Ausgabe 
30.7.1928
 
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Aus der Prvvinzialhaupifiadt.

»leben, ben 30. Soll 1928.

Am Gartenzaun.

3on meinem Fenster aus kann ich den Vor­garten meinet Nachbars überschauen. ®r 18 nicht Mr gross. dieser Borgarten Aber der Besitzer eerfteli eine leüene Äunft. 3t Hal vom Mär, W spät in den Herbst hinein immer blühende Vlurnen. Uni) dass sein Garten eben im prächt lasten Schmuck prangt. das ist Kar 3n allen Warben leuchten da Voten, Helfen. Hckter- sporn, Löwenmaul. Zinnia und wie sie alle heissen Besonders schön ist der hohe Darren- jurun bepflanzl. De seltensten und herrlichsten Jti<ltett>flangen ranken sich um die weihen Latten. Gleich dahinter Hegt ein vtaudendeet. das un­unterbrochen bllcht. , .

Dw Deae sind mit silbernem Kies bestreut und so schart beättim. doh man glaubt, der Mach­bar neftmc zum Ad stechen eai Lmeal. Ob es daher kommt, dah er einst in Beruf« mit

3ir!e: und Aeihbrett umamat 34 wrift es nch! 3cdenfalls ist der Blick in kneten Garten em Genuss

Dur das Grscht des Bell Hers paht eigentlich mch: hinein: denn selten sah ich ihn froh zwi­schen k nen Blumen. Ommer dieselbe arres- grdnntk Miene, als ob er beMnbtg nach Schäd­lingen uchen müh:e. Ich glaube sogar, das ist eine Lerdenlchafl von ihm. Bald streift er Blatt- läute von den Rosen ab. bald kauert er am CBobai und lieft die kleinen Schnecken aus den Aster», dann sucht er Aüuvchen, und die Blumen, die welken, zieht er vorsichtig aus der Erde und zertritt den teilen Engerling, der die Wurzeln abtrah. So steht man ihn morgen«, mittag» und abends Schade, doh der Mann so wenig Freude zeigt, oder wohnt diese nur imoendlos Gg »Hrb wohl schon so sein, sonst wachte er nicht mit dieser Sorgfalt und Liebe über den Blumen.

Meine ®t oft mut et. die in ihrem Dauerngarten stets die schönsten Blumen im ganzen Dorfe hatte, sagte uns Kindern:TDer Blumen lieb bat, der hat ein gutes Herz." Und das halte s t e auch Sie zog die Blumen auch nicht *ür sich allein. O nein! Wenn ein Zelt gefeiert werden sollte, eine Hochzeit oder eine Kind­tau se, bann kam die ganze Verwandtschaft in auf« und absteigender Linie und plünderte den Garten. Auch wir Kinder durften uns schon einmal ein Strüuhchen Pftücken. ..Dafür sind ja die Blu­men dal"

Bei meinem Nachbar bin ich nicht ganz sicher, ob et diese Meinung teilt; denn nicht einmal sah ich ihn eine vollerblühte Blume abschneiden, die et vielleicht verschenken wollte Selten lieft er einen Gast in sein Borgärtchen. Dass et aber die Blumen nur für sich haben will, das beweist

mir ein keines Erlebnis der letzten Tage.

Aus der Strafte spielten einige Kinder, lange 3eit Aber aus einmal schienen sie sich entzweit zu haben, denn ein kleines Mädchen wollt» nwftt «ehr mitspteLen uqb stellte sich abseits, jfdlb kam es über die Strafte und blieb hier an dem Gartenzaun meines Nachbars stehen. Lange schaute es nach den Blumen Dann ging es näher heran, roch an den Tiefen, und feine Augen wurden immer grösser und begehrlicher. 3d) sah ihm den Wunsch an. eine sülche Hofe zu besitzen Aengstlich, als ob es etwas Böses täte, streichele es eine voll erblühte weifte Ä fetter* roße Dann versuchte das Kind, die Hofe ab- zupskstcken Aber bet 6hei war zu bart. Es ging nicht. Die Hot macht erfinderisch. 3ch sah, tote es sich auf bet Strafte umschaute und etwas suchte. Nun kam es tnSeher und hotte einen stachen, scharfen Sie in. Bald hielt es bte Hofe in der Hand Mit welch glücklichen Augen betrachtete es fernen Schatz! Wie es die Blume streichelte. den Dust etnfog! Oin unend­liches Glück leuchtete in dem Gericht des Kindes.

