen ist. Roch niemal» haben sich amerika- nijche Waren dem Boykott ausgesetzt gesehen, wie er jetzt wieder den Erzeugnissen der japanischen Industrie in China droht. Durch den Abschluß dieses Handelsvertrages ist die Position der ausländischen Mächte in Chiira stark erschüttert worden. Rach dem die Amerikaner offen zuge­geben haben, daß die Sonderrechte nicht mehr länger aufrecht zu erhalten find, können auch die Engländer und Japaner nicht mehr auf die Dauer auf der Unantaftbarfeit ihrer China- Derirage bestehen.

Der Kriegsanleihe-Skandal.

Milliardeuschiebuagen aufKosten deSReichS

Das Sonderdezernat der Berliner Staats­anwaltschaft I, das die Kri^gsanleihefchiebungen bearbeitet, hat jetzt mit Hilfe de» Reichskommisfar» zur Ablösung deS Anlelyealtbe ihes eine ge­naue Ausstellung aller Unregel­mäßigkeiten feriiggestellt, die im Lause der Zeit von den verschiedensten Personen mit An­leihestücken vorgenommen oder versucht worden sind. Da» sehr umfangreiche Aktenstück dient alS Grundlage für die weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Heber die Ausführung der Betrügereien bzw. Betrug »versuche mit Anleihen erfährt dasD. T." noch: Es sind seinerzeit bei den verschiedenen deutschen Gesandtschaften. Bot­schaften und anderen deutschen Au»landverire- tungen besondere Stellen eingerichtet wor­ben, die von ausländischen AnleiHebelitzern An­träge aus Auswertung der Anleihen gemäß den Bestimmungen über Altbeitz entgegennahmen

Unabhängig von den Fällen ftunert und Waldon» sollen hier schon sehr zahlreiche Schiebun­gen Dorgefommcn sein, die vor allem auch von Ausländern, die sich deutsche Anleihen be­schaffthatten, ausgeführt wurden. Auch deutsche Reichsangehörige, die über Beziehungen ;u ausländischen Finanzleuten oeriüaten, benutzten diesen Umweg, über die Auslanüstellen des Reich», kommissariates, um ihre Anleiheschiebungen durch­zuführen. Da diese Fälle außerordentlich zahlreich sind und das der Staatsanwall zugeleitete Material lehr groß ist, wird es noch Monate dauern, bis diese Riesenbetrugsaffäre voll geklärt ist. Der Um­fang der Schiebungen treibt sich aus der Tatsache, daß für 20 Milliarden Mark Kriegsanleihe In Um­lauf sind, während als Altbesitz 42 Milliarden an- gemeldet wurden.

Dir Beamten der Staatsanwaltschaft wellten in lech» verschiedenen größeren Städten des Reiche», um ffrmtftiungcn und Feststellungen oornebmen zu tonnen. Da» Retd>»fonimiRoriot für die Ablösung her Reichsanlrihcn ölten Besitzes hat der Staats

Das Arbeiisschuhgesetz.

Sntschließvnp.en des ReichSwirischastörafS.

Berlin. 28. 3ult (DDZ.) Der sozialpoli­tische Ausschuß des vorläufigen ReichSwirtfchatts- rates hat seine Beratungen über das Arbeits- schuhge'etz, die etwa eineinhalb Jahre in An­spruch genommen haben, abgeschlossen. Rach dem Entwurf ist die Arbeit von Kindern unter 14 Jahren verboten und die Ar­beit von Jugendlichen bi» zum 18. Lebensjahre unter einschränkende Dorlchriften gestellt. Da die Dauer der Schulpflicht in den verschiedenen Ländern nicht einheitlich geregelt ist und infolgedessen Kinder schon vor dem 14. Lebensjahre au» der Schule entlassen werden, aber nicht in ein Arbeitsverhältnis genommen werden Konen, wird in einer Entschließung eine einheitliche Regelung sowohl im Inter­esse der Jugend al» auch der Eltern al» notwendig bezeichnet Bezüglich der Schwarzarbeit wurde mit geringer Mehrheit eine Entschließ u.ng angenommen, die sich für ein gesetzliches De r bo t der Schwarzarbeit einsetzt.

Schluß mit dem Hölz-Rummel

Mißbrauch der Amnestie.