Ich freute mich mit ihm und war deshalb auch ebenso erschrocken tote es, als plötzlich die knarrende Stimme des Nachbars erscholl. Gr war von fernem NachmittagSspazieraang zurück- gekehrt. hatte den D.ebstahl beinern und fupt das Kind hort an: »Du schlechte- Dina, ich will dir helfen, mir meine schönsten Hosen abzu- pstücken!* Sr rtft der Kleinen die Blume aus der Hand und ging laut schimpfend nach feiner Wobnung. Ganz zusammen geduckt schlich sch doS Kind weg Sicher standen Tränen in feinen ^Ser Blumen lieb hat, der hat ein gutes H«zN

Ich mutz doch einmal mit meinem Nachbar reben. llnd wenn er die Hofe wie ich an­nehme unbeachtet irgendwohin gelegt halt, dann habe ich vielleicht einigen Grfvlg. P.

Heimurlauber.

Urlaub und möglichst weite Heften sind heute für viele eine fast unzertrennliche Ideen Verbin­dung geworden. Urlaub oder Ferien ohne Heise kommt den meisten wie ein entgangener Vor­schuss auf die Seligkeit vor Als ob nur in der Ferne das Glück der Grholung blühte! Als ob nur anderSwo landschaftliche Heize zur (Sn!* fdLtung kämen, und die Sonne nicht da wie dort die gleiche belebende Därme spendete! Dem Deutlchen sitzt von jeher, wie den Zugvögeln, der Wandertrieb, eine Sehnsucht nach anderen Ländern als narrender Schalk im Haden, Biele kennen halb Guropa, aber an den Schön Herten in ihr« nächsten Umgebung, sind sie bisher vor- übeigegangen, wie wenn sie überhaupt keine Ahnung von ihrem Ttorbanbcnfetn gehabt hätten. Nun müften sie oft aus der Hot ernt Tugend machen und den Urlaub m der Heimat ver­bringen. Hot lehrt sie in diesem Falle sehen, tote berftn ben, entdecken DaS suchende Auge ge­wahrt plötzlich und mit Grstaunen allerorts dfe Uncrichöpftichkeit der Erfindung, mit der bte

Das Kind vor Gericht.

Don Vormundschaft«- und 3ugenbricfrtcr Kranz Gros.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

Es gab einmal eine Zeit, in der einem Haus­hahn. der mit seinem Schnabel einem Kinde ein Auge ausgehackt hatte, förmlich der Prozess gemacht und er zum Tode verurteilt wurde. War wirklich so etwas möglich? Und wer war gröber Die Unvernunft des Tieres ober bu Bcrbobrtheu der ihn richtenden Volksmenge? Und es ist noch nicht lauge her. dass man Frauen. Mr ein Bündnis mit dem Teufel ab­geschlossen haben sollten, gar al* Hefen ver­brannte. Es geschah wohl zum letzten Male im Jahre 1782 in Glarus in brr Schwer

Au- beiden Betspielen, die der Geschichte des Strafrechts entnommen sind, ersieht man. wie arm und bemitleidenswert ost menschliche Er­kenntnis ist, denn man glaube nur nicht, daft die damaligen .Huftier in Wirklichkeit war es saft das gesamte Dvlk nicht von Der Nich­tigkeit und der Gvttgewolliheit ihres Tuns über­zeugt gewesen seien. Sie waren es genau io wie die Dolttmassen. die mit hoher Befriedigung die Hexen öffentlich auf dem Scheiterhaufen ver­brennen sahen. Erst allmählich siegte dierfennt- nis, daft solches Geschehen Unsinn und daft Ver­brechen war. was unter dem Schutze der Obrig­keit geschehen konnte. Aber die menschliche Er- kennmts 'chreidet vorwärts Das gilt für das Strafrecht insbesondere heute hinsichtlich der Be- bandlung von Kindern vor Gericht. 3m Sturm­schritt eroberte die Technik die Welt. Langsamer folgte na tu taemäb die Entwicklung starrer Hechts- grundsätze. die sich von Generation zu ®enc- ration oft unverändert forterbten. Die Gesetze der Natur, wie sie sich allmählich mcnlchlicher Forschung erschliessen, sind uretoia. Die Gesetze des seelischen Lebens sind aber vielfach noch in tiefes Dunkel gehüllt, und nur spärlich schimmert da und dort ein neues Licht in der Finsternis auf. Da ist es besonders die Seele deS Kindes, die noch der Erforschung harrt und viele sind dabei am Werke Heute wissen wir. dass ein Mensch nicht aus eigener Kraft das ist. was er ist, und oft es nicht ist aus eigener Schwäche. Er ist das Ergebnis ungezählter Generationen, die vor ihm waren, deren körperliche und see­lische Eigenschaften ihm schon in die Wiege mit» gegeben tmirben. Das bekunden die biS fetzt bekannten Dercrbungsaesetze. Aber die Fähig­keiten und sittlichen Eigenschaften können und müssen gehoben und ausgebildet werden Wie das zu geschehen hat. ist Aufgabe der Erz'.ehungs- wiftenschaft, der Pädagogik, der Fach lehren und der Heligion, d. fr. frier der Stellung eines seden Menschen zu übersinnlichen Mächten.

Wissen wir solches, so ist uns das Kind nicht mehr ganz so rätselhaft in seinen Handlungen wie früher.

Wenn wir in freien Stunden unseren Verstand schärfen wollen, so raten wir oft Hälfet Anders ist es keine müftige Beschäftigung toemt wir, Berufs- oder Laienrichter, im Dienste des Hechtes HSftel raten müssen, und wenn dieses Hätfelraten mit den wichtigsten Folgen für an­dere verbunden ist, toerm unser elterliches und richterliches Gewissen durch Entscheidungen, die wir treffen müssen, aufs schwerste belastet wird. Das ist jedesmal dann der Fall, wenn ein Kind

vor Gericht erfcheir^n muss. So. tote physikalisch gesprochen, Kälte nichts anderes ist als Mangel an Därme, so könnte als .Kind ein feder an- gesehen werden, der durch sein Alter, aber auch durch feine Handlungen mangelnde Ver­standes- und Willens reife erkennen lässt.

Ss ist immer bedauerlich trenn Kinder vor Gericht auf treten müllen Als Angeklagte können sie nur vom 14 Lebensjahre an vor das Ju­gendgericht gestellt werden Hierüber vielleicht ein andermal mehr Ader als öcugt kann jede« Kind in jedem Alter vor Gericht kommen, und an dieser Tatfache ändert die gcfenftche Vorschrift nicht», dass cm 3ugendllcher erst mit IS Jahren förmlich beeidigt werden fann.

lieber den Wen oder Unwert von Kind«rau»- sagen find schon dicke Bände geschrieben worden. Es fragt sich, soll man auch schon ein Heine» Kind, wie da» schon geschehen ist. vielleicht noch auf dem Ttulterarmc ,aU Zeugen" vor Gericht bringen'' Letzt sich die Strafiustiz damit ntd^t einem ähnlichen öpott aut, so wie wir freute über den Prozess lachen, der dem oerdrecherifchen Gockel gemacht wurde, ober dem Ingrimm, wie mir Ihn freute über die alten f)t?enprowfif empfinden?