Berlin, 30. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Amnestien sind dazu da. um unter gewisse Vor­gänge einen Schlußstrich zu ziehen und sie der Vergessenheit auszuliefern. Auch die letzte Reichsamnestie war von diesem Gedanken ge­tragen. Obwohl die Kommunisten an dem Zu­standekommen des entsprechenden Gesetzes mlt- georbeitet haben, wollen sie heute von einem Vergessen nichts mehr wissen. Sie reichen zur Zeit den aus dem Zuchthaus entlassenen Mar Hölz im ganzen Reich herum, der bald hier, bald dort auftaucht, stets von Roten Front­kämpfern feierlich empfangen wird und natür­lich beinahe jeden Abend in Versammlungen sprechen mutz. Rach Abschluß feiner Rundreise durch Deutschland soll er auch den Moskauern einen Besuch abstatten. Vorher jedoch ist geplant, ihn noch einmal durch das mitteldeut­sche Kampfgebiet zu führen, damit er hier feine Anhänger auf den Jahren 1920 und 1021 um sich versammeln und für eine neuerliche Erregung der Dolksmassen sorgen kann. Wir sind der Ansicht, daß die Sicherheitsbehörden jetzt endlich einmal dem Hölz-Rummel ein Ende bereiten sollten. Die Amnestie war schließlich nicht dazu Da, Max Hölz den Weg zu einer nochmaligen Aufwiegelung bei Kommunisten Mitteldeutschlands und anderer Teile des Reiches zu ebnen. Läßt man ihm weiterhin freie Hand, dann werden wir sehr bald al» Folge feiner Agitation Erscheinungen zu ver­zeichnen haben, die wieder kommunistische Mär­tyrer schaffen.

Jrankenffabiliflerung und Lebensmittelpreise.

Pari», 29. Juli. (LU.) Rach der StabUifte- nmg des französischen Franken macht sich ent­gegen den Voraussagen der Regierung e i n starkes Anziehen gewisser LebenS- mittelpreise bemerkbar. Die» .trifft beson­ders für Butter und Zucker zu. So stellten sich die Preise für Rohzucker an der Pariser Handelsbörse, die für die Großpreise richtung­gebend ist, im Juli 1927 auf 250 Franken. Am 18. Juli 1928 auf 289 und am 25. Juli 1928 auf 315 Franken. Die unerklärliche Häufle veranlaßte das Handelsministerium zu einer allerdings nicht offenen Intervention, die einen Rückgang von 1,50 Franken für 100 Kilogramm hervorrief. Man führt die Zuckerhauffe zum Teil auf eine Angleichung der französischen Preise an die Weltmarktpreise zurück, während für das starke Anziehen der Dutterpreise in der gegenwärtigen Zeit jede Erklärung fehlt.

Aus aller Welt.

Ei« schone- Beispiel.

Die Holzmindener Presse aller Parteien ver­öffentlicht einen vom Reichsbanner Schwarz-Rot- Gold. Stahlhelm-Bund der Frontsoldaten. Jung- deutschen Orden, von den Vereinigten Militär- veveinen und dem Magistrat der Stadt sowie der Stadtverordnetenversammlung von Holz­minden unterzeichneten Aufruf zu r Errich­tung eines Wahrzeichen s zu Ehren derRepäsentanten der deutschenRe­publik, unserer beiden Reichspräsidenten. Die­ses Wahrzeichen soll ein Sinnbild der Einigung aller Volksgenossen zu einer großen Volksaemeinschaft fein. Gs wird die Form eines Torhause» haben, da» in feinem unteren Stockwerk der Holzmindener Jugend ge­weiht ist und in den oberen Stockwerken zwei Wohnungen für Kriegsbeschädigte oder Krieger- Hinterbliebene enthalten wird. Die Deldsamm- lungen für dieses sollen in etwa zwei Wochen begrünen.

Gras Zeppelin" undCo» Mngde».

Die Leistungen de» LZ. 127Graf Zeppe - l I n werden die seines Vorläufer» LZ. 126, .Los Angele»" RZ. 3, in jeder Hinsicht u v e r t r e f - f e n. Trotz der durch den größeren Gasinhalt der Tragkörper (105 000 Kubikmeter gegen 70 000 Kubikmeter) bedingten stärkeren Tragkraft ermög­lichen btt leistungsfähigeren Motoren Smal 530 statt 5mnl 400 P. 5.) eine vermehrte G e - schwindigkeit, nämlich 128 Kilometer (LZ 126: 125 Kilometer) bei größter Geschwindigkeit und 117 bei normaler Dauerlcistung. Während die Loo Lngele»" z. v über 8000 Kilometer Weg 8000 Kilogramm Nutzlast befördern kann, ist bei dem neuen Luftschiff bei der gleichen Geschwindigkeit von 100 bi» 110 Kilometer auf einer «trecke von 10 000 Kilometer eine Nutzladung von 15 000 Kilo- gramm möglich. Schon daraus geht hervor, daß aud) die Wirtschaftlichkeit de» Luftschiffes wächst. In der Länge übertrifftGraf Zeppelin* mit 236 MeterLos Anaetes" um 36 Meter und erreicht damit die Länge des Aoydsdampfer»Co* lumbu»**, der an Breite mit 30,5 Meter sogar um einige Meter übertroffen wird 3n der Form unter- Icheidet sich LZ. 127 von LZ. 126 dadurch, daß das l.'fitgenannte Luftschiff hn öucrschmtt nur 24 Ecken zeigt, well es unten abgeflacht ist, wahrend das

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neue Luftschiff im Querschnitt ein regelmäßige» 2-5-Eck bilbet. Die Besatzung wird bei dem grö­ßeren Schift um vier Mann auf 30 Mann er­höht.

Rückflug bc» Jlicgcrhauptmann» Wirth oom Jungfrjujod).