Die Frage, ob Kinder al» Zeugen vor Gericht vernommen werden fännen, muh leider bejaht werden. Denn sanft stunde da» Kind schutzlos jedem Verbrecher, jedem Wüstling gegenüber, der sich etwa an ihm sittlich vergangen und es vielleicht moralisch für immer geschädigt hat. Da» Äinb wäre bann so­zusagen vogelfrei, wenn e» nicht auf seine Art auch einen Verbrecher betasten könnte Aber die Aussagen von fiinbem, insbesondere in den Puder- latejahren. d. h in der Heit der werdenden Reise, und besonder» Über Vorgänge de» 6enialleben» find lUszunc bmen ho» Äinb ist leicht beeinHuftlor, phantosievoN. e» schildert gar Vorgänge, die sich niemals ereignet haben. Die Er­gebnisse der Psychologie der kindlichen Zeugen- nuefage beweisen, dass auch sogenannte Autoritäts- perionrn, Pflegeeltern Lehrer und Erzieher be­wussten Lügen ausgesetzt sein können, und dass hohe ixahiflfeiten des Verstandes hysterische» Lugen nicht ausschliessen. C» kommt auch vor, dass Kinder In ihren Aussagenorrfrärfet1* werden, d. fr., dass sie schliesslich selbst an die Wahrheit ihrer Unwahr­heiten glauben.

So sind Kinder uns oft ein Hätsel. Die Ver­nehmung jugendlicher Zeugen und 'Befcbulbiaten erfordert eine besondere Sorgfalt und ein beson­deres Verständnis für bas Seelenleben der 3u- gendlichen. Unkundige richten nur Unheil an. Kindermund kann gleich einem Dolchstoss wirken.

Wer mit seinem Kinde vor Gericht gehen muss, beeinflusse es niemals, frage vorher rechts auS ihm heraus und lege ihm nicht- auf die Zunge. Sonst hilft er nur dem Hechte Gewalt antun. Sr bewahre die Hechtsftndung vor Irrtümern unb schädige nicht am meisten fein Kind selbst

Auf Grund persönlicher Erfahrung darf ich noch feft ft eilen, dass die Mitwirkung von Frauen als Laienrichterinnen, b. fr. Iugendschössinnen im Jugendgericht, bei der Ver­nehmung junger Mädchen alS vfeuginnen oder Beschuldigte der Hechtspflege schon besonder- gute Dienste geleistet hat.

Hoher auch tn der unscheinbarsten Gestaltung das Lfed des Lebens in immer neuen Variatio­nen aufflingen läftt, das unsere schlagerbetäubten Ohren in ihrer leisen Sinnigkeit nicht mehr froren konnten Jeder Daum, jede Blume und jeder Strauch wächst bei näherem Hinsehen in eine gcheimnisumraunle Weite. Denn auch die Gernfte Sache wird gross mit dem Mass der L»ebe, das ton in sie frincinlragcn.

So kommt es bann, daft sich langsam die Geringachtuna der Scholle, auf der wir wurden und sind, in heimliche Scham vor der Heimaterde wandelt. Dass wir innerlich Abbitte tun, und dass uns der Hetmurlaud zu einem Erlebnis wird. an dessen verjüngende Kraft feine noch so malerisch» Schönheit irgendwo heranreicht. Mancher mag Lustveränderung brauchen, aber bei den meisten ist völliges Ausacpann'fcin schon Medizin. Unb diese« Wunderkraut gedeiht auch in der Umgebung! Man muss nur die Wislur zu brauchen verstehen.

Taten für Dienstag, 31. Juli.

Lonnenausgang 4.22 Uhr, Sonnenuntergang 19bO Uhr. Mondaufgang 19.46 Uhr, Monduntergang 2.23 Uhr

1818: der Geograph Heinrich Kieperi in Berlin geboren (gestorben 1R99); 1843: der Schriftsteller Peter Rofeggcr tn Alol bet Krfeglach geboren (ge- ftorben 1918); 1886: der Komponist Franz Liszt in Bayreuth gestorben (geboren 1811).

Vornotizcn.

lageifalenberfürTiontag. Schützen- verein: Fusspariie tn die Schützenlaube abend» S Uhr. Lühtspielhau», Bahnfrafttrasse:I)a» Für- slenkind". Astoria-LichtspieleAn der schönen, blauen Donau"

' Offizieller Empfang ber f i e g reichen Turner Die Sradivcrwalruna. an ihrer Spitze Oberbüvgerrne.ster Dr. Keller, wird den am Montagabend von Köln hier ein- treffenden Turner Heutet vorn Tv G-eften 1846, den Zwölfkampfsieger de« Deutschen Turn­festes. auf dem Bahnhof offiziell empfangen. ES ist angcorbnct wvrden. dass am Montag dfe städtischen Gebäude beflaggt werden, und eS ist zu erwarten, dass die Bevölkerung diesem Bei­spiel in ausgedehntem Masse Folge leistet. Zu­

gleich mit Heutet werden auch die übrigen Turnsestsieger empfangen unb In festlichem Zuge nach der BollShalle geleitet werden, wo die Be­grüssungsfeier statlsindct.

ee Ruchlose Bubenhände haben In der Rächt vom 27. auf den 28. Juli in der Friedhofs- antage bzw. auf dem Alten Friedhof ihr schändliches Unwesen getrieben. In ber Samstognummcr wurde bereits berichtet, dass Düste und Sockel des Gustav- Heyer-Denkmals an der Mauer des Alten Friedhof» gewaltsam au» der Umrahmung entfernt und aus die Erde geworfen wurden, wobei der Sockel mehr­fach beschädigt wurde. Die Büste selbst hat einige Lchürfstellen baoongetragen. Aber nicht genug mit dieserHeldentat": Arn Samstag wurde uuf dem Alten Friedhof leibst an verschiedenen Grabdenk­mälern schwere Beschädigungen sestgcstellt. So wurde am oberen öingana de» Allen Friedhof», links an der Innenseite der Umfassungsmauer ba» Grabdenk­mal mit der InschriftFerdinand Surf" und das Grabdenkmal der Familie Marita gewaltsam um­geworfen. Auch auf dem oberen Nahrungsberg wurden in letzter Zeit öfter Beschädigungen der Gartene,nsriedigunaen und Dbft- und Beerendieb- stähle festgestellt. Hoffentlich gelingt e», die Täter bald zu ermitteln und der wohlverdienten Bestrafung entgegenzu führen.

Der neu« Tennisplatz. Btefe fleissige Arbeiter ftnd feit Anfang dieses Monats mit den Vorarberfen für den neuen Tennisplatz am WaOxftngang frhrter dem Schützerrhaus beschäftigt. Es galt vorerst in diesem wüsten Gelände ge- toeftige Grvmallcn in Bewegung zu fetzen, welche, sowert sie nfefrt zur Einebnung Derwendung ge- funben haben, noch der Abfuhr harren. Mit der Klarierung wurde gleichzeitig eine umfaffenbc Tramage durch^eftrhrt und der geschaffene toeite Platz durch eine dichte Lchlackei.lchicht abgedeckt. Infolge bet fenbtnyen günstigen Witterung wur­den alle Arbeiten sehr gefördert, so dass mit bal­diger Vollendung der Gekamtanlage gerechnet werden kann. Es wär« sehr zu begrüben, wenn nunmehr auch Me bessernde Hack» an den Weg zu den Wakdivortvlätzen gelegt würbe.