Zürich. 30. Juli. (WTB. Funkspruch.) Wie erst jetzt bekannt w.rd. ist Hauptmann Wirch, dem e5, wie gemeldet wurde, gelang, auf dem Iungfraujochfirn zu landen, am Mitt- woch. 25. b. TL. mit feinem Klemm - Daimler- Flugzeug. das mit einem ® kitt ulen geflefl auS- gcftaltet ist. vom Iungsraufirn glatt und wohl- chalten gestern auf dem Flugplatz n ßaufanne gelandet. Es ist das erstemal. daß «g einem Flieger gelungen ist. aufeiner Landung»- strecke von nur 18 Meter Länge. und. ohne seine Maschine zu beschädigen, gu lanbcn und wieder abzufliegen.

Lin neuer Kölner Ehrendoktor.

Die philosophische Fakultät der Unioerfität Köln hat Dr. jur. Albert Ahn- Köln, ten Vor­sitzenden de» Verein» Rheinischer ZeltungSver- Icger und der Arbeitsgemeinschaft der Rhrinftchen Presse, welcher zualeich als Vorsitzender des Verwaltunasrates Der Versorgungsanftalt der Reichsarbcilsgemeinfchaft der Deut'chen Pres'e und al» Mitglied deS Vorstandes de» Verein» Deutfcher Zeitungsverleger in Berlin über die Rheinvrodinz hinaus die Bedeutung der Drei c und ihre soziale Sicherung förderte, auf Grund feiner Verdienste um die Entwicklung des deut­schen Zeitungswesens in besonderer Würdigung seiner Arbeit für den Ausbau brr internationalen Presfeausstelkung die Würde eine» Dr. phil. h. c. verliehen.

Ma» Unvorsichtigkeit in den Tod.

In der vergangenen Rocht kam der Sttfeim- lehrling Günther Warsow auf schreckliche Art ums Leben. Aus der F^hrt im Kletnbahnzuge zwischen Horst und Greifenberg in Pommern) lehnte er sich zu weit au» dem Fenster de» Abteils und schlug plötzlich gegen den Pfeiler einer Bahnüberführung. ®r brach mit zerschmettertem Schädel und gebrochenem Rückgrat zusammen und starb kurz nach feiner Einlieferung in» Kranken­haus.

Schwere» BranbunglM in Lodz.

In Lodz kam e» in der nördlichen Stadt zn einer schweren Explosion eines Ben­zin- und Chemikalienlagers, die in der ganzen Stadt hörbar war und in den näher­gelegenen Stadtvierteln eine Panik heroorrief, weil sich das Gerücht verbreitete, daß ein M u - nitionslager in di« Luft geflogen fei. Kurz nach der Explosion standen vier Häuser in Flammen, die sich unter weiteren Explosionen rasch ausbreiteten. Die Hausbewohner konnten nur mit Mühe flüchten und fast nicht» retten. Die Löscharbeiten gestatteten sich außerordenllick» schwierig, weil die Feuerwehr nicht an den eigent­lichen Brandherd gelangen konnte und sehr bald Wassermangel etntrat. (Erft in den Morgen­stunden wurde die Feuerwehr de» Brande» flerr. Bei ban Löscharbeiten wurden 27 Personen teils durch Balkeneinstürze, teil» durch Verbriihunaen schwer verletzt. Durch den starken Luftdruck wuroen sämtliche Fensterscheiben in der Umgebung ein­gedrückt.

42 Grad Im Schatte«.

Am Freitag wurde in dem Pyrenäen-Badeort Pau mit 42 Grad im Schatten nicht nur der heißeste Tag in diesem Jahre, sondern innerhalb der letzten 22 Jahve verzeichnet. In Xarbe» erreichte da» Thermometer in der Sorrnc 52 Grad.

Die gestörte Rachtruhe der Pariser.

Der Polizeipräfekt von Paris hctt z u r W a h- ru ng der Rächt ruhe der Bewohner von Paris eine Verfügung erlassen, oerzu- folge die Automobile von 1 Uhr nachts bl» 5 Ühr morgens die Fahrgeschwindigkeit so her- abseyen müssen, bah die Anwendung der Signalhupen unnötig wird.

Oie Weiierlage.

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Obwohl der Luftdruck über Mitteleuropa weiter ongeftiegen ist, so wird doch keine Schönwetterlaae aulkammen, da da« nordische lief noch weiterhin unler Gebiet beeinflußt.

Wetteroarau »sage für Dienstag: Wechselnd wolkig, etwas wärmer, oereinzett leichte Ni-derschlöge.

Witterung»au»fichten für Mittwoch: Keine wesenlliche Äenberung.

Lufttemperaturen am 29. Juli: mittag» 20 Grad Celftuk, abend» 12 Grad (Telfiu»; am 30. Juli: mor­gen» 13 Grad Celsius. Maximum 21 Grad Celfni», Minimum tz Grad Celsius. (frbtemperaturen in 10 arntimeter Tiefe am 29.3uft: abends 23,4 Grad Celsius: am 30. Juli: morgens 17 Grad Celsius.

Sonntag dtn 29. jf? W8.