Derkehrsunfall. Samstag nachmittag gegen 6 Uhr wurde ein 14jahriger Radfahrer in ber Steinstratze von einem Auto angesafrren. Er erlitt eine leichte Gehirnerfchünerung und Hautabschür­fungen. Die Freiwillige 6amtät»folonne vorn Roten Kreuz brachte ihn zur Ehirurgischen Klinik, von wo

er nach entsprechender Behandlung endaffen werben lonnk

* Stabtl Heater Gfessen. Au» dem Stabttbeat erburrau wird un# gritfirrben 3n Geyer» .Kleiner KomSbfe" Tt*kn ent dfe Damen Hetz Koch Krahm«, und btc .'Vrm Bail., Gare.» Gehre Vfeihnann. Tormert. 3»» fprinon de Laftrv

* Erledigte Lehrerstellen. 3m 5ircr» Hübingen sind fotgenbe Stellen erledigt Gin« Vefrrcrltdlc für einen evongefeschen Lehrer an ber BvtkSIchule zu Lridhecfen Diensttovimüng ist vve- franfvn Eme VefrtrrftcUe für einen enangelit<fr«R Mehrer an der Dollstchule tn Kefenrod' DenJ- tnofrfnung ftt vorhanden. 9me Lehrarstello für einen evanoelftchen Lehrer an ber Docks'chnfe in Nfeder-Mockstad< Sfenfttoofrramg ist vor- banben.

Deutsche Meister-Fest spiele in Bad-Haufteim 3m großen Bühnensaal de» Kurhauses Bad-Vauhc.m finden an Auaust drei F«ÜVeranstaltungen statt, dfe nicht nur tu Bab- Nauhenn felbft, sondern weil darüber bmau» tn ganz Hellen unb ben benachbarten preussischen Qfebwien stärkstes 3nleresse finden dürften. Es lmd drei Werke grosser deutscher Meister für dtefe Aufführungen gewäbit worben, die des­halb den Namen .Deutsche Meister-Festspiel«- tragen. Dfe erste Festveranstaftung am Donnert- tag, 9. August, bringt das bekannte Muftkdrama Salomc" von Richard Strauss Dfe Tlleipartfe ist mit der .<tammtrlängerin Alin« Sand«, von der Staot-oper München, der bedeutendsten lebenden Vertreterin diefer Partfe, besetzt. Als zwefte Festveranstaltung gc.angt am Scemtag. 12. August. Dseldoven» Neunte Smsvnie mir dem grossen Schkuftchor (Schillers Ode ..An bte Freude" j zur Wiedergabe. Die dritte Feste veranstallung bringt Hichard WagnerS br«U aftige» MusikdramaTristan und Ifrsde-. Dte Aufführung ist am Donner-lag. 16. August. Als Tristan ist der ausgezeichnete He'benteuor Gott- Hels P i st o r gewonnen worden. Die 31oUte roftb von Frau Fortner-Halbaerth von der DuiSburaer Städtischen Oper gesungen. Gcneralmusitdlrektvr Heinz B v n g a r N, Bad- Nauheim. dem die Leitung der drei Werk« unferstebt. wirb mit besonderem Hochdruck auf die feftlpielmäftige musikalische Wiedergabe ber drei Mciüerschöpfungen bedacht fein. Die Mufti wird an allen drei Abenden durch da» staatlich« Kurorchester ausgeführt. Zur Ausgabe kommen Abonnements für de drei Veranstaltungen, dte den Besuchern bedeutende Ermässigungen gegen­über den Einzeln reifen bringen. Kammev- fänger Heinrich Knote, ber berühmte Hel den- len or der Münchener Staatsoper, gwl am Diens­tag, 31.3u(i, aoends 8.15 Uhr. un Bad-Nau­frenner Kurhaus (grosser Bufrnensaal), einen Lieder- und Arien abend. Das Programm ver­zeichne t u. a. zwei ber bekawitesten und be­lieb test en Wagner-Arien. Ferner singt der Künst­ler Lieder von Schubert, Wolf und Hichard Strauss. Die Begleitung am Flügel wird Ge­neralmusikdirektor Bongartz übernehmen. (- Here» in den heutigen Anzeigen.)

,e Kremationen Im Frelstaat Hessen sanden im zweiten Dterteljahr 192H Im ganzen 261 statt (gegen 199 im gleichen Zeitraum des Tor- ! ihres). Es entfallen davon auf Darmstadt 35 (31). Friedberg 14 (10), Giessen 30 (19), Mainz 86 (63) und Offenbach 86 (76).

Von der Lahn. Heutige Wasferwärmc der Lahn 20 Grad Eelstu»

Auftrieb zum freutiacn Frankfur­ter Schlachtolehmarkt: 360 Ochsen, 28 Bul­len, 750 Kühe, 430 Färsen, 588 Kälber, 57 Schafe, 4954 Schweine.

Schöffengericht Gießen.

Giessen, 27. 3uH

1. Ein Postagent auS ber Wetterau hatte ftch wegen Amtsunterschlagung, fern Sohn wegen ^Irkundenfälschuna zu verarrtwor- ten. Die Beweisaufnahme ergab, dass der Post- agent mehrmals Tribbeträg«. die bei ihm ein» bezahlt waren, erst nach Tagen weitergeleitet batte; es konnte aber nicht feftgestellt werden, daft er diese Gridbeträg» für verbraucht und dann fjxiter ersetzt harte. Mangels Beweises würbe er freigesprochen.

Dagegen wurde fein Sohn zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt Dieser war feinem Vater bei der Erledigung der Postsachen behlls- lich und hatte durch Fälschen erner Postanwei- [ungdquiltung und cfne« Nachpvrtvoermerks sich Den Besitz kleinerer Beträge verschafft.

2. Ein Viehhändler aus dem Hoge!«berg hatte fen Winter 1927 28 einen Wechsel gefälscht und erhuÄt mit Rücksicht auf fein Geständnis unb ferne seitherige Unbcftraftfrett zwei Wochen Gefängnis

3. Sin anderer Viehhändler war der Steuer­hinterziehung angeklagt. Die Derbanbkung musste beriagt werben, ba er einen als Sach- veritänd-.g.n, gelabenm Steuerbeamten mit Er­folg ablehnte.

Berliner Börse.

B e r l i n, 30. Juli. (WTB. Funftpruch) Rach brr zweitägigen Uulerbrcchung ist man im heutigen Frühverkedr noch sehr zurückhaltend, üinr Tendenz ist noch nicht erkennbar. Jhirfe werden bisher nicht genannt. Auf die feste Haltung der letzten Reuyarker Börse ist man aber in den Bureau» der Grossbanken eher freundlicher gestimmt.

Briefkasten Der Jredaktion.

h. h. in C. E» dürfte sich in Ihrem Fall emp- fehlen, die Angelegenheit dem zuständigen Amts- acricht vorzutragen, wo 6te gegen die Anzeige dfe- (prutfr erheben bzw eine Klage auf Einhaltung des etoertrages (der nicht schriftlich adgeschiosien zu fein braucht) anhängig machen könnten.

Bekanntinachung.

In unser Handel»register Abteilung A wurde eingetragen:

Am 16. Juli 1928 bei bet Firma Gustav Honstein in Gießen: Die Firma ist er­loschen.

Am 20. Juli 1928 bei der Firma Stengel & Schöck m Gießen: Tie offene Handel-- gefellschast ist erloschen. Ter Kaufmann Heinrich Schöck in Giessen führt bei Ge­schäft unter der Firma feines Namen» weiter. 6987V

Am 26. Juli 1928 bei der Firma Georg Schäfer in Giessen: Tas Geschäft nebst Firma ist auf ben Kohlenhändler Emil Schäfer m Gießen übetgegangen.

Gießen, den 27. Juli 1928.

Hessisches Amtsgericht.

Bekanntmachung.

Ti« Gemcmde Soll« beabsichtigt auf dem ©ege schriftlichen Angebots einen Simmentaler Zuchtbullen zu verkaufen.

Angebote auf pro Zentner Lebend- gcwicht sind bis zum Toeweretag, dem 2. August 192t, nachmittags 6 llfrr, bei der unterzeichneten ®ürgermciftcrei ein- >urcüben, woselbst auch die Bedingungen bekanntaegeben werden. 6966 D

Zuichlagsftist drei taac.

Voller, den 2«. Juli 1928.

Hessische Bürgermeisterei Lollar Schmidt.

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